Note 10. Das Sendschreiben der Palästinenser an die Gemeinden. 685
ist also ein argumentum aä bominem. Wenn die Alexandriner etwaBedenken tragen sollten, sich an der Chanukafeier zu beteiligen, so mögensie in Erwägung ziehen, daß dieser Tag auch an einen andern wunderbarenVorgang erinnert. Zu diesem Zweck wird die Geschichte von dem als dichtesWasser verborgenen Feuer vom Serubabelschen Tempel erzählt (I, 19 — 36).Zur Bestätigung dessen wird hinzugefügt, daß dieses noch bis auf die Gegen-wart genannt werde Nephtar (oder Syrer), dieses bedeute Reinigung
die Menge spreche aber das Wort entstellt aus Nephthaei.So rätselhaft dieses Wort auch ist, so will doch das Sendschreiben offenbardamit beweisen, daß eine Erinnerung an die Tempelweihe durch nasses Feuernoch in jder Gegenwart geotisben sei. Es isügt noch weiter hinzu: In einerSchrift Jeremias sei erzählt, daß dieser Prophet für die nachfolgenden Ge-schlechter (o. S. 680 N.) angeordnet habe, mit dem von ihm verborgenen Feuerso zu verfahren; er habe auch eingeschärft, das Gesetz nicht zu vergessen, undhabe Stiftshütte, Bnndeslade und Rüucheraltar auf dem Berge, von dem ausMose das Land übersehen, verbergen lassen. Diese würden erst wieder bekanntwerden, wenn die Zerstreuten Israels gesammelt werden würden (2, 1—8 a).Alle diese Angaben sollen für die ägyptischen Judäer die hohe Bedeutungdes wunderbaren Feuers und des dafür eingesetzten Gedenktages hervorheben,damit sie gewonnen werden, auch ihrerseits den 2k>. Kislew zu feiern.
Zum Schlüsse folgen Beispiele, um 2 Punkte zu konstatieren, einmaldaß die Einweihung des Heiligtums durch wunderbares Feuer sanktioniertworden sei, und stets dadurch sanktioniert werden müsse, und dann, daßdie Einweihung acht Tage gedauert habe. Die dafür angeführten Beispielesind: die Einweihung der Stifishütte Lurch Mose und die des Tempelsdurch Salomo. Daran schließt sich die Einweihung des zweiten Tempelsunter Nehemia (Zerubabel). Diese Vergleichung beginnt mit V. 2, 8 d undwird ausgedrückt durch . . . --«Sol? xat . . . >:«t. „So
wie Salomo wünschte, daß der Ort geheiligt werde . . . und Einweihungsopfcrdarbrachte, so wie Mose betete und Feuer vom Himmel kam und das Opferverzehrte", so betete auch Salomo, und Feuer verzehrte das Opfer. So ist derZusammenhang von V. 8b mit 9—10 zu erklären. Das ist der eine Beleg,wodurch bestätigt werden soll, daß bei der Einweihung des zweiten Tempelsauch Gebet um himmlisches Feuer und Gewährung desselben notwendig ge-wesen sei. Diese Folgerung wird aber nicht weiter ausgeführt, weil schonfrüher von dem Feuer unter Nehemia weitläufig erzählt war. Mehr lag denSendschreibern an dem Umstande, daß die Einweihung jedesmal acht Tagegedauert habe. Für die Zeit Moses wird V. t I angeführt, der aber jeden-falls defekt ist (vgl. o. S. 616). Daran reiht sich V. 1>: --»l
rtt? orrrkö „So wie auch Salomo eine acht-
tägige Einweihungsfeier beging." V. 13 beweist, daß dasselbe, r« »ür»,nämlich die achttägige Feier, auch unter Nehemia (Zerubabel) stattgefunvenhabe (vgl. o. S. 681). Nun hätte die Nutzanwendung gemacht werden müssen,daß der Katharismos unter dem Makkabäer Juda ebenfalls acht Tage gedauerthabe, es sei also nach vollgültigen Mustern verfahren worden, und die Feiervom 25. Kislew wäre also nachahmenswert unv religiös geboten. DieseNutzanwendung wird aber nicht gemacht, sondern es wird ein anderes Ver-gleichungsmoment herangezogen. So wie Nehemia Schriften gesammelt habe,so habe auch Juda die durch den Krieg zerstreuten (Schriften) gesammelt(13 b—14). Unter diesem Juda ist ohne Zweifel Makkabi zu verstehen, sonst