Druckschrift 
3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
Entstehung
Seite
649
Einzelbild herunterladen
 

Note 4. Die judäischen Ethuarchen oder Alabarchen in Alexandria. 64!)

Gemeinde und gab ihm aus Bevorzugung der Judäer vor den alexandrinischenGriechen eine Gerusia an die Seite to. S. 631). Während Augustus' langerNegierung starben mindestens zwei Ethnarchen (o. S. 632), von denen derName des einen sich noch ermitteln läßt. Im Jahre 24 lebte noch ein solcher,den Strabo noch angetroffen hat. Dieser muß den Namen Nikanor gehabthaben. Die talmudischen Quellen berichten nämlich, daß zum Bau des hero-dianischen Tempels ein Mann aus Alexandrien zwei Flügeltüren aus korinthischemErz geweiht und sic aus Alexandrien nach Jerusalem gebracht habe. DieseTüren von Goldglanz sollen ebensoviel wert gewesen sein wie Gold. DiePforte, welche in den ersten Vorhof (Weibervorhof) ins Innere des Tempelsführte, wurde nach dem Spender genannt: NikanorpsorteEs knüpfen sich Sagen an diese Türen, wie sie wunderbarerweise aus demSchiffbruch gerettet wurden und nach Jerusalem gebracht werden konnten *). DasFaktum ist demnach unzweifelhaft, daß ein Mann namens Nikanor diese wertvollenTüren für den Tempel geweiht hat. Dieser muß außerordentlich reich gewesensein, eben so reich wie der Arabarch Alexander Lysimachos, welcher später diePforten desselben Tempels mit Silber und Gold belegen ließ. Aber nur s?s dieArabarchen konnten über einen solchen Reichtum verfügen. Es ist demnach kon-statiert, daß zur Zeit des Baues des herodianischen Tempels ein ArabarchNikanor gelebt hat. Der Tempelbau begann im Jahre 20, in Herodes' 18. Jahre.Damals lebte also Nikanor und wahrscheinlich auch vier Jahre vorher, von demeben Strabo berichtet hat, daß er eine fürstliche Würde und eine gewisse Macht-befugnis besessen habe. Er starb wohl während Augustus' Negierung, nämlichals einer von den zweien, welche in dieser Zeit starben, und nach deren TodAugustus Verfügungen sür die alexandrinische Judenheit erlassen hat (o. S. 633).Der zweite derselben könnte Lysimachos gewesen sein, der Vater desAlexander. Dieser Alexander war wohl Arabarch in Liberias' Zeit undmuß jedenfalls in dieser Zeit ein Vierziger gewesen sein. Er verwaltete dieGüter der jüngeren Antonia. Sein jüngerer Sohn Tiberius Alexander warvon 4648 Prokurator von Judäa noch mindestens als Dreißiger. Seinälterer Sohn Markus wurde noch von Agrippa I mit dessen Tochter verlobt,also noch vor 41, dem Todesjahr dieses Königs, und Markus muß dochwenigstens damals 20 Jahre alt gewesen sein. Ihn und nicht bloß seinenzweiten Sohn Tiberius, muß der Kaiser Tiberius in die Asus lulia. ausge-nommen haben, (o. S. 645).

Großen Reichtum besaß dieser Arabarch Alexander noch unter Tiberius.Denn als Agrippa I. noch ein Privatmann und Abenteurer war und einJahr vor Tiberius' Tode tief verschuldet nach Nom reiste (36), machte ihmAlexander bedeutende Vorschüsse, damit er dort als Prinz auftreten könne").Josephus berichtet gelegentlich von ihm, er habe die Pforten des Tempels mitGold und Silber reich verzieren lassen (o. S. 319), was ebenfalls seinen Reich-tum bekundet, wie es seine Anhänglichkeit an den Tempel in Jerusalem bezeugt.Wie (o. S. 645) nachgewiesen ist, muß Alexander diese Verzierung bereits inden ersten Jahren von Tiberius' Regierung angebracht haben. Ja, er kann

^) lll. lllüläot, II, 3. pm o.m de: m-nh urw'l rr-o) ae' v.-w- h-

das Wort n'roh?) omo rw' .v'.n nr-ip piviru p mp'hn

ist aus korinthischem Erz). Vgl. losetla lomall, 4. Darauf folgt

das.: nnp'- nrm. Über die Sage vergl. Monats-

schrift 4881, 203 ff.

") Josephus Altert. XVIII, 6, 3.