Note 12- Rituelle Differenzen.
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5) Um zum Schluffe etwas über den vielgedeuteten Namen 'Laasioe zu
sagen, so wäre ich geneigt, ihn von dem aramäischen Worte nno „baden" ab-zuleiten (mit Vorgesetztem Aleph), also gleich i>:vO und etwa als Abkürzung vonnie- mnon, Morgentäufer, oder schlechtweg mnou. Daß der Guttural innnv ganz verwischt wurde, braucht Kennern nicht gesagt zu werden; mansprach sogar nni-v (Bad) — umnov. Aus mnon (Badende), ausgesprochen mitelidiertem n L.ssa't oder Lnsai', entstand ganz natürlich die im Josephusgebrauchte griechische Form 'Ldaald-. Die Form ist ledig-
lich eine andere Adjeklivbildung, wie schon Scaliger bemerkt hat, und istkeinesweges etwa von O->ur abzuleiten. Die Ableitung von nno, wie sie dieGrammatik sür sich hat, empfiehlt sich auch dadurch, daß sie das Wesen derEssäer, wie es den Außenstehenden erschien', vollständig ausdrückt. Man ver-gleiche dagegen die vielfachen Deutungen des Wortes „Essäer" von dem Ver-fasser des Therapeutenbuches und Epiphanias an bis auf die neueste Zeit.Sie erscheinen wahrhaft monströs, gerade wie die Ansichten, die man vondieser Sekte hatte. Man etymologisierte es von: oa-vr (Heilige); von einerStadt Essa,- von Jsai, Davids Vater; von: nv'p «Arbeiter); von pv" (Heil-bringer); von; nun (die Gottvertrauenden); von pan oder np (Stärke); von:mrm oder On (Verschwiegene) ; von: non (syrisch: Fromme) oder abgekürzt von:-von; von: n,n (Spekulative); von: n-on (Heilende); endlich von: pn (Bewahrer,Wächter, Wärters. Diese letzte Etymologie ist trotz der Autorität Ewalds nichtminder unglücklich als die früher genannten*). Nach unserer Annahme würdendie verschiedenen Benennungen, Essäer und Hemerobaptisten, nur eine unddieselbe Sekte bezeichnen, von ihrem täglichen Baden hergenommen.
6) Neben der strengen Beobachtung levitischer Reinheit, dem Einsiedler-
leben, dem täglichen Baden, den gemeinsamen Mahlen, dein Kommunismusund der Ehelosigkeit, bildeten auch eigentümliche Kuren das Charakteristischean den Essäern, eine Seite, die noch nicht erschöpfend behandelt worden ist.Die essäischen Kuren waren magischer oder vielleicht magnetischer Natur; dasdeutet Josephus an. Er erzählt, daß sie sich nicht nur bei ihren Heilungengewisser Wurzeln und Steins von eigentümlicher Beschaffenheit bedienten,sondern auch alter Schriften, die ohne Zweifel Beschwörungen und Exor-zismen enthielten: nnouäalova« öc („l °Aaa»«>r) Treot r» r«7>-
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krAer sagt hinlänglich, daß die alten Schriften „zum Nutzen der Seele unddes Leibes" mit den Wurzeln und Steinen in Verbindung standen. Welcheswaren die alten Schriften, oder welche haben die Essäer für alt ausgegeben,daß Josephus es geglaubt hat? Der Talmud, byzantinische und arabischeSchriftsteller schreiben Salomo ein Kurenbuch nmwn nso, zu,
das der König Chiskia verborgen haben soll (kessaed. 58a, §rrbrieiu8 ooäexpssnäspitz-rapdus V. 1. I. lor2t. Weil: biblische Legenden der Musel-männer S. 225 bis 279). Daß dieses Buch magische Kuren und Beschwörungenenthielt, wie Maimuni im Mischnakommentar zu (1?68saeliiin das.) erraten
*) E. Lucius hat in seiner Schrift: Der Essenismus in seinem Verhältniszum Judentum (Straßburg 1881) wider die Etymologie von ömo- —von, tvon ausgenommen. Sie ist aber unhaltbar, weil im Palästinensischen diesesWorb nicht gebräuchlich ist.