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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Geschichte der Juden.

Jahre 63 ist auch Nicht stichhaltig. Josephus erzählt nämlich, Felix habe wegeneiner ganz unbedeutenden Sache einige mit Josephus befreundete Priester zurVerantwortung vor Nero nach Nom gesandt, und er sei nach seinem 26. Lebens-jahre, also im Jahre 63, nach Nom gereist, um ihre Befreiung zu erwirkenzumal als er erfahren hatte, daß sie aus Skrupulosität sich nur von Früchtengenährt hätten und keine andere Speise hätten genießen mögen (Vita 3).Wenn, so folgert Schiller (a. a. O. S. 212 N.) gegen Lehmann, Felix imJahre 58 seinen Posten verloren haben sollte, so müßten die genannten Priestermindestens in dieiem Jahre nach Rom transportiert worden sein, undeS wäredoch mehr als sonderbar, wenn Josephus 5 bis 6 Jahre hätte verstreichen lassen,ehe er Schritte zu ihrer Befreiung getan. Seine Worte lassen vielmehr dasGegenteil vermuten, daß er von Anfang an ihre Befreiung im Auge hatte,und dies noch besonders rasch betrieb, als er von ihrer dürftigen LebensweiseKunde erhielt. Eine solche Kunde brauchte aber keine 4 bis 5 Jahre." Aberdiele Argumentalion beweist zu viel. Diese Kunde hätte Josepbus in einemeinzigen Jahre erhalten können, und da er erst im Jahre 63 sich nach Romzu ihrer Befreiung begab, so müßten sie spätestens im Jahre 62 von Felixtransportiert worden, folglich dieser in diesem I. noch Prokurator gewesen sein.Aber bis zu diesem Jahre kan» er ja tatsächlich nicht fungiert haben.

Mit diesen gefangenen Priestern muß es übrigens eine eigene Bewandtnisgehabt haben. Sie müssen jedenfalls wegen eines politischen Vergehens auge-klagt worden sein; denn wegen einer Kleinigkeit hätte sie Felix nicht in Fesselnzur Verantwortung nach Rom geschickt. Josephus will offenbar dieses Ver-gehen bemänteln, wenn er angibt: öl« v -rn/oba«»' alrlai'. Vor-

auszujetzen ist, daß sie zu den streng Frommen oder zu den Gesetzeslehrerngehört haben, da sie außer Früchten von Heiden nichts genießen mochten:ki? io S-lo-- klacks»:. Hütten sie nun einen Akt der Rebellion be-gangen, so brauchte sie Felix nicht zur Rechtfertigung oder Bestrafung demKaiser zuzuschicken, sondern hätte sie vermöge seiner Vollmacht hinrichten lassenkönnen. Sie müssen also als strenge Pharisäer in Äußerungen oder Vor-trügen etwas ausgesprochen haben, was den Römern mißfällig schien. Möglich,daß sie messianische Hoffnungen rege gemacht haben. Wie dem auch sei, siegalten als politische Delinquenten. So war es gefährlich, sich für siezu verwenden, um nicht in ihren Prozeß verwickelt zu werden. Josephus konntees daher nicht eher wagen, einen Schritt zu ihrer Befreiung zu tun, alsbis er erfahren hatte, daß Poppäa Sabina tatsächlich Kaiseringeworden war, und daß sie eine Vorliebe für das Judentumhegte'). Kaiserin ist Poppäa erst im Sommer 62 geworden, und erst als sie

Schiller bezweifelt Poppäas Proselytcnlum a. a. O. S. 583 N., abermit Unrecht. Wenn man es aufs richtige Maß zurücksührt, daß Poppäa aller-dings nicht mit Ostentalion judäische Proselptin gewesen, aber eine Art Hangzu judäischen Riten gehabt habe, so findet man Belege dafür. Waiumhätte sie sich sonst für die gefangenen asketische» Priester verwendet? Warumhätte sie Josephus reich beschenkt, wenn nicht aus Vorliebe für Judentum undJudäer? Warum hat sie noch dazu die Petition der judäischen Gesandtschaftbezüglich des Tempels unterstützt, die doch eigentlich gegen das römische Interesselief? Josephus hatte Audienz bei ihr, bat Worte mit ihr gewechselt. Wenner also positiv aussagt: Ke«»-/?,); »sv, daß Poppäa nottesfürchtig, d. h.Verehrerin des Gottes Israel, gewesen, so ist das Urteil aus eigener Ersahrunggeflossen und da-f nicht angezweifelt werden.