Note 21. Präzisier. d.Zeit f. d. d. Jud betr. Borg, unter Caligula. 761
judenchristlichen Vers, dieses Evangeliums lag aber daran, zu erzählen, daßJesus auch das judäische Passafest gefeiert habe, um diese Feier dem Gewissenseiner Gemeinde als wichtig und heilig zu empfehlen. Darum verwickelt ersich in einen chronologischen Widerspruch. Das Johaunesevangelium dagegen,aus einem heidenchristlichen Kreise stammend und für heivenchristliche Gemeindengeichrieben, denen die jüdische Passafeier gleichgültig war, läßt das Faktumfehlen, daß Jesus das Passamahl gehalten habe, sondern stellt seine letztenTage so dar, daß er am 13. Nissan das Abendmahl als rraa/aa -ri'-rr,-«,- gefeiertund am 14., an einem Freitag, gekreuzigt worden sei. Hier ist der chrono-logische Widerspruch bezüglich des Endes beseitigt. Auch dieser Umstand beweist,daß dem Matthäusevangelium eine geschichtliche Tradition nicht zugrundelag, sondern, daß es zu einer Zeit verfaßt wurde, als die Osterseier, welche inden folgenden Jahrhunderten zu einem Schisma führte, bereits Gegenstandeiner Differenz war.
Man kann auch konstatieren, daß dieses Evangelium in Pella, einer Stadtder Dekapolis, verfaßt wurde, wohin die geängstigten Glieder der palästinensischenKirche während des hadrianischen Krieges sich gerettet hatten (nichtwährend des Krieges unter Vespasian, wie es Eusebius darstellt). Darum istauch der griechische Stil dieses Evangeliums so barbarisch. Es war die Spracheder Juden in der Mischbevölkcrung der Dekapolis.
Es kann hier nicht Gegenstand des Nachweises sein, daß dieses Evangeliumsowohl in den Jesus in den Mund gelegten Parabeln, als auch in einem Teileder Bergpredigt geradezu gegen den Apostel Paulus und den Paulinismusschneidig polemisiert.
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Präzisierung der Zeit für die die Iudäer betreffenden Vorgängeunter dem Kaiser Caligula.
Bekanntlich herrscht eine chronologische Konfusion bezüglich des Faktumsvon Caligulas wahnwitzigem Befehle, seine Bildsäule im Tempel aufzustellen,und der darauffolgenden Verhandlungen zwischen dem Statthalter Petroniusmit dem Volke und dem Kaiser. Die zwei Hauptquellen darüber, Philo (äsle^ationv aä Casum) und Josephus, differieren darüber unausoleichbar. Nachdem erster« fanden Petronius' Verhandlungen im Sommer statt. Er gibtnämlich als Motiv dafür an, daß der Statthalter das AufsteUen der Bildsäulegegen Caligulas Befehl aufgeschobcn habe, weil die Getreidefrucht und allesÜbrige in der Reife gewesen. Es sei daher zu befürchten gewesen, daß dieMenschen (die Judäer) aus Verzweiflung wegen der zugeinuteten Religions-Verletzung, da sie ihr Leben geringfchätzten, entweder die Acker verwüsten oderdie Ahrenfrucht auf den Höhen und in den Ebenen verbrennen würden. Petroniushabe es daher für ratsam gehalten, einen Aufschub zu gestatten, damit nichtbloß die Halmfrucht, sondern auch die Baumfrüchte ohne Vernachlässigung ein-geheimst werden könnten^. Es ist nicht überflüssig, sich diese ganze Auseinander-
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«lrvv rikr^Tröi' xrl In dem Drühschretben Caligulas an Petronius
läßt düse Quelle diesen Umstand als Vorwand bezeichnen (das. H 34 p. 584,Z. 14—l5): «rr/vi xocqerMr, und zum Schluß läßt sie Caligula
schreiben das. Z. 36: die Ernte, mag sie als Vorwand dienen oder mag esdamit seine Nichtigkeit haben, wird wohl indes, eingesührt sein können: xai-r« rhv kirr rlrr av^xexo^eoAak