Note 21. Präzisier. d. Zeit f, d. d. Jud. betr. Borg, unter Caligula. 763
in aller Schärfe und kann durchaus nicht ausgeglichen werden. Keims Aus-gleichung, daß der Befehl Caligula? und Petronius' erste Verhandlung mit denJudäern in den Sommer des Jahres 39 zu setzen sei, die sich dann den ganzenWinter 10—39, den ganzen Sommer 40 bis zu Caligulas Tod Januar 41 hin-gezogen habe, dieser Ausgleich ist unhaltbar, und es ist unbegreiflich, wie sichdieser Forscher die Sache so leicht machen konnte, zu bemerken: „die gegenseitigeErgänzung (Philos und Josephus', eines aus dem andern) ist nicht schwer her-zustellen" (Geschichte Jesu von Nazara 1, 237 s).
Denn nach dieser Annahme hätte sich die Angelegenheit anderthalb Jahre,von Sommer 39 bis Caligulas Tod, Anfangs 41, hingezogen. Wir habeiraber eben aus dem Scholion erfahren, daß sie kaum 5 Monate gedauert habe.Selbst aus Josephus' Relation geht hervor, daß die Spannung sich nicht so>lange hingezogen hat. Er referiert hinter einander: Petronius habe den Befehlempfangen, die Bildsäule aufmstellen, sei mit Legionen von Antiochien nachPtolemaks ansgebrochen, um dort Winterquartiere zu nehmen, habe sich dann,durch den Jammer des Volkes bewegt, nach Liberias begeben, um mit denjudäischen Großen die gefahrvolle Sache in Beratung zu ziehen, und habe aufderen Rat an Caligula ein Schreiben über die Sachlage gerichtet und Rücknahmedes Befehles empfohlen. Dieses Alles kann ja in kurzer Zeit auseinander erfolgtsein, da, wie Josephus angibt, die Menge vierzig Tage flehend und jammerndin Liberias zugebracht habe.
Die Unrichtigkeit dieser Ausgleichung durch die Prokrastinierung der Zeitbis ms Jahr 39 ergibt sich aus der Philonischen Schrift selbst. Diese läßtPetronius Caligula gegenüber als Grund zur Rücknahme des Befehles geltendmachen, weil der Kaiser beabsichtige, eine Reise nach Alexandrien zu unter-nehmen, und für sein zahlreiches Gefolge zu Land der Ernte Palästinas nichtwerde entbehren können (das. Z 33, p. 583, Z 14sg.): »i?
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rwr Philo läßt daraus Caligula erwidern: die Bedacht-
nahme aus hinreichende Lebensmittel für sein Gefolge sei ein leerer Vorwand;denn selbst wenn ganz Judäa nichts liefern könnte, würde es ihm, dem Kaiserund seinem Gefolge, an nichts mangeln (das. 34 p. 584, Z. 14fg.). Nun hatCaligula allerdings beabsichtigt, eine Reise nach Alexandrien zu machen, abererst im Jahre 40 nach seiner Rückkehr von der germanisch-gallischen Expedition,und zwar nach dem 31. August, wie aus Sueton hervorgeht (Caligula 49).Philo selbst dachte sich also diesen Vorgang im Jahre 40 und nicht ein Jahrvorher jvgl. hierzu die Aussübrungen Schürers 1^, S. 503, und seine chrono-logische Übersicht das. Anm. 187. Ferner Kohout a. a. O., S. 589 f.j.
Dazu kommt noch ein anderer Umstand. Josephus knüpft in den Alter-tümern (XVIII, 8, 2) Caligulas wahnsinnigen Einfall bezüglich der Statuean die Geschichte von der Gesandtschaft der Alexandriner, als wenn der Streitder Alexandriner um das Bürgerrecht und die Anschuldigung der alexan-drinischen Heiden, daß die Judäer dem Kaiser in ihren Proscuchen nicht gött-liche Verehrung zollten, ihn darauf gebracht hätte, einen Coup auszuführen unddie Verehrung seiner Bildsäule im jerusalemischen Tempel zu erzwingen. Ähn-liches berichtet auch die Philonische Schrift an der angeführten Stelle, die,wenn mau sie genauer als es bisher geschehen ist, betrachtet, ebenfalls an dieHand gibt, daß sich die Vorgänge in Judäa erst während der gesandtschaft-lichcn Verhandlungen der Alexandriner abgesponnen haben.
Ehe wir aber diese» Punkt, welcher entscheidend sür diese chronologische