626
Geschichte der Juden.
zählt, daß der Berg im Feuer gebrannt, weil Gott herabgestiegen ist, Stimmenvon Posaunen seien vernommen worden und loderndes Feuer sei ohne Brenn-stosf gewesen. Ta nämlich nicht weniger als IVO Myriaden der Menge —ohne die Unmündigen — rings um den Berg in einem Umkreise von nichtweniger als fünf Tagereisen versammelt waren, so ist das Feuer von jedemOrte aus, wo sie lagerten, allen diesen sichtbar gewesen, so daß dieses Nieder-steigen nicht räumlich anzunehmen ist — denn Galt ist überall. Indem dieMacht des Feuers, das doch alles verzehrt, so wunderbar war, daß es ohneStosf brannte und nicht verzehrte, zeigte es nicht, daß ihm eine göttliche Machtinnewohnte? Das auf jenem Berge Wachsende, das doch sehr verbrennlich war,wurde nicht verzehrt, sondern jede Pflanze blieb vom Feuer unberührt. DieSchalle der Posaunen wurden mit dem Erscheinen des blitzenden Feuersaußerordentlich vernommen, ohne daß solche Instrumente wahrnehmbar waren,auch nicht einer, welcher Töne ausgestoßen, sondern alles ist durch göttlicheVeranstaltung geschehen. Dadurch ist augenscheinlich geworden, daß das Nieder-steten geschehen ist, indem die Schauenden das Einzelnste deutlich wahrge-nommen haben, ohne daß das Feuer brannte und ohne daß die Schalle durchmenschliche Kraft oder Vorrichtung von Instrumenten erfolgten, daß Gott seineErhabenheit ohne ein Mittel in allem zeige')."
Allegorische Auslegung kann man diese Ausdeutung keineswegs nennen ;sie will lediglich anthropomorphische Erzählungen von Gott beseitigen. DieseAuslegung hat durchaus keine Ähnlichkeit mit der maßlosen AllegorisicrungPhilos und seiner Vorgänger, welche dem Wortsinne Zwang angetan undabenteuerliche Etymologieen getrieben haben. Auch ein anderes Zitat, dasEusebius erhalten hat, und das als eine Art tropologischer Deutung erscheint,zeigt noch weniger einen allegorischen Charakter. Den Ausgangspunkt des-selben hat Eusebius nicht mitgeteilt, so daß es zweifelhaft bleibt, woran essich knüpfte. Indessen müssen doch allegorische Deuteleien in der AristobulischenSchrift vorgekommen sein, die vielleicht nur wegen ihres nichtssagendenCharakters von den Kirchenvätern nicht ausgezogen worden sein mögen. AusOrigenes' Replik gegen Celsus geht nämlich hervor, daß sie auch Allegorie«»enthalten hat. Auf Celsus' Spott gegen die abgeschmackte allegorische Auslegungdes Gesetzes erwidert Origenes, daß dieser Christenfeind von Philos Schriftenzu sprechen scheine oder von noch älteren, wie die des Aristobul^).
In dieser Schrift war auch wohl, was Eusebius aus Anatolius von Aristobulüber das Paschafest ausgezogen hat, es sei nämlich in die Zeit gesetzt, inwelcher nicht bloß die Sonne, sondern auch der Mond den Teil der Tag- undNachtgleiche des Frühlings durchgsgangen ist"). Es sollte wohl damit bewiesen
') Eusebius a. a. O. p. 377 o— cl. 378 a, — k. In kurzem Auszüge beiClemens Stromata IV. p. 268, 24 fg.
Origenes contra Lelsnin IV. Nr I, p. 543: k»-x- sn 4-
x«i rm kr/, «n/n-ari7.,„k.
t, 0 Ltt LarL r tt 14 L ar o 0 ü 2 a u.
Der Eingang zu rnesem Zitat i't auch für daS folgende wichtig.Eusebius Kirchengeschichte VlI, 32, 7 8. Es stammt ans Anatolius' Schrift
über den / ascha-Kanon. E-? lautet- 7i/oc>7k/r 4 kbr/r kx r/7?- r/erö -/I^
.«/./.« x»k rmx kr/ 7rc--.«larkp,„r, 14r«öo/?aü2m>- r,7,x
k/r/xli/r 4/4«ax«-. WI- I4^rnro/7oü2a» roi) kV r»r> k/74n/,//x»ir«
x«rsrlk)-,,k,-a? rak? r»? /k(i»? --«« Skr«? ///<>-
Xk,,«rw cki/).«4kVP,„ X«/ rm rvnrou ,r»rpr, X»/ k^z-/,r/x«; r-,