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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Geschichte der Juden.

den hellenistischen Juden, die nicht auf der Höhe der klassischen Bildung, wiePhilo, Josephus und der Vers, des Buches der Weisheit, standen, eigen war.Als authentische Geschichtsquelle kann dieses älteste Evangelium keineswegs an-gesehen werden, da es, wie erwiesen ist, erst ein Jahrhundert nach Jesu Todeverfaßt wurde, und die Apostel, deren Traditionen darin ausgenommen sein könnteniterarisch zu ungebildet waren, um Geschichtliches treu zu überliefern. Eineechte Tradition hätte doch mindestens das Chronologische im Leben Jesu gebenmüssen. Aber dieses ist im Evangelium so verschwommen gegeben, als wennJesu Tätigkeit in einem einzigen Jahre vorgegangen wäre.

Der Verfasser des Johannes-Evangeliums, der aus einem gebildeterengriechischen Kreise stammte, verlängert Jesu Tätigkeit auf drei Jahre, nicht etwaweil er einer authentischeren Überlieferung folgte, sondern weil er Anstoß nahman dem Zusammenschrumpfen einer so großartigen Wirksamkeit in den ver-schiedenen Städten Galiläas und PeräaS und in Jerusalem zu einem Jahre. Esschien ihm eine chronologische Unmöglichkeit.

Dieselbe chronologische Unbestimmtheit und Unmöglichkeit zeigt sich auchin der Erzählung von Jesu Prozeß, Tod und Auferstehung. Zuerst wird imMatthäus-Evangelium angegeben, die Hohenpriester, Schriftgelehrten und Ältestenhätten es vermeiden wollen, Jesu Prozeß an dem Feste vorzunehmen, damitnicht ein Aufruhr im Nolle entstehe (26, 5: Und im Wider-

spruch damit wird weiter erzählt, bie Hinrichtung sei doch am Feste erfolgt.Denn am Vorabend des Festes der ungesäuerten Brote (V. 17: -rH ö-r-är d. h. an dem Tage, an welchem das Paschaopfer geschlachtet zu

werden pflegte), trägt Jesus seinen Jüngern auf, das Mahl für das Paschavorzubereiten; des Abends speist er mit ihnen zusammen, bricht das Brot,trinkt den Kelch (vergessen ist aber das Genießen vom Paschalamm, das dochdirekt bestellt morden war, das. rv ?r«a/a"). In der Nacht wird er ge-

fangen und am andern Morgen hingerichtet. Also doch am Feste, was dochvermieden worden sollte. Diese Tageschronologie ist ohnehin ungeichichtlich, danach der jüdischen Tradition an den Festtagen keine Gerichtssitzung gehaltenwerden durfte, und umso weniger eine Hinrichtung vorgenommen worden ist.Diese Bestimmung ist nicht etwa bloß rabbinisch, sondern sie ist auch durchPhilos Angabe bestätigt. Doch lassen wir es gelten, Jesus sei an dem erstenTage des Festes hingerichtet worden. Dabei zeigt sich wieder eine anderechronologische Unbestimmtheit. Tages darauf, d. h. an dem Tage nach demNüsttage (27, 62 r/f ör kTrnügroi', Hrrc ea?7i- Trocaoraxki?jr) verlangen

die Hohenpriester von Pilatus, daß das Grab verschlossen werden solle, damitnicht ein neuer Betrug entstehe^).

Aber der Tag nach dem Rüsttag ist ja eben der Festtag, an dem dieHinrichtung geschehen sein soll, denn rrapaa«-,,,/ kann ja hier nur bedeuten rH?

und ist ganz gleich dem r»7v Sollte darunter der Freitag

gemeint sein, so wäre die Umschreibung unnötig und ungeschickt Es brauchteja nur angegeben zu werden: am Sabbat, wie denn auch der Abend vordem Tag der Auferstehung bezeichnet wird, als Abend des Sabbats auf denersten Tag (28, l ök rst krr>.,/>d<a>! 0 i'aq c«; /ilav aaMariuv). Dem

!) sVgl. jetzt über diese Frage Chwolson, das letzte Passamahl Christi undder Tag seines Todes (Petersburg und Leipzig, 1892) und die Aufsatze Kauf-manns (Monatsschr. f Gesch. u. Wissenschaft des Judentums XXXVll, 393 ff.),Chwolsons (das. 537 ff.) und Rosenthals (das. XXXVIII, 97 ff.)f>.