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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Geschichte der Juden.

noch nicht existiert oder in Kleinasien noch nicht kanonisches Ansehen erlangthatte. Ebensowenig kannte oder anerkannte der Bischof von Hierapolis einMarkus-Evangelium. Er äußert sich darüber*):Markus, Dolmetsch des Petrusgeworden, schrieb das von Christus Gesprochene und Geleistete, so weit er sicherinnerte, genau nieder, aber nicht nach einer Ordnung. Denn er hatte denHerrn nicht gehört, noch war er in seinem Gefolge, sondern später hörte er,wie gesagt, von Petrus, welcher je nach Bedürfnis die Lehren (Jesu) angewendethat, aber nicht, daß er eine Reihenfolge der Sprüche Jesu gegeben hätte.Gefehlt hat Markus nicht, da er nur einiges ausgeschrieben hat, dessen er sicherinnerte; nur auf eins legte er Sorgfalt, daß er nichts weggelassen von dem,was er gehört, und daß er in denselben (den Reden) nichts gefälscht hat."Papias kannte oder beachtete also weder ein Matthäus- noch ein Markus-Evangelium. Weil er Mißtrauen gegen schriftliche (evangelische) Erzählungenhatte, zeichnete er selbst von Alteren überlieferte Sprüche auf, die er zwar nichtvon den Aposteln selbst vernommen hatte, aber von ihm glaubwürdig erscheinen-den Lehrern, von Aristeon und dem älteren Johannes. Unter den von Papiasder Aufzeichnung würdigen Worten von Jesus waren auch solche, welche dervon den kanonischen Evangelien beherrschte Kirchenhistoriker Eusebius als sinnloseParabeln und Lehren und als Mystisches bezeichnet: r- r-vnx

ö 77«/rt»?). Ganz besonders fand Eusebius die von Jesus überlieferte Lehrevon dem tausendjährigen Reich, welches nach erfolgter Auferstehung leiblich aufErden erstehen werde, sinnlos und albern (a. a. O-). Wie ungewiß und wider-spruchsvoll waren demnach die Überlieferungen der älteren Kirche bezüglich desLebens und der Lehre Jesu! Erst die allmählich entstandenen und für kanonischgehaltenen Evangelien haben die anderweitigen Überlieferungen verdrängt undein bestimmteres Bild von dem Stifter gezeichnet. Aber wie alt sind die beidenältesten synoptischen Evangelien?

Es gilt gegenwärtig als unbestreitbar, daß das Markus-Evangelium durch-weg von Matthäus abhängig ist sDie theologische Durchschnittsüberzeugung gehtheute vielmehr dahin, daß das Markus-Evangelium als das älteste zu gelten habe,(Vergl. Handkomment, zum N. T. 7, S. 3 ff. und Jülich er in Herzogs Real-Enzyklopädie XII3, 295 ff). Nichtsdestoweniger lassen sich wichtige Instanzengegen diese Annahme geltend machen.), daß es manches daraus weggelassen hat,was zu judäisch und partikularistisch klang und was für die Heidenchristen, fürwelche es verfaßt wurde, unverständlich oder anstößig scheinen konnte. Dieseskritische Resultat von Markus' Abhängigkeit von Matthäus und von Über-arbeitung desselben gibt auch das Kriterium an die Hand, zu erkennen, daß die-jenigen Reden, Parabeln und Erzählungen, welche es nicht von Matthäusausgenommen hat, obwohl sie für seine Tendenz verwertbar waren, in demersten Evangelium ursprünglich nicht zu lesen waren. Es gilt also, um dieGeschichtlichkeit der evangelischen Darstellung zu würdigen, zu untersuchen, wiealt ist das allerälteste synoptische Evangelium, welches die Aufschrift hat: nach

*) Das. ich«