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Geschichte der Juden.
recht frappant. Entschieden s?s handelt es sich dabei um den Denar des Ü80NSjudaiorm. Jesus ziehi sich aus der Schlinge, indem er erklärt, daß der Denar,welcher Inschrift und Bild des Kaisers trage, also ihm gehöre, wohl demKaiser gegeben werden dürfe. Da diese Abgabe erst nach der Zerstörung.Jerusalems aufgelegt war, also nach 70, so ist selbstverständlich die ganzeErzählung erdichtet. Sie reflektiert die Skrupel der Judenchristen, ob sie sichder Abgabe entziehen sollen. Es geht also entschieden daraus hervor, daßdas Matthäus-Evangelium jedenfalls nach der Tempelzerstörung verfaßtworden ist.
3. Ein Vers führt die Abfassungszeit noch um 20 Jahre später. L. 23,15 läßt Jesus die jüdischen Gesetzeslehrer verwünschen: „Wehe Euch, Schrist-gelehrte und heuchlerische Pharisäer, die ihr Meer und Land umzieht, um einenzum Proselyten zu machen (7,01,70«» er« 7rgoo,/>tr,ror), und wenn er es gewordenist, mache ich ihn zum Sohne des Geenna, zwiefach mehr als ihr." Ohne Zweifelspielt der Vers auf ein Faktum an, auf eine Reise der Schriftgelehrten in weiteFerne zu Wasser und zu Land, auf einen Heiden, welchen diese zum Proselytenmachen wollten, und auf die Tatsache, daß derselbe sich zum Judentum bekehrthat. Dieser Proselyt muß s?j eine angesehene Persönlichkeit gewesen sein, daßdie Schriitgelehrten, um ihn zu gewinnen, die weite Reise unternommen haben.Alle diese Fakta sind historisch beurkundet. Vier Gesetzeslehrer (der PatriarchRabban Gamaliel, der Vizepatriarch R. Eleasar b. Asarja, der älteste desKreises, R. Josua b. Chananja, und der gelehrteste desselben R. Akiba) sind zu.Schiff nach Rom gereist. Dort verkehrten sie mit einem hochangesehenen Senator,der Proselyt geworden ist. Dio Cassius erzählt, daß der Konsular FlaviusClemens von seinem Vetter, dem Kaiser Domitian, hingerichtst wurde, weiler eine Vorliebe für das Judentum bekundet habe (die Belege im folgendenBand). Nur diese Fakta s?j meint der V. in Matthäus. Die auf Propagandaausgehenden ersten Christen waren eifersüchtig darauf, daß Flavius Clemensdurch die Bemühung der Schristgelehiten judäischer Proselyte geworden ist.Nun war Flavius Clemens im Jahre 95 Konsul zugleich mit Domitian. ImJahre 96 nach seinem Austritt aus dem Amte wurde er hingerichtet. Folglichist dieses Evangelium erst nach 96, mehr als ein halbes Jahrhundert nach JesuTod, verfaßt, oder dieser V. ist, da er bei Markus fehlt, später hinzugefügt.
4. In dem Kapitel von der Parusie heißt es (24, 15): „Wenn ihr sehenwerdet den Gräuel der Verwüstung, von dem im Propheten Daniel ge-weissagt ist, stehend auf heiligem Orte (wer es liest, der merke darauf),dann mögen diejenigen, welche in Judäa sind, auf die Berge fliehen." Es istunbegreiflich, wie Äöstlin und andere Ausleger diesen V. auf die Zerstörung,des Tempels durch Titus beziehen und daher die Abfasfungszeit des Evan-geliums zwischen. 70—80 setzen können! Hat denn Titus einen Gräuel der Ver-wüstung d. h. ein Götzenbild auf den Tempelplatz stellen lassen? Wohl aber tates Hadrian, als er Jerusalem in ^elia Eapitolina verwandelte. Hieronymusin ds8aianr e. 2. übi guondarn erat tswplum vei, ibr ^diianr 8tatna etdovis idolrrin eoiloeatum K8t. Ja, Hieronymus selbst legt diesen Vers so>aus, daß er sich auf die hadrianische Zeit bezieht, kotset 8ii»plieitsr intelliKi. . . ds Lallriani egnsetri 8tatua, guas uegns in praeeentein drein atetit-Das ganze Kapitel der Parusie, von dem Kriege und Kriegsgeschrei, vonsolchen, welche sich als Messias ausgeben und die Christen verführen werden„und von der Leidenszeit, welche über die Christen Hereinbrechen werde, ist nurdurch die Vorgänge des hadrianisch-barkochbaischen Krieges verständlich. Gerade