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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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632
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Geschichte der Juden.

6.32

zustande»: die administrative, richterliche und kommerziell-politische(nach Strabo, wovon weiter unten). Dieses Oberhaupt wird als Ethnarchbezeichnet. Einmal wird dieser Leiter mit dem Namen Genarch genannt.Beides bedeutet einen angesehenen Mann an der Spitze einer Volksklasse,welcher einem Souverän verantwortlich ist. Dieses Amt oder diese Würde istaber erst für die augusteische Zeit bezeugt. Aus derselben Zeit wird aber auchdas Vorhandensein eines Amts- oder Würdentitels bezeugt, welcher Alabarchlautet. Die Frage entsteht nun: sind die beiden Titel identisch oder nicht,und was bedeutet der letztere? Sieht man sich nämlich zwei Stellen, woJosephus von Alabarchen spricht, genau an, so erhält man den Eindruck, daßes eine Art fürstlicher Würde gewesen sein muß, mit welcher der Inhaberbekleidet war. Das eine Mal (Xntig. XX, 5, 2) gebraucht er, um die Be-deutung des Alabarchen Alexander, des Vaters des Tiberius Alexander, ;ubezeichnen: roll tv Alabarchi-

sieren bedeutet doch viel mehr s?s als bloß ein beschränktes Amt verwalten.An einer andern Stelle (das. 7, 3) sagt Josephus von einem Alabarchen Dc-metrios aus, mit dem der König Agrippa II. sich verschwägert hat, er habedie Alabarchie inne gehabt: röre «vröe Josephus

will an dieser Stelle eigentlich die Verbindung motivieren, wie denn der judäischeKönig, der die eine Schwester an den König von Cilicien verheiratet hatte, dieandere Schwester einem DemetrioS gegeben hat: es sei keineswegs eine Miß-heirat gewesen, denn dieser Demetrios gehörte durch Abstammung und Reichtumzu den Ersten, und außerdem hatte er damals die Alabarchie inne.Daraus folgt ohne weiteres s?s, daß es nicht eine bloße untergeordnete Be-amtenfunktion, sondern eine höhere Würde gewesen sein muß. Auch aus derStelle, welche N. Brüll zu dieser Frage glücklich herbeigezogen hat (GeigersZeitschrift für Wissenschaft und Leben III Jg., 18841865, S. 281), geht dasselbehervor. Ein R. Joss erklärt das Wort 712» in der Genesis durch 2-2728, und diesesdefiniert er, daß alles unter seiner Verwaltung stehe (Sifre zu Deuteronom, 1, 1 ):rmn 2M2i-i 2-2:2: 82.7 r.iv (^2-2728 »8.-: 772.-: pur- . . . .7,222717 72 'er 2 12»2-7-12 P7U 72 7 p MM pn:i 7i2n:e- ,7>. Brüll hat sehr treffend 2-2728 auf Ala-barch es zurückgesührt. Im zweiten Jahrhundert, in welchem dieser Josegelebt hat, muß demnach der Alabarch noch eine hohe Stellung eingenommenhaben. Offenbar hatte dieser Jose einen judäische» Würdenträger im Sinne,der noch zu seiner Zeit in Ägypten in Ansehen gestanden haben muß. Denner vergleicht diesen 2-2728 mit Joseph in Ägypten und dessen Würde mit derdes 772 N, mit welcher Pharao Joseph benannt hat. Mag die Alabarchie imvierten Jahrhundert zum Zollamt herabgesunkcn sein, wovon w. u., in dervorangsgangenen Zeit hatte der Titel noch einen vollen Inhalt s?s, der ägxyentsprechend.

Aus Philos Darstellung ergibt sich keineswegs, daß dieses Amt inAugustus' Zeit aufgehört hatte (in I?1aeenm 1 ü,. Mangey II, 257 ff.). Erwill in der Auseinandersetzung die Leiden der alexandrinischen Judäer unterCaligula durch den Präfekten Flaccus schildern. Die Ruchlosigkeit des gegendie alexandrinischen Judäer in Haß entbrannten Flaccus will er dadurch nochmehr pointieren, daß dieser Wch eine unerhörte Untat begangen habe:e-rkr-oyori- r-irvTräi- rrr« k/rrAearv. Er habe nämlich 38

*) M. Friedmann statuirt richtig die L.-A. 2-2728 mit einer S-Endungaus dem Jalkut, statt 2 - 2-28 in den Ausgaben.