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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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683
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Note 10. Das Sendschreiben der Palästinenser an die Gemeinden. 683

briefe gesammelt hat.Das die Könige und Propheten und David Betreffende"bezieht sich auf die Chronik, in welcher die Geschichte Davids einen großenRaum einnimmt. Es würde daraus folgen, daß das Dreibuch Esra-Nehemia-Chrouik zu dieser Zeit, als das Sendschreiben erlassen wurde wenn es historisch ist noch nicht kanonisches Ansehen hatte. Dennwährend es das, was im Pentateuch von Mose und Ahron und im Buche derKönige von Salomon erzählt wird, als allgemein bekannt voraussetzt, gibt esdie Quelle an, in welcher von der Einweihung des zweiten Tempels unterNehemia (Zerubabel) erzählt wird.

Mit der Annahme, daß das ganze Stück ein einheitliches Ganzes, eineinziges Sendschreiben bildet, daß es in hebräischer Sprache abgefaßt war,daß die Voraussetzung von Nehemias Temveleinweihung auf einem ver-zeihlichen Jrrtume beruht, und endlich nach Eliminierung der Kopisten- undÜbersetzungsfehler, gibt es keinen Umstand in demselben, welcher die Histori-zität verdächtigen könnte. Die Relation von dem wunderbaren Feuer bei derTempelweihe und von Jeremias Veranstaltung, die wichtigsten Tempelgerätezu verbergen, waren wohl ältere Sagen, welche die Briesschreiber geglaubthaben. Was sonst noch gegen die Historizität desselben eingewendet wird, istvon keinem Gewicht. Mögen sie auch wundergläubig gewesen sein, darumkönnen sie doch ein Sendschreiben au die Alexandriner im Jahre 188 Lelsuei-ckarum gerichtet haben. Der Einwurf von der ungeschichtlichen Voraussetzung,daß die Chanukafeier erst nach Antiochos' Tode angesetzt worden sei, beruhtauf der Annahme von zwei Sendschreiben und auf der andern, daß daszweite mit V. 1, 10, getrennt vom vorhergehenden Datum, beginne, und daßdieses von Juda Makkabi mit unterzeichnet sei. Das sind aber falsche oderdoch jedenfalls unerwiesene Voraussetzungen. Der Etnwand, warum diePalästinenser so lauge gezögert haben, die Alexandriner zur Mitfeier desChanukafestes aufzufordern, kann ja in einem uns unbekannten Umstande und indem Verhältnis der Muttergemeinde zur Tochtergemeiude gelegen haben. Eskann z. B. daran gelegen haben, Laß Onias, der nach Ägypten entfloheneHohepriestersohn, noch immer die Hoffnung gehegt haben mag, die erblicheWürde seines Vaters einzunehmen, und darum die Rangerhöhung der Has-monäer nicht anerkannt sehen mochte. Das hasmonäische Hohepriestertumhing aber aufs engste mit der Tempelweihe zusammen. Das Verdienst, Tempelund Kultus in ihrer Reinheit wiederhergestellt zu haben, beschwichtigte inJudäa das Bedenken, von der Erblichkeit der Hohenpriesterwürde abzugehen.Die alexandrinische Gemeinde auffordern, sich an der Chanukafeier zu be-teiligen, war gleichbedeutend mit dem Wunsche, die in Judäa bestehenden

Veränderungen, also auch die Übertragung des Hohenpriestertums auf eineandere Familie anzuerkennen. Das hätte gewiß den in Ägypten in hohen:Ansehen stehenden Onias verletzt. Aus diesem Grunde mögen die Palästinensermit der Aufforderung gezögert haben, so lange noch Onias lebte. Im Jahre188 Lei. 124 war er wohl nicht mehr am Leben, da seine Söhne um 107

bereits als Feldherren der ägyptischen Königin Cleopatra ihr militärische

Dienste geleistet haben (o. S. 6b8). Es ist also möglich, daß die Jerusalemer

die Zeit nach dein Tode Onias' für gelegener hielten, den Alexandrinern dieAnerkennung der Tempelweihe vielleicht mit Allem, was sich daran knüpfte,nahe zu legen. Damit wäre auch ein anderer Einwand beseitigt, den man machenkönnte, warum denn der im Jahre 188 fungierende Hohepriester, JohannHyrkan, die angesehenste Persönlichkeit im Staate, nicht in der Aufschrift auf-