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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Geschichte der Juden.

als hagiographisch angesehen worden sein. Denn sie wurden viel gelesen undsogar als woi, d. h. den übrigen ebenbürtig, angeführt. Erst später wurdenSirach und ähnliche Schriften aus dem Kanon der Hagiographen ausgeschlossen(Doskiskta.laäiuin II, 13: pur-uv owro br, ni>o p (iro l.) >isc>

ll'-'n nn>. Es wurde nämlich schließlich als Kanon aufgestellt, daß nur solcheSchriften dazu gehören, welche während der Fortdauer der Prophetieverfaßt wurden, weil vorausgesetzt wurde, daß zu dieser Zeit der heiligeGeist gewaltet und die Autoren inspiriert habe, mit dem Aussterben der letztendrei Propheten aber der heilige Geist ausgehört habe zu inspirieren^), unddarum die später verfaßten Schriften, Sirach und andere nicht als heilig anzu-sehen seien. Zu den andern Schriften gehört gewiß mindestens das hebräischgeschriebene erste Makkabäerbuch und vielleicht auch Susann«, das eben-falls hebräisch abgefaht war und vor der Tempelzerstörung verfaßt wurde.

Als Resultat dieser Erörterung ergibt sich, daß nach Herodes' Tod ein-gesührt wurden:

1) die Maßnahme gegen Auswanderung ins Ausland;

2) die Bestimmung für Formulierung bei Zusendung eines Scheidebriefesvom Auslande;

3) die Kanonisierung der Hagiographen und Beratung über die BücherKohelet und das Hohelied;

4) die Redaktion des Psalters;

5) die Einführung der regelmäßigen Tagespsalmen für den Levitenchorim Tempel.

*) Ich glaube jetzt, abweichend von meiner früheren Erklärung, daß derAusdruck -st'.m au dieser Stelle und in cksruseli. Lanlisckr. 28 a --wo hr,o-unr nmp: pw nmpTi -st'.m irnriv, die Schriften bezeichne, welche nachdem Aufhören der Prophetie verfaßt wurden. Öfter ist in der talmu-dischen Literatur angegeben: la'-wrm o-nwi) wuhoi .mw:

vip,-: nn (Dossstta Lota 13, 2 und Parallelst.), mit den letztenPropheten sei auch der heilige Geist geschwunden. Folglich können die Schriften,die notorisch später verfaßt waren, da ihre Autoren nicht vom heiligen Geistinspiriert waren, nicht als rnp nn- angesehen werden. -pm: bedeutet dem-nach nnn:n pwro. So heißt es im Lecker Olam Radda e. 30 zum Schluß:

L'vwn NIN pnen INN 2N vnpn nno pnrinv 2'NWNN VN Np. Dieser

Gesichtspunkt war aber zur Zeit der ersten Fixierung des hagiographischenKanons noch nicht geltend gemacht, sondern lediglich der Inhalt, daher warSirach mit eingeschlossen, Kohelet aber ausgeschlossen. Erst später ging dieSynode zur Zeit der Amtsentsetzung Rabban Gamaliels von einem andernGesichtspunkte aus, als sie trotz des Widerspruchs der Schammaiten das Hohe-lied und Kohelet für heilig erklärte, nämlich von dem Werte der an die Spitzegestellten Autoren. Dieser Gesichtspunkt der Beurteilung ist entgegengesetztder Ansicht, die entweder diese beiden Bücher oder eines derselben nicht aus-genommen wissen wollte, weil Salomo sie vermöge seiner Weisheit verfaßthabe. Es ist dagegen geltend gemacht, alles, was zur Zeit der Prophetenniedergeschrisben worden, sei vom heiligen Geist diktiert, also auch das Hoheliedund Kohelet.