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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Geschichte der Juden.

7r(,o1rove -ru-? Diese Aristokratie hat es daher vermieden, sich

außerhalb ihres Kreises ehelich zu vermischen (j. Kr.II,8,14): ar -rrrov? o/i!/rov? (ö^llküi-rrs) «Tr^r-kl? »)^- ?r^(si: «Ilvr^rovs. Sogar dis sehr jungeQuelle des Abot di R. Nathan hat noch eine versprengte Nachricht, daß dieSadducäer zu den Reichen gehört und auf ihren Tafeln silberne und goldeneGeräte hatten: ho a.m 'hooi aro 'ioo (ppnr.v) um (o. ö). Ebenso

deutet Josephus an, die Sadducäer seien von den hasmonäischen Feldherrenwegen ihrer Leistungen in den Kriegen mit Ehren und Reichtümern beschenktworden, und ihr Name schon habe den Feinden Judäas Schrecken eingeflößt(Altert. XIII, 18, 2). Solchen geübten Kriegern und Diplomaten mußte

allerdings die pharisäische Ansicht kindisch erscheinen, Gott als den Lenker der

Schlachten zu betrachten und die Benutzung günstiger Verhältnisse durch diplo-matischen Verkehr mit Nachbarstaaten fahren zu lassen. Demnach war die

Hauptdifferenz zwischen Pharisäismus und Sadducäismus ursprünglich einepraktisch-politische, dis wohl erst im Verlaufe der Zeit eine theoretischeFassung und eine Art metaphysischer Formulierung angenommen hat.

2) Als zweite Differenz führt Josephus die Belohnung und Bestrafungnach dem Tode an; aber hier hat der Geschichtsschreiber noch mehr nachgriechischer Schablone gearbeitet, wobei er den Sadducäern Unrecht getan hat.Er faßt diesen dogmatischen Streitpunkt so auf, als wenn die Pharisäer mitder Annahme einer jenseitigen Vergeltung auch die Unsterblichkeit der Seelebehauptet, ihre Gegner aber mit der Leugnung der jenseitigen Vergeltung auchdie Vergänglichkeit der Seele gelehrt hätten: -re -ryx »»» -ra?

««A' Xlll -rr/tü? «,-ar^oüoe (jüd. Kr. II, 8, 14). Allein es ist

anderweitig nur das eine bekannt, daß die Sadducäer die Vergeltungnach dem Tode geleugnet haben. Talmudische und evangelische Quellensprechen nur davon, daß die Sadducäer die Auferstehung geleugnet haben(Lnnllsüriu 16, 4): a-rern rvnn pu piom ppior; Aare. 12, 12);

Z»ckl1ovx«l<>r . . . ol -r-rex lli-aorctorx crrar. Die ganze escha»

tologische Differenz des Pharisäismus und Sadducäismus reduziert sich dem-nach bloß auf das Dogma, ob die Toten wieder erweckt werden, um ihrenLohn oder ihre Strafe zu empfangen, was der erstere gelehrt und der letzteregeleugnet hat, aber dieses Dogma berührt die Unsterblichkeiislehre gar nicht.Man hat also keinen haltbaren Grund, die Sadducäer als dogmatischeMaterialisten zu stempeln oder gar mit der Apostelgeschichte anzunehmen, siehätten das Dasein von Engeln und Geistern geleugnet (23, 8): X»ck<1ovxnlot

diese eschatologische Theorie, wie wir sie entwickelt haben, mit der provi-dentiellen aufs engste zusammen und scheint eine Konsequenz derselben zu sein.Weil der Pharisäismus ein Mißverhältnis zwischen der sittlichen Tat desMenschen und seinem Geschicke statuierte in jener sei er frei, in diesem hin-gegen sei er der göttlichen Wallung unterworfen so brauchte er eine Kom-pensation, um die göttliche Gerechtigkeit zu retten, da doch die Erfahrung oftgenug an die Hand gab, daß die Frommen an einem herben Geschicke leiden,während die Sünder sich des besten Gedeihens erfreuen. Die Auferstehungsollte also dieses grelle Mißverständnis ausgleichen. Der Sadducäismus da-gegen, der die menschliche Selbstbestimmung betonte und das Geschick von demeigenen Tun abhängig machte, also Belohnung und Bestrafung schon hieniedenannahm, brauchte die Auferstehung nicht.