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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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655
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Note 8. Datum von Hyrkans I. Krieg gegen Antiochos Sidetes. 655

Bildsäule in den Tempel zu bringen befohlen hatte, die Judäer aus Verzweiflungzuerst den Boden unbestellt ließen und dann, Hoffnung schöpfend, die Äcker imSpätherbst oder anfangs Winter bestellten (Jos, das, XVIII, 8, 3; jüd. Kr. II,10 , 5). Da die Äcker faktisch bestellt wurden, so kann der Herbst 40 nicht einSabbatjahr gewesen sein. Soweit Schürer (Lb. d. neutest. Zeitgesch. S. 17,N. 13)*). Es läßt sich aber noch ein positiver Beweis hinzufügen. VonAgrippa erzählt eine echte Tradition, er habe in feierlicher Weise nach Vorschriftdes Gesetzes am Ausgange des Sabbatjahres aus dem Pentateuch vor-gelesen (o. S. 348). Hier kann nur von Agrippa I, die Rede sein, dennsein Sohn Agrippa II. war im Grunde nicht König von Juda, um berechtigt zu sein,diese solenne Vorlesung vorzunehmen; auch wird er keineswegs als so gesetzestreugeschildert, daß er sich diese Funktion hätte angelegen sein lassen sollen. Da-gegen wird Agrippas I. Gesetzestreue von Josephus besonders hervorgehoben.Nun war Agrippa I. König von Judäa von Januar 41 (Caligulas Tod) bis 44.Lange vor Caligulas Tod und auch noch während des Thronwechsels war erin Rom und kehrte, mit Ehren überhäust, erst im Laufe von 41 ssogar erstim Jahre 42, wie ich bereits 1870 in der Monatsschrift S. 544, aus Alt. XIX,5, 3 verglichen mit 6, I bewiesen habe) nach Judäa zurück. Er kann alsoHerbst 41 nicht den Schluß des Sabbatjahres begangen haben,sondern Di sein 1 42"). Ein anderes Sabbatjahr hat er nicht erlebt. Folg-lich muß das Jahr 4142 ein Sabbatjahr gewesen sein. Dieser Beweis istunerschütterlich, und wir werden uns überzeugen, daß eine zuverlässige Quellediese Annahme bestätigt.

Also nachchristl. Zeit von Diseliri 41 bis Disedri 42 ein Sabbatjahr,

18 49

55 56

62 - 63

69 - 80

Das Jahr der Zerstörung Jerusalems war demnach ein Sabbat-jahr^); die angebliche Tradition, welche dafür das Jahr 6869 ansetzt, ist also un-zuverlässig, und darf nicht als Anfangspunkt für die Berechnung gebraucht werden.

*) sJn der dritten Auflage, S. 36 läßt Schürer selbst diese Ausstellunglallen, und weist mit Recht daraus hin, daßdieses indirekte Argument nichtstark genug ist, um die überlieferten positiven Daten in Betreff der Sabbat-jahre umzustoßen").

°°) (Dieser Schluß ist nicht stringent. Mit demselben Recht könnte geschlossenwerden, daß irgend ein anderes beliebiges Jahr zwischen 41 und 44 oderzwischen 37 und 44 ein Sabbatjahr gewesen sei. Korrekt ist vielmehr nur eineinziger Schluß: da hiernach Agrippa I. im Herbst 41 den Schluß des Sabbat-jahres nicht begangen haben kann und er ein anderes Sabbatjahr als Könignicht erlebt hat, so muß die Notiz der Mischuah Sotah sich auf einen anderenAgrippa und ein anderes Sabbatjahr beziehen. Ich habe sie demgemäß a. a. O.auf Agrippa II und das Jahr 62 bezogen, und jüngst hat Büchler (im Jahres-bericht der isr.-theol. Lehranstalt in Wien für 1895, S. 14 f.) diese Ansetzunggebilligt. Der unterstellte, ohnehin zweifelhafte Maßstab der größeren undgeringeren Gesetzestreue des Vaters und des Sohnes kann angesichts der chrono-logischen Notwendigkeit alsJnstanz gegen meine Ansetzung kaum insGewicht fallen).

2) (Auch diese Beweisführung ist unhaltbar. Es beweisen viel mehr diebeiden geschichtlich beglaubigten Sabbatjahrs 177 Lei. und 275 8sl. (vgl. Zucker-mann, Sabbatjahrcyklus und Jobelperiode, S. 82 f.) die absolute Zuverlässig-keit der Angabe des Seder Olam o. 30, daß auch 380 Lei., d. h. 68/9 Oür.,das Jahr vor der Zerstörung des zweiten Tempels ein Sabbatjahr gewesen sei).