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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Geschichte der Juden.

und eingeweiht hat, und zwar sei er dann wieder nach Persien gewandert,Mundschenk des Königs Artachschaschta geworden und habe endlich, zumzweiten male nach Jerusalem zurückgskehrt, die Mauern wiederhergestellt.Man kann also nur den Briefschreibern oder der jerusalemischen Gerusiavielleicht damals das Synhedrialpaar Josua b. Perachia und Nitthar ausArbela zur Last legen, daß sie in den geschichtlichen Fakten, welche drei odervier Jahrhunderte vor ihnen vorgefallen waren, sehr schlecht orientiert warenund darum Zerubabel mit Nehemia für identisch gehalten und dem letzternden Bau und die Einweihung des Tempels zugeschrieben haben. In derDrangsalszeit vom Beginn der hellenistischen Wirren und während der Makka-bäerkämpse ist eine solche Unwissenheit verzeihlich.

Steckten die Briefschreiber einmal in dem Irrtum, daß Zerubabel undNehemia eine und dieselbe historische Persönlichkeit sei, und daß diese denTempel erbaut und cingeweiht habe, so konnten sie mit Recht geltend machen,daß die Einweihungszeit acht Tage gedauert habe. In der Tat muß dasTempelweihfest unter Zerubabel achttägig begangen worden sein. Im kano-nischen Esra (6,) ist dis Zeit nicht angegeben, aber in Esra Apokryphus(7, 56) ist sie angedeutet. Es heißt da, der Tempel ist am 23. Adar voll-endet worden, (abweichend vom kanonischen) und darauf sei die Einweihungerfolgt: «--o-.ovSm? rok? kV r,/übereinstimmend mit

der im Buche Mose ermähnten Einweihung" (zu rok; ist wohl zu ergänzenWorin bestand die Übereinstimmung? In Exodus 40, 17 istangedeutet, daß der erste Nissan bei der Einweihung der Stistshütte eine Rollegespielt hat, und in Leviticus 8, 33; 0, I ist angegeben, daß die Einweihungderselben acht Tage gedauert hat. Folglich war der Anfang der 23. Avar.Dieser Auffassung folgen die ersten mischnaitischen Autoritäten (vgl. darüberJbn Esra zu Exodus Ende). Nach der Angabe des Esra-Apokr. hätten diezurückkehrenden Exulanten bei der Einweihung des Tempels die im Pentateuchangegebene Zeit der Einweihung der Stiftshütte zum Muster genommen, d. h.sie hätten die Einweihung ebenfalls am 23. Adar begonnen und aml. Nissan vollendet. Das ist der Sinn des Verses im Esra-Apokr. DieEinweihung des Tempels unter Zerubabel hat demnach acht Tage gedauert.Die Sendschreiber konnten also mit Recht angeben (I, 2, 12):Ebenso hatSalomo acht Tage (der Einweihung) begangen. Und es wird auch in denDenkschriften Nehemias dasselbe erzählt" (oder wie die syrische Versionhat), daß Nehemia (d. h. Zerubabel) dasselbe getan hat." Unter

v/ro/,'i'^o-r-o>r<-k wäre demnach zunächst das Buch Esra zu verstehen.Von diesem Buche in Verbindung mit Nehemia und Chronik gilt wohl, wasin diesem Sendschreiben weiter erzählt wird, daß Nehemia eine Büchcrsammlungangelegt habe.Die Geschichte der Könige und Phrophetcn und (besonders)die Geschichte Davids und die Briefe der Könige in betreff der Weihgeschenke"(an den Tempel). Das letztere c-rrorol.n« bezieht

sich unstreitig, wie Bretschneider, Hsngstenberg und andere es aufgefaßt haben,auf die Gnadenbriefe der persischen Könige: Esra 1, I ff.; 6, 3 ff.;7, 12 sg. Dazu ist noch zu rechnen ein Brief Daraus', daß die Einkünfte vonSamaria für den Bedarf des Tempels in Jerusalem verwendet werden sollen,der sich zwar nur bei Josephus findet (Altert. IX, 4, 9), aber ohne Zweifelaus dem Esra-Apokryphon stammt, das Josephus benutzt hat. Diese Rezensiondes Esra kann wohl den Briesschreibern Vorgelegen haben, und darum konntensie mit Recht sagen, daß Nehemia (oder Zerubabel oder Esra) diese Schenkungs-