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Note 10. Das Sendschreiben der Palästinenser an die Gemeinden. 681
(2, 1—2). sei auch erzählt gewesen, daß dieser Prophet die Stiftshütte, dieBundeslade und den Räucheraltar verborgen habe. Es war nicht ein irgend-wie snr heilig gehaltenes Buch, sondern eine Denkschrift. Es ist nun ganzgleichgültig, ob man liest (2, 1) li'ü^-nxkr«- ,!k
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visrou, wie einige Codd., der Syrer und Vulgata haben. Es war jedenfallseine Denkschrift, die man Jeremia zugeschrieben hat. — Die letzte L.-A.empfiehlt sich wegen ihrer Korrektheit besser. — Es mag eine solche Schrift
zirkuliert haben und später untergegangen sein. In einer andern Denkschrift,
die auf Nehemia zurückgeführt wurde, war erzählt, daß Nehemia, so wie
Salomo die Einweihung des Tempels acht Tage begangen habe. Denn nurso ist V. 2, 13 zu verstehen: kTy/oiura ile --«1 er- rnl? xai kr
rol? vTra/trycrrLo/to?? 7-ok? xarä -roi' tt^kk/kk'«!' r« avr«, d. h. dasselbe,was vorangehend erzählt wird, daß Salomo eine achttägige Feier begangenhabe, geschah auch unter Nehemia. So übersetzt es richtig die syrische Version:uin nirri n'vru'? . . . urnro pi 111 pwll. Grimm hat diesen wie andere
Verse mißverstanden.
Hat Nehemia auch tatsächlich acht Einweihungstage gefeiert? Um dieseFrage zu beantworten, müssen wir einen Haupteinwaud gegen die Historizitätdieses Sendschreibens in Betracht ziehen: Es könne ja nicht historisch sein, daes den Tempel von Nehemia erbaut und eingeweiht sein läßt, nnd überhauptdas, was Zerubabel geleistet hat, Nehemia zuschreibt. So lautet einstimmig dasVerdammungsurieil sämtlicher kritischer Ausleger, und Keil schließt sich ihnen an.
Dieser Einwnnd ist aber keinesweges so schwerwiegend. Wenn alsMilderungsgrund angeführt werden kann, daß das Sendschreiben oder derVers, mit diesem Irrtums nicht allein steht, sondern ihn, wie sollen wir sagen,mit dem Talmud, oder wenigstens mit einigen Autoritäten des Talmud teilt,dann müßte man mit dem strengen Urteile zurückhalten. Und in der Tatwird im Talmud ausgestellt, daß Zerubabel und Nehemia identischseien, daß der erste Name nur allegorischer Natur sei, „iu Babel geboren",Nehenna aber sei der echte Name desselben gewesen (Sanhedrin y. 28 d):n'ion io wo neu >^::o Veranlassung zu dieser irrtüm-
lichen Identifizierung gab der Name u.-om.--, womit meistens Nehemia bezeichnetwird, der aber in dem Verzeichnis der rllckkshrenden Exulanten (Esra e. 2und Zieh. c. 7), auch Zerubabel beigelegt zu sein scheint. Der chronologischeD Hiatus zwischen dem einen und dem andern störte diese Identifizierung nicht,da den Talmudisten die zweihundertjährige persische Dynastie in 34 Jahrezusammenschrumpfte, indem ihnen die Bedeutung der Könige Achaschweroschund Artachschaschta nicht bekannt war und noch weniger die Regierungsjahreder persischen Könige (vergl. Scder Olnm v. 22 — 30). Die chronologischeKonfusion verrät auch das Buch Daniel, welches von Lyrus bis zum letztenDarius nur vier Könige voraussetzt (II, I >. Aus dieser Unkenntnis derpersischen Geschichte und Chronologie konnte der Irrtum entstehen, daß Zeru-babel, welcher zu Cyrus' Zeit die Exulanten zurückgeiührt hat, identisch seimit Nehemia, welcher unter Artachschaschta nach Jerusalem gekommen mar.Existiert ja eine Sage, daß Zerubabel unter Darius nach Babylonien zurück-gekehrt sei (Esra Apokryphus 4, 13 fg., Josephus Altert. XI, 3, 1). Mankonnte also in chronologischer Konfusion annchmen, daß der in Jerusalemeingewanderte Nehemia identisch sei mit Zerubabel, welcher unter Cyrus derzurückkehrenden Kolonie der Exulanten vorgestanden und den Tempel erbaut