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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
Entstehung
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Note 20. Die Abfassungszeit der Evangelien.

20 .

Die Alifassungszett dev Evangelien.

Die einzige Bezeugung für die Entstehung des Christentums beruht aufder Erzählung in den vier Evangelien. Von diesen vier wird das Johannes-Evangelium von keinem besonnenen Kritiker (mit Ausnahme von Renan) alshistorische Quelle angesehen und benutzt, weil es den Stifter des Christen-tums nicht geschichtlich als wirkende Persönlichkeit, sonder» mystisch als densleischgewordenen Logos, der von jeher bei Gott oder in Gott gewesen, darstellt.So bleiben nur die drei synoptisch genannten Evangelien übrig, die dasAuftreten, Tun und Reden, den Tod und die Auferstehung Jesu in einergewissen chronologischen Ordnung erzählen. Von diesen drei wiederum sagtder Vers, des Lukas-Evangeliums selbst aus, daß er nicht Augenzeuge derVorgänge gewesen. Er gibt zu, daß zu seiner Zeit recht viele evangelischeLebensbeschreibungen existiert haben, die nicht auf Augenzeugenschast beruhthätten, sondern nur nach Traditionen von Augenzeugen dargestellt gewesen seien.Da diese ihm aber nicht auf Authentie zu beruhen schienen, so schreibe er fürseinen Freund Theophilos ein eigenes Evangeliums, das aber, wie die Kritikernicht umhin können cinzugestehen, recht eklektisch ist. Derselbe Vers, hat auchdie Apostelgeschichte für denselben Theophilos geschrieben, und diese erweist sichals höchst sagenhaft und setzt das Erlöschen des Gegensatzes des Juden- undHeiden-Christentums, des Ebionitismus und Paulinismus, voraus, als wenn«in Apostelkonvent eine Versöhnung herbeigeführt hätte. Dieser Gegensatz be-stand aber zur Zeit des Barkochba-Ausstandes noch in aller Schärfe und hatsich erst infolge des hadrianischen Sieges über Judäa und der VerwandlungJerusalems in die heidnische Stadt Alia Capitolina allmählich abgestumpft.Bis dahin waren noch die Bischöfe oder Vorsteher der Christengemeinde inJudäa Judenchristen, d. h. sie haben noch im schroffsten Gegensatz zu Paulus'zelotisch-antinomistischer Theorie die Beschneidung für ein unbestreitbares funda-mentales Gesetz gehalten^). Das Lucas-Evangelium ist also erst in der nach-hadrianischen Zeit, nach 140, verfaßt worden.

Die Existenz der beiden ersten synoptischen Evangelien Matthäus undMarkus, aus welchen die schönfärbenden Darsteller in der Gegenwart dasLeben Jesu rekonstruieren, ist in der ersten Hälfte des zweiten Jahrhundertsnegativ bezeugt.

Papias, Bischof von Hierapolis in Kleinasien, der, ein Freund Polykarps,um 169 als Märtyrer umgekommen sein soll, kannte noch nicht das griechischeEvangelium nach Matthäus. Er berichtet:Matthäus hat in hebräischem

Dialekt die Reden Jesu niedergeschrieben, welche ein jeder auf seine Weise aus-gelegt hat" 3), Abgesehen davon, daß ein leiser Tadel darin liegt, daß die vonJesus bei Matthäus überlieferten Sprüche (/.»,--«) nicht von Evangelien-verfassern in authentischer Weise dargestellt worden sind, folgt auch aus dieserÄußerung des Papias, daß zu seiner Zeit das griechische Matthäus-Evangelium

*) Lucas I, 1,2: . . -

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Eusebius Kirchengeschichte IV, 6; V, 12.

b) Das. Ill, 39,: /-kV ov» ätaleerM r« Io)-.»

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