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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Note ll. Die judäisch-hellenistische Literatur.

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wollen, daß er aus Ignoranz den atheniensischen Archonten Demetrios Phale-reus mit einem für die Judäer günstigen Schriftsteller Demetrios kombinierthat, und endlich, daß das ganze historische Gewebe als nichts anderes,denn als eine Fiktion anzusehen ist Jetzt läßt sich mit der Annahmeeiner Sage nicht mehr durchkommen. Es steht melmehr kritisch fest, daß derVerfasser der Aristobulischen Schriften den Aristeasbrief bereits vor sich gehabthaben muß, ebenso wie Philo und Josephus, und daß er die in diesem Briefe er-zählten Fiktionen als geschichtliche Tatsachen betrachtet und benutzt hat. Darumkonnte er, zur Begründung seiner kecken Behauptung, daß die Griechen ihr bestesTeil von den Hebräern entlehnt hätten, den Satz hinstellen, ein Teil des Pen-tateuchs sei noch vor Philadelphus ins Griechische übersetzt worden.

Hat nun der Verfasser den Aristeasbrief gekannt und darauf weiter ge-baut, so muß er unbedingt nach dem Verfasser desselben gelebthaben. Seine Schrift kann also nur in der Zeit nach der Regierungdes Kaisers Tiberius geschrieben sein. Er will allerdings zur Zeit desKönigs Philometor geschrieben und mit ihm verkehrt haben. Denn diesenPunkt hat Valckenaer zur Gewißheit erhoben, daß der König, an den dieSchrift gerichtet ist, der sechste Ptolemäer sein soll. Clemens' ausdrückliche An-gabe:an den König Philometor" (o, S. 621), ist entscheidend gegenEusebius' Unbestimmtheit:an den König Ptolemäus," und gegen Anatolius'von Verwirrung zeugende Darstellung, als wenn dieexegetischen Schriften"Aristobuls den beiden Königen, Philadelphus und seinem Vater, gewidmet ge-wesen wären, Nun, den König Philometor hat der Vers, zu seiner fingiertenDarstellung geradezu ausgesucht, wie er auch mit Überlegung den Namen Ari-stobul angenommen hat. So viel wußte er aus der Überlieferung seiner Um-gebung, daß unter allen Ptolemäern keiner so sehr die Judäer begünstigt hatund mit ihnen in Verkehr war, wie Philometor. Dieser eignete sich demnacham besten zur Rolle eines Fürsten, der sich fürs Judentum und judäischePhilosophie interessiert, ein Gespräch darüber mit einem Vertreter des Juden-tums geführt und die Widmung einer Schrift darüber angenommen habenkönnte. Dann hatte der Verfasser auch das Sendschreiben der Palästinenser andie ägyptischen Gemeinden wegen der Feier der Tempelwsihe gekannt, das ander Spitze des zweiten Makkabäerbuches steht; vergl, Note. Diesem Send-schreiben entnahm die Aristobulische Schrift die Tatsache, daß ein Judäer beieinem Ptolemäer die Funktion eines Lehrers gehabt hat. Wollte der Verfasserdie Fiktion durchführen, daß ein judäischer Philosoph einen Ptolemäer überdas Judentum belehrt hat, so eignete sich wiederum keiner besser zu dieserRolle, als eben dieser Aristobul, der Lehrer des Königs Ptolemäus, ClemensAlexandrinus und Anatolius geben ausdrücklich an, daß der Verfasser derAristobulischen Schrift mit Aristobul, dem Lehrer des Königs, identisch ist.Wahrscheinlich haben diese Kirchenväter diese Identität in der Schrift selbst ge-lesen. Haben sie bloß kombiniert, so waren sie von richtigem kritischem Taktgeleitet. Das Sachverhältnis ist auch nicht anders aufzufassen. Der Verfasserhat sich mit diesem Aristobul, de», Lehrer des Königs Ptolemäus, identifiziert,um seine Fabel von dem Zwiegespräche eines judäischen Philosophen mit einemPtolemäer glaublicher zu machen. Der Verfasser hieß keineswegs Aristobul;er verdient nur den Namen Pseudo-Aristobul, wie der Verfasser desAristeasbriefes nur chs Pseudo-Aristeas angesehen wird. Die beabsichtigteEskamotage ist ihm gelungen: nicht bloß die leichtgläubigen Kirchenväter, sondernauch gewiegte Kritiker behaupten noch heute die historische Existenz eines