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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Note 20. Die Abfassungszeit der Evangelien.

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in dieser Zeit, als auch die Christen Anfechtungen hatte», ist zum Tröste für siedas Matthäusevangelium niedergeichrieben worden, zwischen 132135.

5. Man kann noch hinzufügen, daß die Ausfälle gegen die Schriftgelehrte»(23, 7 f), auf die Zeit nach der Tempelzerstörung Hinweisen.Sie haben esgerne, auf den Marktplätzen gegrüßt und Rabbi Rabbigenannt zu werden."Der Titel Rabbi war nämlich vor der Tempelzerstörung nicht üblich, da er nurvon Jüngern ihrem Meister gegeben wurde. Solche gesonderte Schulen miteinem Lehrer an der Spitze bestanden aber nicht, so lange das Synhedrionfungierte. Die Gesetzeslehrer, welche vor der Tempelzerstörung geblüht haben,werden daher selbst in den talmudischen Schriften ohne diesen Titel genannt.Die sogenannten Paare (nun), von Jose ben Josser bis Hillel und Schammai,figurieren sämtlich ohne den Titel Rabbi. Nur die Nachkommen Hillels werdenmit dem Titel Rabban (po) benannt, weil sie im Synhedrion monarchisch ohneeinen zweiten gleichberechtigten Beisitzer fungiert haben. So auch noch RabbanJochanan Ben-Sakkar, weil er ebenfalls ohne Beisitzer im Kollegiumfungiert hat. Erst nach seinem Tode, als zugleich mehrere Schulen entstandenwaren, nannten die Jünger je einer Schule ihren MeisterRabbi". DerGebrauch des Titels beginnt mit pivm' >o, 'i, no-pp >oo. Jesus kann

daher unmöglich diese und die übrigen Ausfälle gegen die Schriftgelehrten aus-gesprochen haben. Sie stammen sämtlich aus der Zeit nach der Katastrophe, alsdie Spannung zwischen den Führern der Judenschaft und den judenchristlichenGemeinden zuyahm.

Ist das älteste Evangelium erst ein Jahrhundert nach Jesu Tod entstanden,so ist selbstverständlich die Weissagung von dem Untergang des Tempels, daßnicht ein Stein auf dem andern bleiben werde (24, 2), ein echtes vatieininmex eventn.

Es ist daher begreiflich, daß, wenn dieses Evangelium erst gegen Endevon Hadrians Regierungszeit verfaßt wurde, Papias, der in derselben Zeitund unter Mark-Aurel lebte, diese jedenfalls erste bedeutendere literarischeKomposition nicht kannte. Es werden allerdings schon gegen Ende des erstenJahrhunderts evangelische Kompositionen bemerkt. Sie waren den Gesetzes-lehrern, welche zwischen der Tempelzerstörung und dem hadrianischen Krieglehrten, N. Tarphon, N. Jsmaol und R. Jose, dem Galiläer, bereits unter demNamen Gilion bekannt^). Sie waren gewiß in aramäisch gefärbtem Hebräischgeschrieben. Eines unter diesen wurde nach einer kirchlichen Tradition dasHebräer- oder Nazarener-Evangelium --atk' oder --»r«

7Vaii«Ha-ov?) genannt. Es war vielleichi identisch mit demjenigen Matthäus-Evangelium in hebräischer Sprache, von welchem Papias erzählt, daß es fürgriechisch-redende oder Heiden-Christen von mehreren übersetzt und ausgelcgtwurde, und von dessen Übersetzung er mit Mißachtung spricht. Keineswegs istdarunter das kanonische Matthäus-Evangelium zu verstehen, da dieses gar nichtden Charakter einer Übersetzung hat, sondern vielmehr das Gepräge einesgriechischen Originals an sich trägt, allerdings in dem schlechten Stile, welcher

') Das. V. 8lO heißt es:Ihr aber sollt nicht Rabbi, nicht Vater,nicht genannt werde» " Das entspricht dem aramäischen

Titel non, welcher wahrscheinlich älteren Lehrern erteilt wurde, z. B. oinv na»,das ist wohl ,-ww,Führer."

2) Dossetta 8abdat XIII (XI V.), 5 und Parall. pn po-o -osm om-omnnovo .np'tzo.n 'wv snm ptz-rv. Dabei die herbe Äußerung über sie von N. Tarphonund R. Jsmaöl.