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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Note 12. Rituelle Differenzen.

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ihrer Ansicht dem religiösen Interesse völlig untergeordnet werden müßten.Ihr Maßstnb sür das Politische war die Religion, und als solche galt ihralles, was im Volke als religiös angesehen wurde, mochte es von Alters herstammen oder erst neuerdings eingeführt worden sein. Die Sadducäer hin-gegen gingen von politischen Gesichtspunkten aus; .die Erhaltung desjudäischen Staates war ihnen die Hauptsache, sie räumten der Religion aufstaatliches Verhalten nur einen geringen Einfluß ein. Die Religionsbe-stimmungen ließen sie überhaupt nur in dem Umfange gelten, den sie teils durchdie pentateuchischs Gesetzgebung teils durch die als uralt anerkannten Speziali-täten angenommen hatten. Aber so wie dis Sadducäer, überall von einempolitischen Prinzips ausgehend, in eine religiöse Richtung gerieten und manchesals irreligiös verwarfen, so schlugen die Pharisäer vom religiösen Prinzipsaus eine politische Richtung ein. Sie wurden allmählich Feinde des König-tums, religiöse Republikaner (Galiläer) und bildeten in ihren letzten Stadienden politischen Zelotismus aus. Der Ursprung der Namen wvns und L'pnvist mit vieler Gelehrsamkeit behandelt worden. Mir scheint nach reiflicherAbwägung des pro und contra, daß die ersteren doch ihren Namen von ihrenFunktionen, das Gesetz auszulegen, also vom Verbum anserklären, aus-legen", hatten. Josephus gibt öfter an, daß die Pharisäer das Gesetz amrichtigsten auszulegen glauben (o. S. 692 und jüd. Kr. II. 8, 14).ot Mr« öaxovrre? r« u. a. St. Er nennt

sie geradezu rolr ru^<u>> (Altert. XVII, 6, 2), d. h.

Ausleger der Gesetze. Die Forin weist auf die Chaldäische Form

'nv'is, und das ist eine aktive Form; wäre es eine passive Form, so müßtees mv'nv lauten. Vielleicht muß man in der talmudischen Literatur

stets v'wwr statt v'ivns lesen. Das Abstraktum rmr'is kann ursprünglich disArt der Pharisäer" bedeuten und erst im Verlaufe den NebenbegriffEnt-haltsamkeit" erlangt haben sVgl. jedoch Schürer 11°, 397 ff.j. Der Namev'pnr stammt gewiß von dem Eigennamen eines Opponenten gegen diePharisäer, wie von Boöthos, dem Stifter.

Seitdem während der Regierung Salome-Alexandras die Pharisäer dieOberhand erhielten, scheinen sich die Sadduzäer praktisch gefügt und keineOpposition gemacht zu haben, wie Josephus angibt aus Furcht vor der ihrenGegnern anhänglichen Menge (Altert. XVIII. 1, 4): v-röre «7? «p/»?

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Talmud Xicicia p. 33 d: mevirn ;>v NI,oliv '2 i>p (unvoll-

ständig Tosstta V, 3). loma 19 d pvwsn im paimi: >m(Ähnlich Nosslta das. I, 8; lerus. das. 39 a). Es galt als eine besondere Kühn-heit, als Anan ben Anan während seiner kurzen Funktion als Hohepriesterpraktisch nach der sadducäischen Theorie verfuhr.

II. Charakteristik des Essenismus.

Über die Bedeutung der Essäer (Josephus jüd. Kr. II, 8 fg., Altert.XVIII. 1, 5) herrscht selbst in der wissenschaftlichen Welt eine so bedeutendeVerkennung, daß es wohl noch lange dauern wird, ehe sich das Richtige Bahnbrechen wird. Während man die Pharisäer sehr niedrig stellte, hat man dieEssäer bis in den Himmel gehoben und bei beiden nicht auf den historischenHintergrund gesehen, aus dem sie als verschiedene Richtungen ein und der-selben Anschauung herausgetreten sind. Schuld an der Verkennung tragen