Note 4. Die judäischen Ethnarcheu oder Alabarcheii in Alexandria. 637
Steht aber das Resultat fest, daß die Arabarchcn die Oberleitung über den öst-lichen Teil von Ägypten inne hatten, welcher Arabien hieß, wozu auch Helio-polts gehörte'), so müssen notwendigerweise irgend einmal Judäcr dieseOberleitung inne gehabt haben. Denn nichtjudäische Arabarchen odcrAla-barchen kennen wir aus der ersten Kaiserzeit gar nicht. Diese Würde oder disEthnarchie oder Arabarchie muß sich auf ihre Nachkommen, die NrabarchenAlexander und Demetrios, vererbt haben. Wir bemerken hier gleich, daß derBeamte der Kommunalangelcgenheitcn der griechischen Bevölkerung in Alexandrien,welcher den Würdenamen führte und sich in Purpur kleiden durfte,
dieses Amt und diese Würde in einer Familie vererben durfte (Strabo p. 782vgl. Marquardt a. a. O. S. 287 nach corpns iin-eriM. 4734, 4755). Das Wortstammt wahrscheinlich von den Athenern, bei denen die Exegeten aus demAdelsgeschlechte zuerst die heiligen Gesetze auszulegcn nnd dann auch die Aufsichtüber das wichtige Amt der Totenbestattung hatten. Ebenso wie die Exegesie mußs?j auch die Ethnarchie und die Arabarchie, die, wie wir erkannt haben,zusammenfallen, in einer judäischen Familie erblich gewesen sein. Nur s?j durcheine solche Annahme wird das Rätselhafte in der Arabarchenfrage gelöst. Einerder Ptolemäer muß einmal einem angesehenen Judäer ein Amt über den arabischenTeil Ägyptens übertragen und ihn zum eruanut haben, da doch
der Name auf griechischen Ursprung und also auf die Ptolemäerzeit weist.
Wir brauchen nicht lange zu raten, welcher Ptolemäer einen Judäer miteiner solchen Würde und einem solchen Amte bekleidet hat. Es kann keinanderer als Ptolemäus VI Philometor gewesen sein, von dem Josephusberichtet (contra, Apionsm II 15): er und seine Frau Cleopatra haben Oniasund Dosith eos ihr ganzes Reich anvertraut und sie zu Strategen ihrerganzen Armee gemacht (contra ^.pionem II 5): 0 <!i
'/ovüc-id-. Diese Tatsache gab selbst der schmähsüchtige und judenfeindUcheApion zu, obwohl er die Stellung der Judäer in Alexandrien in Gegenwartund Vergangenheit herabzudrücken bemüht war. Auch er berichtete, daßOnias einmal gegen die Stadt (Alexandrien) ein kleines Heer geführt,während der römische Gesandte Thcrmus (?) anwesend war (bei Joseph,das.): r-ri Trol.er ol.l/tii', oi'ro? Lxel (?)
rod ä xal Troeovi'ros (?). Die Zeit, in welcher
Onias und Dositheos dem Königspaare Dienste geleistet, und in welcherder erste allein für Cleopatra auftrat, kann chronologisch näher bestimmtwerden. Vom Jahre 170/169 bis 165/164 regierten beide Brüder Philometorund Physkon (Eucrgetes II) gemeinschaftlich. Darauf wurde der ältereBruder von dem jüngeren verdrängt, wanderte in kläglichem Aufzuge nachRom und wurde vom Senate wieder in sein Reich eingesetzt (I-ivins spitoms46): reüt.itntns est. (l?tolsma.enk;); ol (PorphyriuS bei
Eusebius). Damals haben die judäischen Feldherren nichts für Philometor ge-leistet. Onias war damals noch zn jung und ohne Bedeutung. Den Römernbeliebte es aber damals, eine Teilung des ägyptischen Reiches zu statuieren,Physkon erhielt Kyrens als Königreich, das von Ägypten getrennt wurde.Er war aber mit dieser Teilung unzufrieden, verlangte noch dazu Cypern undbestürmte öfters den Senat mit seinen Prätensionen. Obwohl Rom, umÄgypten zu schwächen, ihm das Recht aus Cypern zusprach, so lieferte Philo-
') Strabo XV. 30 p. 866 H ^,7- onv '747/vv rrvl.r? rr