Note 4. Die judäischen Ethnarchen oder Alabarchen in Alexandria. 645
Nenier deduziert hat^). Da er aber zur Zeit des Kaisers Tiberius noch jungwar und ihm keine Dienste geleistet haben kann, um mit der Adoption beehrtzu werden, so muß wohl schon s?s sein Vater Alexander von diesem Kaiseradoptiert worden sein. Josephus' Stillschweigen darüber beweist nichts dagegen,da er dem Sohne Tiberius Alexander ebensowenig den Namen Julius gibt,und eben so wenig dem König Agrippa. Die Königsfamilie in Judäaund die Arabarchensamilie in Ägypten waren also in die Aen8 luliaausgenommen. Der Kaiser Claudius war zugleich mit Agrippa und demArabarchen Alexander befreundet. Bleiben wir einen Augenblick beiTiberius Julius Alexander stehen. Dieser muß auch den Titel Arabarchesgeführt haben, was aus einer hämischen Anspielung Juvenals folgt. In derSatire (I, 127 — 131) schildert er dis Tagesordnung eines vornehmen Römers,der unter andern müßigen Beschäftigungen sich auch die Ehrenstatusn nnsieht,welche auf dem Forum des Apollo stehen,
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Offenbar spielt er auf einen ägyptischen Arabarchen an, dessen Ehrenstatueneben anderen auf dem Forum aufgestellt war. Andreas Alciat (1517) hatrichtig aus Tiberius Alexander geraten, und ihm folgten Rudorfs^), LeonNenier und Lumbroso. Tib Jul. hat nämlich eine merkwürdige Karrieregemacht. Nachdem er vom Judentum abgefallen und zum römischen Kultusübergcgangen war, wurde er von Claudius zum Landpfleger von Judäa (46bis 48) ernannt. Im Jahre 63 hat er als „erlauchter römischer Ritter" denKrieg im Partherlande mitgemacht und wurde (66) von Nero zum PräfektenÄgyptens erhoben, was eine seltene Gunstbezeugung war, da nach Augustus'Anordnung kein Einheimischer an die Spitze der Prokuratur über Ägyptengestellt weiden sollte. Auf seine Anregung haben (69) die ägyptischen LegionenBespasian zum Kaiser proklamiert, wofür dieser und Titus ihm große Erkennt-lichkeit erwiesen. Wie Nenier nachgewiesen hat, war Tiberius Alexander beder Belagerung Jerusalems nicht als Führer einer Legion, sondern als prasikevtU8 praetorio tätig (rrarrmr rmv Das war
wieder eine große Auszeichnung. Allerdings hätte Vespasian ihn zum Senatormachen können: allein ein abergläubischer Wahn der Römer verbot, einenAlexandriner in den Senat zu versetzen, weil nach einer Sage dadurch derUntergang Roms unfehlbar eintreten würde. Da nun Tiberius Alexander demslavianischen Hause außerordentliche Dienste geleistet hat und dieses ihn dochnicht nach Verdienst belohnen konnte, so gestattete es, ihn an dem Triumpheüber Judäa, zu dessen Besiegung er beigetragen hatte, teilnehmen und seinestatna triumpbalie aufstellen zu lassen. Es ärgerte nun den römischen Sati-riker, daß ein Ägypter und ein Arabarch auf dem Forum einen Ehrenplatzhaben sollte. Das ist die einzig richtige Auslegung dieser Stelle. Wie Nenier
^) I-eon Lsuisr in lilsmoirss,4s l'aeackemis 4es ineeriptione et bslls8-lettree 4?. XXVI, Partie I, p. 297.
2) ^leiat, prastsrwi88ornm libri; Rudorfs, Rhein. Museum, Jahrg 1828,S. 156.
") Renier das. p. 30 l: ear v'set 4 s lui (4s Dibsrs Xlsxanclrs), on nspent en 4 outsr, gue .luveual a voulu parier 4au8 068 vere 4s »aPremiers satirs. In der Notiz fügt Renier hinzu: luvsnal n' aimait ui le,-Iniü-, ui lss IZAz-ptieiiZ.