Note
Tie jndäisch--hellenistische Literatur.
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Interpolator (vgl. Joel, Blicke in die Religionsgeschichte des 2t. christl. Jahrh. I.S. 79 Exkurs I).
Die den Namen Aristobul tragende Schrift hatte jedenfalls eine systema-tische Anlage. Sie behauptete zunächst, daß der tiefere Gehalt der Philosophieund besonders der Gottesbegriff dem Judentume entlehnt sei. Ihre fernereTendenz mar, die Einwürfe zu entkräften, welche von den Anthropomorphismenim Pentateuch gemacht werden konnten und gemacht wurden. Sie läßt daherden König die Frage aufwsrfen: warum darin von Gliedern Gottes die Redesei. Es scheint, daß diese Ausstellung gegen den Pentateuch von griechischenLesern gemacht worden war. Die Schrift behauptet, die tiefer denkendenPhilosophen und Dichter hätten nicht bloß aus Mose entlehnt, sondern ihnauch wegen seiner Darstellung bewundert. Nur denjenigen, welche keinen Geistund keine Einsicht haben und an den geschriebenen Buchstaben sich halten,erscheine Mose, als wenn er nichts Bedeutendes verkündet hätte ^). Dis Art,wie die Aristobnlische Schrift die Anthropomorphismen auslegt oder allegorisiert,zeugt keineswegs von Geist, wie denn auch der Stil Schwerfälligkeit und Un-beholfenheit in philosophischer Terminologie verrät. Der Eingang beginntdamit, den König zu belehren, wie die Darstellung im Pentateuch aufzufassensei. Aber ohne Beweisführung wird vorausgesetzt,. daß hinter dem scheinbarverfänglichen Worte ein sehr tiefer Sinn stecke. „Ich will Dich ermahnen," soredet Aristobul oder die Schrift den König an, „die Ausdrücke in einemhöheren Sinne zu nehmen, einen angemessenen Begriff von Gott festzuhalten,und nicht in eine falsche und menschenähnliche Vorstellung zu geraten, denn oftverkündet unser Gesetzgeber in dem, was er sagen will, wenn er auch vonanderartigen Dingen spricht — ich meine dem Scheine nach — eine höhere(philosophische) Darstellung und die Ordnung erhabener Dinge." Statt einesBeweises für die Notwendigkeit einer höheren Auffassung der Anthropomor-phismen wird ein Zirkelschluß gemacht und auf die Bewunderung seitens derPhilosophen und Dichter für Moses Weisheit und göttliche» Geist und auf dieEntlehnung von demselben hingewiesen.
Sodann geht die Schrift auf drei anthropomorphische Bezeichnungen ein^):auf die „Hand Gottes", das „Stehen Gottes" und „Herab steigenGottes". Das erster« hört sich wenigstens gut an: „Hand" bedeute „Macht",was auch in der gewöhnlichen Redeweise gebraucht werde, dagegen erklärt dieSchrift das Stehen Gottes außerordentlich gezwungen, und diese Geschraubtheitmacht eine weitläufige Auseinandersetzung notwendig. Das Stehen bedeutedie von Gott eingesetzte feste Ordnung in der Natur, daß der Himmel niemalsErde werde und umgekehrt, daß Tiere und Pflanzen dieselben bleiben, daßalso alles unveränderlich sei und seinen Unterhalt in sich selbst habe.
Neu ist dagegen, was die Schrift von der dritten Anthropomorphie aus-legt. Die Auslegung ist ebenfalls schwerfällig gehalten und ergeht sich inTautologieen. Das Niedersteigen Gottes auf den Berg — nach der Schrift —ist zur Zeit geschehen, damit alle die Krafttütigkeit Gottes einsehen sollen:„Denn dieses Niedersteigen ist augenscheinlich, und man könnte es, mit derWahrung des Begriffes von Gott so auslegen. Es wird im Gesetzbuche er-
Eusebius a. a. O. Vllt l O, p. 376 e. rvk? -k-
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