Note 10. Das Sendschreiben der Palästinenser an die Gemeinden. 675
Diese Untersuchung soll folgende Punkte behandeln: l) Textkritik, 2) dieUrsprache, 3! die Einheit oder Verschiedenheit der Teile, und endlich 4) dasHistorische und Sagenhafte in dem Stücke.
Daß der Text nicht unverdorben erhalten ist, ist so auffallend, daß es inErstaunen setzen muß, wie die Tatsache hat übersehen werden können. V. 1, 3.--«gck-« ------pv/ß ,?oiU<v«-A. „Mit großem Herzen Gottes Willen tun"
ist gewiß wunderlich und weder griechisch noch hebräisch. Allein dieser Passusspiegelt offe.nbar die hebräische Wendung (I. Ehr, 28, 9) wieder: --->en v-aa viw,welche dort übersetzt ist durch: „--«g-li» r -1 -i» ----- v-v/st Offenbar
hatte auch in diesem Sendschreiben ursprünglich gestanden und ist in
korrumpiert worden,
V. 1, 7, Ul-a-lkno, ro? l'ron? -//«kl? o- 'lovöcr-o-
7-- ---- -i' -rx/-st rst -TrelAovaA 5:-. Um dieSchwierigkeit der Konstruktion zu vertuschen, nehmen die Ausleger seit HugoGrotius hierbei ein Lr -l-« ckvoH an, es sei darunter zu verstehen -kvr-j; su-v-k»,?. Und aus diesem Notbehelf haben die Ausleger Kapital ge-schlagen, das Stück zu verdächtigen. Keil bemerkt darüber (Einleit. 3, S. 715).„Dieses Jahr > 169 ) kann doch nicht als die der über die Inden ge-
kommenen S-.-v-r bezeichnet werden, . . . weil die Drangsale bereits unmittel-bar nach dem Tode Juda Makkabis ihre größte Höhe erreicht hatten." Wieaber, wenn ----^ eine Korruptel wäre, so fiele sa dieser ganze Verdachts-beweis? Und in der Tat übersetzen I-XX zu Zephania npmvi ri-wxat Ganz entschieden lautete hier der Text ursprünglich ebenfalls:
A-l-v-- und ans dem letzten Wort wnrde « 1 ^. Die
syrische Version reflektiert auch diese L.-A.: nnppo prw nnr
Auch die Vulgata hat den Parallelismus: in triönlations st impetu, alsoauch nicht -l»^. Dieses Wort ist also unhaltbar und damit auch einer derHauptbeweise für die Unechtheit.
In demselben V. ist der Passus: «,/>' o» '/«»»»- x--r v-
«v-roö c-7ro -r-jr c-)--'--r ----- -ry? s-------7 ------ ' ------ evk-rlp-ac-v - -1 .--1
x.r.-.., außerordentlich unverständlich. „Seit Jason gewichen ist vom
heiligen Lande und vom Reiche, haben sie die Pforte (oder die Pforten) ver-brannt und unschuldiges Blut vergossen und ist Not und Drangsal überuns gekommen." Das Entweichen wird auf Jasons Flucht bezogen (II. Makkab.4, 26); aber das war doch kein besonderes Unglück. Und wenn„absallen" bedeuten soll, ist es noch unverständlicher. Abfallen vom heiligenLande und vom Reiche! Endlich, wer soll die Pforte verbrannt und unschul-diges Blut vergossen haben? Doch nicht etwa Jason und seine Leute nachseiner Flucht? Aber ein anderes Subjekt findet sich beim Prädikat nicht. Manmuß also von vornherein annehmen, daß dieser Vers korrumpiert ist, und dieAnnahme wird durch die syrische Version bestätigt, welche verdient hätte vonden Ausll. mehr konsultiert zu werden, da sie überhaupt einen besseren Text er-raten läßt. Sie gibt diesen Passus folgendermaßen wieder: pvm -nvumi ;r>lPlur.) ipm: nvwnp np'mi- Sie hat also gelesen:
an -!--7 -- Uc-k-kttV . . . ------ 0- -- - 7 ------- n 7 --- ^'7!- -- 77 - - ry?
Diese L.-A. ist allerdings weniger unverständlich als die vulgäre,befriedigt aber doch nicht vollständig: -l?r-ory «n-ü bedeutet wohl nichts anderesals „abfallen"; denn sonst Hütte ex stehen müssen, wenn es „weichen,sich entfernen" bedeuten sollte. Abfallen kann man aber nicht vomheiligen Lande, sondern vom heiligen Bunde: «-rn rsi? -lr«0yxy?.