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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Geschichte der Juden.

man gar keinen Glauben schenken darf. Soll man ihm glauben, daß einPtolemäus sich so eingehend mit dem Pentateuch beschäftigt hat, daß er An-stoß an den Anthropomorphismen in demselben genommen und Fragen des-wegen aufgeworfen oder an den Verfasser gerichtet habe? Verrät der Ver-fasser nicht seine Fälschung durch die Wendung, daß er einmal bei dem König,au den seine Schrift gerichtet sein soll, die Kunde von der Übersetzung desPentateuchs durch Vermittlung des Demetrios Phalereus voraussetzt, und dochwieder denselben belehrt, daß diese Übersetzungunter ^em König, DeinemVorgänger, welcher Philavelphus zubenannt wurde" erfolgt sei? Braucht erdas deni Nachkommen dieses Königs zu bemerken, wenn er ihn von dem Vor-gänge bei der Übersetzung vollständig unterrichtet glaubte? Eine solche Dar-stellungsweise kann man nur als literarische Spiegelfechterei bezeichnen. Siewollte nicht für den König, sondern für das lesende Publikum den ägyptischenHerrscher bezeichnen, welcher sich für die vollständige griechische Übersetzunginteressiert haben soll.

Alle Kritiker von Kompetenz, Hody und Richard Simon, haben dahermit Recht den Aristobul samt seinem zu den Pseudepigrapheu

geworfen. Auch Kritiker der Neuzeit haben die Aristobulische Schrift oderseine Schriften für unecht erklärt, darunter auch Lobeck (Aglaophamus I, 448).Zeller hat dagegen eifrig für die Ehrenrettung derselben plädiert (Philosophieder Griechen III. 2^, S. 257 fg. und besonders in den Noten). Er setzt diesenAristobul mit Valckenaer in Philometors Zeit um 160 ante. Aber einen Be-weis für die Echtheit konnte er nicht beibringen, der doch erforderlich wäre,wenn fast jede in dieser Schrift aufgestellte Behauptung auf den ersten BlickFälschung und Erfindung verrät. Die Widerlegung Zellers gegen den Haupt-einwand von der Entstehung der Septuaginta unter Philadelphus' Patronat,ist durchaus unhaltbar. Zeller meint, die Sage von der Beteiligung Phila-delphus' und Phalereus' an dieser Übersetzung könnte in Umlauf gewesen sein,und Aristobul habe sie für seinen Zweck benutzt. Allein dieser Einwand be-weist zu viel oder gar nichts. Hat man unter den alexandrinischen Judäernnoch vor Philome tor geglaubt,daß die Septuaginta durch Anregung desPhiladelphus und Demetrios Phalereus entstanden sei," dann muß dieser Glaubenicht bloß eine Sage, sondern eine Tatsache gewesen sein. Denn zwischenPhiladelphus und der Zeit vor Philometor läge vielleicht kaum ein halbesJahrhundert. Philadelphus starb 248 und Philometor kam 181 zur Regierung.Also innerhalb dieser 50 oder 80 Jahre, in welcher noch einige gelebt habenkönnen, die in ver Zeit der Übersetzung bereits gelebt haben, soll die Sage imUmlauf gewesen sein?

Indessen ist das ganze Räsonnement unrichtig. Nicht eine Sage hatPhiladelphus und Demetrius Phalereus mit der Septuaginta in Verbindunggebracht, sondern ein einziger Schriftsteller, der Verfasser des Aristeasbriefes,und dieser hat aus einer falschen Kombination den letzteren hineingezogen,weil er aus Unkenntnis der Literaturgeschichte den judäischen ChronographenDemetrios mit Demetrios Phalereus identifiziert hat (vergl. o. S. 591 f.).So lange man im Dunkeln über den Verfasser dieses Briefes tappte, konnteman allenfalls annehmen, die Philadephus-Demetriosgeschichte sei eine Sagegewesen. Jetzt aber ist die Illusion verflogen. Es ist unwiderleglich svergl.die Bemerkung oben S. 599) erwiesen, daß der Verfasser des Aristeasbriefesin der Zeit des Kaisers Tiberius geschrieben (o. S. 590 ff.), daß er mit seinemSchreiben eine Apologie gegen die Verleumder des Judentums hat geben