Note 18. Der Polemos des Varus.
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ihrer Anspielung auf dis Römerherrschast ausgewählt worden. Mau kann nunnicht wohl annehmen, daß diese Auswahl in Herodes' Zeit geschehen ist, alser den Tempel neu erbaut und ihn dem Gottesdienste übergeben hatte. Erwürde schwerlich dergleichen gegen seine Patrone, die Römer, zugegeben haben.Und noch weniger ist anzunehmen, daß die Auswahl gegen sein eigenes Ty-rannenregiment gerichtet gewesen sei. Dian wird also darauf geführt, daß erstnach dem Erlöschen der ersten Herodianer solche pointierte Psalmen von denLeviten gesungen worden sind. Die Tagesaufschrift zu den 7 Psalmen ist dem-nach mit hoher Wahrscheinlichkeit infolge des Polemos des Varus und des darauffolgenden Druckes von Seiten der Prokuratoren hinzugefügt worden, d. h. derPsalter ist nicht vor der Römerherrschaft gesammelt s?s und redigiertworden. Der Zusammenhang ist klar. Als die Jünger der beiden Schulenrigorose Bestimmungen bezüglich levitischer Reinheit erließen und diese als wirk-sames Mittel betrachteten, um gewisse Übelstände zu beseitigen, führten sie auchdie Maßregel ein, daß die hagiographischen Bücher, um sie vor Prosanierungzu schützen, bei der Berührung verunreinigen sollten. Sie mußten demnach auchfixieren, welche Schriften zu dieser Klasse gehören und als heilig behandelt werdensollen. In bezug auf die Psalmen mußten sie dis Sammlung abschließen unddie erforderlichen Akzcssorien, also zunächst die Tagesaufschristen, hinzufügen.An die Spitze der Sammlung stellten sie zwei Psalmen, welche den hohen Wertder Thora nnd der Messiashoffnung betonen. Dieses Alles erfolgte wohl zurZeit, als zur Verhütung der Auswanderung ins Ausland die Bestimmung ge-troffen wurde, daß dieses levitisch verunreinige. Dieses erfolgte nach ungenauerBerechnung 80 Jahr vor der Tempelzerswrung oder genauer zur Zeit desPolemos des Varus, d. h. nach Herodes' Tode. Bei der Redaktion desPsalters sind selbstverständlich s?s, wenn nicht sämtliche Akzessorien: Überschriftenfür Instrumente, Chorleitung, die Bezeichnung 012,2 und mv' für historische Ver-anlassung einer Reihe von Psalmen, so doch jedenfalls die Formel Hallelujaim Anfang und die Doxologie zum Schlüsse von vier Psalmen angebrachtworden. Diese Akzessorien .mchf.n und per, m-.n 12 m sind lediglich für dieGemeindeliturgie angebracht (vgl. Ps. Comment, S. 9! sg.). Sie gebennämlich an, wie die Gemeinde zur Aufforderung des vorbetenden Liturgenrespondieren soll. Im 3. Makkabäerbuch ist bereits angegeben, daß die Gemeindezu einem Hymnus mit Halleluja einzufallcn pflegte (7, 13) --at ot . . nitvrv TrlHAo? ro (vgl. auch Tobit 13, 18).
Übrigens scheint nicht für sämtliche Bücher, welche jetzt zu den Hagio-graphen gerechnet werden, mit einem male die kanonische Würdigkeit statuiertworden zu sein. Zunächst galt es wohl diejenigen vor Profanation zu schützen,welche gewissermaßen den prophetischen Schriften ähnlich schienen, oder vondenen angenommen wurde, daß deren Verfasser vom heiligen Geist inspiriertwaren (nrmr enp.n mir); also die Psalmen, welche größtenteils David vindiziertwurden, — den Philo z. B. einen „Propheten" nennt (Mangey I, p. 515) rr? rr^o-cr^o, — ferner Ruth, welches mit dem Buch der Richter äußerliche Ähn-lichkeit hat, und das Dreibuch Chronik - Esra - Nehemia, als Fortsetzungdes Buches der Könige, und wohl auch das Buch Esther. Diese waren gewißin vielen Exemplaren vorhanden. Die übrigen Hagiographen sind wohl erstspäter eingereiht worden, sobald jemand, der im Besitze eines hagiographischenBuches war, die Frage richtete, ob es ebenfalls die Hände verunreinige. Daherkommt es, daß über die Zulässigkeit des Hohenliedes und Kohelets disSchulen auseinandergingen. Sirachs Sprüche müssen ursprünglich ebenfallsErsetz, Geschichte der Juden. III. 16