Note :i. Die judäisch-hellenistische Literatur. 627
werden, daß das Gesetz eines der Hauptfeste mit dem astronomischen Gange inEinklang gebracht habe.
Nun die Fälschung blickt aus jeder Zeile dieser Schrift heraus. EinSchriftsteller, welcher behauptet, daß die griechischen Dichter und Philosophenaus Moses Gesetzbuch ihren Gedankeninhalt entlehnt hätten, und um dieses zubeweisen, dis Keckheit hat aufzustellen, ein Teil des Pentateuchs sei noch vorAlexander dem Mazedonier und vor der Perserherrschaft ins Griechische über-setzt worden, ein solcher Schriftsteller muß als Fälscher beurteilt werden, dem
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«tLtt77o^kükot-aL 7/kHst«, Xttl 7?/,' ikr. Die Rätselhaftigkeit des Elii-
gaiiges von zivei Agathobulen, welche beide den Beinamen „Lehrer" gehadthaben sollen, von denen sonst keine Andeutung vorkommt, ist bisher nichtgelöst. Valckenaer hat darüber gespottet (p. 26 ), aber nichts daraus machenkönnen. Der Passus scheint versetzt zu sein Darauf führt das -rr/x-.ckrü«ox«-.-ur. Wenn einer von diesen genannten Personen den Beinamen„Lehrer" verdient, so ist es doch wohl Äristobul. der von Clemens undEusebius mit dem „Lehrer des Königs Ptolemäus" identifiziert wird. Es mußalso zunächst gelesen werden: rr»-.«to7k§>,„7 ^k^rorosioü-.ou. ? 7 /,«So/ 7 o,> 2 ou,
beiden/ welche noch älter als Philo^unv Josephus waren, nämlich Aristobulund Agathobulos, beide zubenannt „Lehrer", haben über die astronomische Zeitder Paschafeier geschrieben, besonders aber Aristobul, welcher unter den Dol-metschern aufgezählt ist u. s. w. Aber wer war Agathobulos, von dem sonstnichts bekannt ist? Darauf läßt sich leicht antworten. Agathobulos undAristobulos war ein und derselbe Namen. Epikurs Bruder wird voneinem Schriftsteller Agathobulos und von einem andern Aristobulos genannt(vgl. Pauly, Reallexikon s. v.). Ariitobuls aw-rc-^w hatte in einigen Codicesoder in einigen Exzerpten aus dessen Schrift den Namen Agathobulos, undAnatolius, kritiklos wie er war, hat zwei Schriftsteller daraus gemacht. Danur Aristobul den Beinamen i!'rckttox«-.a? führte, so konnte Anatolius sagen,beide hätten diesen Beinamen gehabt: «,i,^ 07 k '§,„7 71,77 rrr-'x-.i/r Pulo-ox»-.«,,.Zum Beweise kann die Bemerkung über die Paschazeit dienen, welche Anatoliusnur aus Aristobuls Schrift zitiert: ^0 ,!r 77^«o7Ö,4ou-.o? 77^0071,27/0«'. Hierläßt er den Agathobulos völlig fallen. Wir können also den Agatho-bulvs eleminieren; aber wir gewinnen auch aus dieser Notiz, daß der Aristobul,welcher auch über die Paschazeit eine Art astronomische Bemerkung gemachthat, den Beinamen „Lehrer" geführt hat, d. h. mit dem in dem Sendschreibender Palästinenser an die ägyptische Gemeinde genannten i!2,!»ox«-.o? //ro).,-70Ü / 7 «or-.kw? identifiziert wurde. — Was das 8? er 70k? k,-t,!o,,,/xo„rttxc-ikr-.k/^tru; betrifft, io will Valckenaers Einwaud nicht viel sagen, daß cueserName unter den un Aristeasbrief aufgezählten 72 Dolmetschern in unseremTexte sich nicht findet. Wer kann denn für die Richtigkeit aller dort aufge-zählten Namen bürgen? Kann nicht Anatolius oder ein Vorgänger den NamenAristobulos darunter gelesen haben? Hat er ihn gelesen, so konnte er dieKombination machen, daß derselbe, welcher den beiden Ptolemäern die exege-tischen Bücher gewidmet hat. zugleich einer der 72 Dolmetscher gewesen sei.Solchergestalt har Anatolius' Text sein richtiges Verständnis. Allerbings,kopflos kombiniert hat er jedenfalls, daß er den Verfasser der exegetischen Bücherunter Philometor mit dem Dolmetscher unter beiden Ptolemäern, Philadelphiasund seinem Vater, identifiziert hat. Er hat sich von einer falschen Traditionim christlichen Kreise dazu verleiten lassen.
kst*