Druckschrift 
3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
Entstehung
Seite
638
Einzelbild herunterladen
 

638

Geschichte der Juden.

nietor diese Insel doch nicht aus. Im Jahre 154, zur Zeit, als der Konsul(juintns Opimius zum Kriege auszog, war Physkon wieder in Rom, um Klagegegen seinen Bruder zu führen, und der Senat sprach ihm wieder Cypern zuunv forderte die Bundesgenossen auf, ihm beizustehen (Polybius 33, 5 vgl.Lliutvn, I?asti üelleuioi III, p. 387). Aber Philomelor achtete auch diesmaldie Entscheidung des Senats wenig. In dieser Zeit brach ein Krieg zwischenden Brüdern aus. Philometor hatte ein großes Heer um sich und konnte denBruder hart bedrängen (Oioäor lilxesrpta 31, 33,. ^VesselinZ', II 588)iDamals bei diesem zweiten Bruderkrieg leisteten Onias und Dositheos großeDienste. Sie waren die Feldherren des ganzen Philometorischen Heeres

zog Philometor nach Syrien, um sür Alexander Balas gegen Demetrios Parteizu ergreifen, (I Makk. IO, 57). Er muß also damals in völligem Besitzseiner Macht gewesen sein. Der Krieg zwischen Philometor und Physkon mußalso diesem Unternehmen vorangegangen sein, also zwischen 154 und l5l>. Biszu seinem Tode 14li genoß Philometor Ruhe von seinem Bruder. Über dieBorgänge nach dessen Tode sind die Quellen sehr dürftig und zum Teil wider-sprechend, und daher läßt sich nicht genau bestimmen, welchen Anteil Oniasdaran hatte. Justinns (35,5) stellt es so dar, als wenn nach Philometors Todeseinem Bruder Physkon durch Gesandte das Reich und die Witwe seines Bruders,eben die Königin Cleopatra, seine Schwägerin und Schwester, angetragenworden wäre. ,4.t in ^eZ^-pto mortuv rsA« I?tolsniaeo, ei yni LJrenis re-Knaüat ktoleuurev (Uliz'ssoni) per lsKatos reß'iiuiu st uxor Olsopatra. rstzlua,soror ixsius, äetertur. Weiterhin deutet er an, daß Physkon von der Be-völkerung berufen worden sei: non mitinr (Ural.) in populäres, yni snin vo-caverairt (?tvl.). Auch Porphyrius gibt an, daß Physkon aus Kyrene zurÜbernahme der Negierung zurückgerufen worden sei (in Eusebius' Chronicon)k- L Lilko/tr^c. Tiodor dagegen deutet an, daß das

kyrenäische Heer Physkon nach Ägypten geführt d. h. ihm die Krone erkämpfthätte (sxserpta 37 p. 595) io U'ro>o,nü rmr

roüe a »! oc r tt r Ok / ,l I'r « ? ir «üror Ltc ^4 t / r--r r o 1'.

Physkon hat demnach nicht auf gütliche Weise das Reich erlangt. Dasselbescheint aus Josephus hervorzugehen, daß nach dem Tode Philometors einBürgerkrieg in Alexandrien ausgebrochen sei, indem Physkon sich mit GewaltÄgyptens habe bemächtigen, Cleopatra und ihre Söhne verdrängen wollen, unddaß Onias gegen ihn und für Cleopatra Krieg geführt, dieselbe Trene, die erihr und Philometor bewiesen, auch ihr bewahrt und sie nicht verlassen habe.

0 )'üo Aüaxoiv . . . ä/70.ytti'OTTO - oci'rol TOö ttörl^ /7ro).k/ialov TOÜ ckulo-

st ütms rstz'is, Ul. IP8S ISKNNIN iujusts stürmst appiiourst; proprer lraso erAOOnias aävsrsus snin üsllnm pro Olsopatra snseepit st tiäsm, gnamüaburt orroa reAes, negualinain in nseessitats äesernit. Demnach wäre demVertrage, daß Physkon die Regierung und die Königin erhalten sollte, einKrieg vorangegangen, in dem Onias sür Cleopatra gekämpft hat. Das folgtauch aus dem buchstäblich angeführten Zitat aus Apions Schrift: ,,n-r» ralu»'Orio,? k-ri Till-.-,' orparov ö-.t,-or", daß Onias gegen Alexandrien ein

geringes Heer geführt habe. Durch tue angedeutete Verbindung dieses Satzes

Ü Von diesem Passus an fehlt das griechische Original und ist nur ausRufinus' lateinischer Übersetzung erhalten.