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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Geschichte der Jude».

judäischen Peripatetikers Aristobul, der unter Philomctor gelebt und seinoder exegetische Bücher an diesen König gerichtet hätte. Hoffentlichwird die Überzeugung durchdringen, daß an diesem Aristobul, an dem allesfalsch ist'), auch der Name eine vorgenommene Maske ist. Selbst die Annahme,daß er ein Anhänger der peripatstischen Philosophie gewesen sei, ist aus denAuszügen aus seinen Schriften nicht erwiesen. Stellen, welche Zeller zum Be-weise dafür anführt (a. a. O. S. 222 N. 7) beweisen nur, daß Pseudo-Aristobuldie Existenz einer peripatetischen Schule gekannt, aber nicht, daß er selbst dazugehört hat. Streng genommen kann man ihn nicht einmal als philosophischenSchriftsteller gelten lassen. Aus dem Zitat bei Anatolius, daß Aristobul dieZeit des Pascha oder öla/la-ryy-a bestimmt habe, gerade zur Zeit der Kon-junktion des Frühlingsäquinoktiums nach dem Stande des Mondes und derSonne, würde allenfalls folgen, daß er zur Zeit gelebt hat, als dieses Opfernoch dargebracht wurde, also vor dem Untergang Jerusalems. In der Zeitzwischen Philo und der Tempelzerstörung, zwischen 50 und 70, war die judäisch-hellenistische Literatur noch fruchtbar. Die unechten Schriften Philos de ineur-rnptidilitats mundi und der Auszug daraus de inuinlo und andere, fernerdas IV. Makkabäerbuch, vielleicht auch einige Sibyllinen gehören dieser Zwischen-zeit an.

Fassen wir das bisher Auseinandergesetzte zusammen. Es existierte eureSchrift in zwei Büchern, welche von den Kirchenvätern benutzt wurde, unterdem Autornamen Aristobul oder Agathobul. Der Verfasser gab sich alsLehrer des Königs Ptolemäus VI. Philometor aus, dem diese Schrift gewidmetwar. Sie redete den König in zweiter Person an. Der Verfasser gab sichauch, wie es scheint, als Anhänger der peripatetischen Philosophenschnle ans.Er behauptete darin, daß die griechischen Philosophen Plato, Pythagoras undselbst Sokrates mehr oder weniger aus Moses Gesetzbuch oder ans dem Juden-tum geschöpft hätten. Er behauptete ferner, daß auch griechische Dichter ausdemselben mancherlei entlehnt hätten. Alle diese Denker und Dichter hättenans dem Gesetzbuche Moses schöpfen können, weil es sehr früh, noch lange vorder Entstehung der griechischen Übersetzung des Pentateuchs unter PtolemäusPhiladelphus und Demetrios Phalereus von andern übersetzt worden sei.Diese mosaische Gesetzgebung sei daher von den Trägern der griechischen Ge-dankenwelt als erhaben, heilig und göttlich anerkannt worden. So sei es auchin der Tat. Zwar kämen in ihr Ausdrücke vor, welche scheinbar Gott ver-menschlichen; aber man müsse hinter dem Wortlaut etwas Höheres suchen. Umdie Anthropomorphismen zu eliminieren, hat die Schrift eine tropische Aus-legung angewendet. Noch hat sie manches über die Paschahfeier und über dieZeit, in welche sie falle, enthalten.

Überblickt man das ganze Gebiet der hellenistischen Literatur und nimmtman die Erzeugnisse aus, welche an die eigenen Volksgenossen gerichtet sind,wie die Makkabb. II. III. IV., so scheinen die übrigen in zwei Klassen zu zer-fallen und verschiedenen Perioden anzugehören. Die ältesten, Eupolemos, Ar-tapan und auch noch Pseudo-Hekataios habe» lediglich eine apologetische

') sAuch Elter (de AuoiuoloZIorum Z'rasooruiu Iliat, atqus orig-insparke. VIX. Bonn 1804/5) hat die Unechtheit der ganzen Schrift Aristobulsmit siegreichen Gründen, gegen welche die Einwürfe Schürers (III 388 ff.)nicht aufkommen können, nachgewiesen. Vgl. auch Wendland, Byzant. Ztschr.VII (1898), S. 445 und Cohn, Monatsschrift pp. XI/I (1897), S. 288.s