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Geschichte der Juden.
Neinheitsgesetze nicht voraussetzen konnte, setzte sich der Brauch fest, alle Gefäßedes Tempels nach den Feiertagen der Lustration zu unterwerfen, da sie vonunreinen Händen berührt worden sein könnten (OIm^iAa II, 8): mbr.n 8-
pnpe> Vibrio v.-v. Und als die Skrupulosität so weit ging, einst einmalsogar den goldnen Leuchter zu lustrieren, so verfehlten die Sadducäer nicht,sich darüber spottend zu äußern „die Pharisäer werden noch einmal denSonnenball der Lustration unterwerfen" (Tosselts. das. ckerur-cckr. das.)
nvn brbr pb'ouir v'iri's m-> :p?i-w Wien .inve.i nn nun ops. Ist es auch
nicht erwiesen, daß dieser Vorfall der ersten Zeit des Schisma angchört, soerläutert er doch den verschiedenen Gesichtspunkt, nach dem die beiden Parteiendas religiös Geltende beurteilt haben. Der Pharisäismus wollte die Rückkehrapostatischer Zeiten, wie die der Hellenisten, durch die skrupulöseste Beobachtungalles dessen verhüten, was im Volke als religiös eingesührt war. Der Saddu-cäisinus wies dagegen solche Übertreibungen zurück, ohne dadurch dem Juden-tum minder anhänglich zu sein. Sehr gut charakterisiert Josephus daspharisäische Prinzip mit wenigen Worten: rr Tovck»l>u>-,
ckoüoH -roö? ««(uA'orepor aP^traSar (j. Kr. I. 5, 2). Durch diese
Akribeia, dieses nicht blvs sromm, sondern frömmer sein wollen, differierteder Pharisäismus von seinem Widerpart; er setzte seine Strenge der gesetzes-verachtenden Laxheit der Hellenisten entgegen und holte die Berechtigung dazuaus der schon vor dem Beginne der judäisch-hellenistischen Bewegung empfohlenenMaxime, eine Umzäunung um das pentatcuchische Gesetz zu machen. Wirwerden eine noch weiter fortgesetzte Konsequenz dieses Prinzips in dem Be-streben der schammaitischen Schule finden. Wollte der Sadducäismus gegendie Überhandnahme dieser Strenge protestieren, so mußte er sich auch seiner-seits nach einem Prinzip umsehen, und nichts lag so nahe, als an das penta«teuchische Gesetz zu appellieren. Er machte daher dieses Prinzip in einem soausgedehnten Maße geltend, daß er durch die Konsequenzmacherei oft einernoch größeren Erschwerung das Wort redete, als sein gegnerisches System.Namentlich waren die Sadducäer iu der Auslegung der pentateuchrschenStrafgesetze äußerst strenge, wie Josephus von ihnen berichtet: o-Tr-c sXaöcknv-XttLOL) LtvL 7«? tüzkot Trcrvra? -rvüe */o t'l)a/ovx (Altert.
XX, 9, I). Doch darf man wohl auch bei den Sadducäern eine allmähliche Aus-bildung ihres Systems annehmen; nicht auf einmal werden sie die Konsequenzaus der Prämisse gezogen haben, sondern eine Abzweigung derselben, dieBosthusäer, scheint den Sadducäismus weitergeführt und konsequent aus-gebildet zu haben. Viele Tatsachen in der inneren Entwicklung würdendeutlicher hervortreten, wenn man die Differenz zwischen Sadducäern undBoethusäern ermitteln könnte^). Die Bosthusäer stammen entschieden von
*) Solche Differenzen, bezüglich deren R. Jochanan b. Sakkar mit einemSadducäer disputierend angeführt wird, scheinen aus späterer Zeit zu stammen.Denn zu dessen Lebzeiten ist die Opposition wieder erwacht, genährt durchden sadducäischen Hohenpriester Anan b. Anan, vgl. w. u. — Ich kann michmit der Erklärung des lir. Perles nicht befreunden, der die frühere Identi-fizierung der Bosthusäer mit den Essäern ausgenommen und sie durch die L.-A.in einem Codex p'v unterstützt hat, als wenn die Boethusäer gleich rn-mr,wäre (kevus ckes stucken suives I>. III p. 119). Diese Ableitung ist gesucht,während die von einem Eigennamen Bosthos aus der Hand liegt. Auchfindet sich kein Beispiel, daß die Essäer sich mit einem halachischen Sujet be-saßt hätten; ihre Domäne war die Haggada oder die Mystik.