Note 4. Die jiidäische» Ethncirchen oder Alabarchen in Alexandria. 641
Territorium, i» welchem der Oniastsmpel stand, nicht bloß die Stadt, hießOnion (j. Kr. VII. 10, 2): rr^aaerorke (/I«ra«l>) -ro?rd- 170 » ev rß 'Ovrnux»1o>^^xr> ^k) Vkd-V x«Ar1kti' rdiv 'Iouöo»«v. Dap das Territorium „Onion"
geheißen habe, steht nirgends.) Es müssen viele Judäer in diesem Territoriumgewohnt haben. Das „Heer des Onias," welches eine feindliche Haltunggegen Physkon annahm ( 0 . S. 638), bestand schwerlich aus Griechen oderÄgyptern, sondern höchst wahrscheinlich aus Judäern. Eine kriegerische Be-völkerung in diesem Territorium bestand noch zur Zeit Julius Cäsars. Daszur Befreiung desselben in seiner bedrängten Lage in Alexandrien durch dieseGegend heranrückende Bundesgenossenheer mußte sich mit den Judäern freund-lich auseinandersetzen, weil diese durch ihre Menge und ihre kriegerische Haltungdem Durchmarsch Widerstand und Hindernis entgegenzusetzen drohten (Jos..Int. XIV. 8, 1. bell. .Incknie. I. 0, -1): ... nt -r^v 'Ovlon ^rgoa-
«/opeuo/rex^x xarö^ovrk?' ^ 0 «» <!e '/on4«1o- ^t)-ürrrrot. Sie wurden erstdurch Antipaters Zureden mit Hinweis auf den Willen des Königs Hyrkan IIfür Cäsar gewonnen. Daß diese Judäer aus dem Territorium Onion kriegerischund der Cleopatra, Philomstors Tochter, treu waren, bezeugt auch die bereitsangeführte Notiz bei Strabo (Jos. XIII. >0, 4). Die meisten Ägypter, welcheCleopatra, die jüngere, nach Cypern zur Bekämpfung ihres rebellischen SohnesLathurus gesandt hatte, gingen zu ihm über, aber treu blieben nur „dieJudäer aus Onion," weil ihre Stammes- und Glaubensgenossen Helkias undAnanias bei der Königin viel galten: /nöxo- öe »k ex ry? 'OxtorO) !-/<>-^kvor '/ouöottor ani^uexox. Nebenbei sei bemerkt, daß nicht Strabodiese Tatsache berichtet, sondern ein Augenzeuge, der dabei beteiligt war:
„die mit uns zusammen sNiese hat H^ix nicht in den Text ausgenommen)(nach Cypern) gekommen waren." Cleopatra hatte also die Judäer aus demTerritorium Onion zur Bekämpfung ihres feindlichen Sohnes nach Cypern ge-sandt, und diese blieben ihr treu, während die übrigen Truppen zum Feindeübergingen.
Ziehe» wir jetzt das Fazit. In der Gegend von Onion, wo Onias IVein Kastell und einen judäischen Tempel erbaut hatte, wohnten kriegerische Judäerzur Zeit Philometors, seiner Gemahlin Cleopatra, noch zur Zeit Cleopatras, derjünger», und auch noch zur Zeit Cäsars. Diese Gegend wurde der heliopoli-tanische Nomos genannt. Dieser Nomos gehörte zum arabischen TeileÄgyptens. Die Judäer dieses Nomos hatten also einen eigenen militärischenBezirk inne. Da dor. ein Tempel stand, so verstand es sich von selbst, daß nurein Judäer die politische und militärische Gewalt darüber hatte, weil einHeide, Grieche oder Ägypter, jeden Augenblick Eingriffe in die innersten An-gelegenheiten hätte machen können. Wer hatte zuerst die Oberleitung diesesjudäischen Bezirkes? Gewiß kein anderer als Onias, der Begründer diesesjudäischen Gemeinwesens. Er leistete dem Königspaare größere Dienste, alsdaß es Anstand genommen haben sollte, ihm die über diese Gegend zuübertragen. Überdies war er Strategos dieses Königspaars. Es ist daherganz in der Ordnung, daß er den Titel Arabarches, Herrscher überdiesen arabischen Nomos, erhalten hat. Es war kein leerer Titel sondernwar mit der faktischen Herrschaft über den arabischen Nomos verbunden. Seine
*) Falsch gibt die lat. Übersetzung diesen Passus wieder ex Onins t'aetionsInckasi. Es wäre» nicht Onias Parteigänger, sondern Judäer aus Onion.
Er aetz, Geschichte der Juden. III. 41