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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Geschichte der Juden.

einerseits Josephus, anderseits ein dem Philo zugeschriebenes Buch über dieTherapeuten oderdie Beter" !vgl, S. 799 und die Bemerkungen dazus, wo-durch die Forscher sich berechtigt glaubten, die Essäer zu idealisiere». Die kritischeGeschichtsforschung wird von vorn herein annehmen müssen, daß der Essenismusmit seinen Eigentümlichkeiten ganz analog dem Pharisäismus und Sadducäismusin den tieferen Bedingungen des judäisch-geschichtlichen Lebens gewurzelt habenmüsse, und nicht aus einer fremden Anschauung, etwa aus der neupythagoräischenSchule hervorgewachsen oder aus den ägyptischen Cönobiten hervorgegangensein könne. Glücklicherweise überhebt mich die tief eingehende, meisterhafteArbeit des verewigten Ov. Zacharias Frankel über die Essäer der weitläufigenBeweisführung, daß diese aus den realen Faktoren der judäischen Geschichtehervorgegangen sind, daß sie eigentlich weiter nichts als stehengebliebene, oderrichtiger konsequente Chaßidim waren, daß sie demnach von den Pharisäernnicht so weit abstandcn, daß man sie als eigene Sekte betrachten könnte undendlich, daß sie vielmehr nur einen Zweig des Pharisäismus gebildet haben.Frankels Monographie über den Essenismus befindet sich in dessen Zeitschriftfür religiöse Interessen des Judentums Jg. III, S. 441 ff.,die Essäer eineSkizze" und in der Monatsschrift Jg. II, S. 30 ff,, 81 ff.die Essäer, nachtalmudischen Quellen," Ich nehme diese auf kritischer Forschung beruhendenResultate über diese Sekte vollständig an und werde nur noch einige Punktenachträglich beleuchten,

1. Vor allem kommt es darauf an, das Wesen der sogenannten Thera-peuten kennen zu lernen, welche man auf Grund der phiionischen Schriften vonjeher als eine andere Art Essäer, als theoretische, gegenüber den praktischenEssäern, angesehen hat. Die Therapeuten, oder vielmehr die Nachrichten überdieselben, haben Forscher irregeleitet, und selbst den kompetenten Kritiker Zeller,der im dritten Bande seiner Geschichte der griechischen Philosophie den Ursprungdieser asketischen Sekte aus einem Entwicklungsstadium der griechischen Philo-sophie slll, 2 ^, S. 277 ff.s entstehen läßt, zu falschen Resultaten geführt. Ichhalte aber das Buch über die Therapeuten, das soviel Konfusion angerichtethat, für durchweg unecht; cs verrät sich als ein Werk eines Christen, derdie Tendenz hatte, einen Panegyrikus auf das asketische Mönchsleben zu ver-fassen und das höhere Alter desselben durch Philos Autorität zu bestätigen,Eusebius, der allein die Schrift zitiert, hielt die Therapeuten in der Tat fürChristen, Die Beweise für die Unechtheit liegen für den aufmerksamen Leserder Schrift äs vits. eonlsmplativa sivs äs supplicium virtutibus so offen zu-tage, daß es eigentlich für Kritiker genügt, darauf hingewiesen zu haben, umdie Richtigkeit des Urteils einzusehe». Auch das Fragment über dieEssäer"bei Eusebius krusxnr. svanKsIisa, VIII, 11, p, 379 ff,, angeblich von Philo,ist unecht. Die Schilderung in demselben widerspricht der in der Schrift äsvita eoiitsmplativa gegebenen, Vergl. w. u. B. Tidemann, der eine gründ-liche Monographie über das Essäertum geschrieben hat: üst, Hssenisius(Leyden 1868): er hat aber diesen Widersvruch nicht beachtet,

2. Die Eigentümlichkeiten der Essäer lassen sich nicht genügend aus dem

Wesen der im Talmud vorkommenden v'-i-vr, vder und der in

der Makkabäerzeit austretendenAßidäer" erklären; man muß auch auf dasnasiräische Wesen Rücksicht nehmen. Nasiräer gab es in der nachexilischen Zeitin großer Menge (I, Mnkkab. 3, 49; Tosstta liasir o. 4; Lndli Ileraebot, 48u).Aber sie trugen zugleich einen andern Charakter, als die der biblischen Zeit:sie waren Nasiräer fürs ganze Leben: inr (Msir 4 a). Die Mischna