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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Note 12. Rituelle Differenzen.

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setzt das Vorhandensein solcher ohne weiteres voraus, und das Hauptmomentan dem Nasiräertum, das sich bei den biblischen Nasiräern an den Haarwuchsknüpfte, tritt bei jenen immer mehr zurück, hat vielmehr gar keine Bedeutungmehr: iixw (das.). Hingegen tritt bei den lebens-

länglichen Nasiräern das Levitische, die Hut vor Verunreinigung, immer mehrin den Vordergrund (das). Die Essäer werden also solche Nasiräer gewesensein, die in ihrem Privatleben die höchste priesterliche Weihe darstellen wollten.Diesen Zusammenhang zwischen Nasiräertum und Essenismus haben auchEpiphanius und die arabischen Schriftsteller Makrisi und Abulfarag' geahnt;wenn auch Epiphanius die von den unterscheidet, so sind

die Eigenheiten, die er von den ersteren berichtet, doch ganz essäisch. Ebensohat Makrisi die Essäer in drei Sekten zerspalten, in die Täufer (p-mam:^kxo/?«,-!r-arclt), die Essäer (p-mvn) und in die Nasiräer (pse?n.vu) (incke 8av)', Olirestomntliis ^.rads, Ausgabe von 1806, arabischer Text 172und wms II, 218). Das arabische Makkabäerbuch bezeichnet die Essäer durchChahidäer (e. 25). Die Identität von Nasiräern, Essäern und Aßidäern wirdalso von mehreren Seiten bestätigt. Auch aus Josephus' Angabe, die Essäerhätten eigene Bücher gehabt (jüd. Kr. II. 8, 7), läßt sich ihre Identität mitden Aßidäern erweisen. Im Talmud (lernsoüalmi Lsraoüob Ende, Märasollzu Samuel) wird aus einem Buche der Chaßidäer der Satz mitgeteilt:Ver-läßt du sie einen Tag, so verläßt sie dich zwei Tage": an o-i'vn :::: am:Iwx.v giplirs Nr. 48 eine abweichende L.-A.).

3. Aus dem höheren nasiräischen Leben, welches die Essäer erstrebten, sindmeines Erachtens manche Exzentrizitäten derselben zu erklären. Um nicht durchBerührung mit andern, welche nicht denselben hohen Grad levitischer Reinheitbeobachteten, verunreinigt zu werden, mußten sie sich von der Gesellschaft zu-rückziehen und sich zu einem eigenen Orden verbinden, um in der Absonderungder priesterlichen Heiligkeit leben zu können. Die Absonderung führte auf das»ott'v? v/o;, die kommunistischen Phalanstoren, wozu auch das sittliche Momenthinzutrat, daß der Chaßid kein Eigentum haben, sondern es als der Gesellschaftzugehörend betrachten soll: -von Die strenge Enthaltsamkeit

von levitisch unreinem Kontakt mußte die Essäer ferner darauf führen, dasweibliche Geschlecht zu fliehen und die Ehe zu meiden. Nicht wie Josephusdie Erscheinung erklärt, weil sie das weibliche Geschlecht für ausschweifend unduntreu hielten (was nur die unglückliche Erfahrung des Geschichtsschreibers zusein scheint), sondern weil das weibliche Geschlecht die Quelle fortdauernderUnreinheit ist, durch Menstruation, Geburten und andere Zufälle. Wolltendie Essäer mit Frauen zusammenleben, so wären sie bei Berührung mit den-selben oder deren Kleidern und Geräten in ihrem geweihten Leben gestörtgewesen. Die Ehelosigkeit der Essäer war daber nicht Prinzip, sondern Konse-quenz der streng levitische» Observanz. Darum kam es auch vor, wie Josephusberichtet, daß eine Fraktion der Essäer in Ehe lebte, deren Frauen sich aberderselben Strenge der wie ihre Männer unterziehen mußten (das. II.

8, 13). Aus demselben Streben nach nasiräisch-priesterlicher Weihe ist end-lich auch das tägliche Baden der Essäer zu erklären, um sich von etwa einge-tretener Pollution zu reinigen (':p n^'vu). Auch die Schaufel (»««-.ts, «k.v»p-»v),die sie bei sich führten, um die Ausleerung zu vergraben, hatte den Zweck,daß ihr Lager heilig und rein sei. Wahrscheinlich stand auch damit dasTragen eines Schurzfelles oder Handtuchs in Verbindung, das so

wesentlich zum Essenismns gehörte, daß es jedem Emtretenden gereicht wurde