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Geschichte der Jude».
jugendlichen sieben Brüder und ihrer Mutter in der Makkabäcrzeit! Die Be-deutung dieser Predigt tritt erst recht hervor, wenn man annehmen kann, daßsie gegen die oder den Gesetzesverächter gerichtet ist, gegen die Behauptung,daß weder die ethische Natur des Menschen noch der von der Religion oderdem Gesetze unterstützte Vernunftwille, der ruat/Sis? imstande sei,
gegen die fleischlichen Regungen des Menschen zu reagieren. Die Predigt wendetsich offenbar an judäische Bekenner, welche die heilige Schrift hochhielten, undwill eben daraus und aus anderen Beispielen beweisen, daß es auf diesemStandpunkte absurd sei zu behaupten, der Mensch vermöge sich nicht zu be-schränken, der Wille sei nicht stark genug, das Fleisch zu beherrschen. Manbeachte folgendes. Paulus behauptete, das Verbot im Dekalog: „Du sollstnicht gelüsten", habe erst das Gelüste wachgerufen und zum Bewußtsein ge-bracht, das nun weder durch die natürliche Einsicht, noch durch das Gesetzunterdrückt werden könne. Unser Prediger folgert das Entgegengesetzte daraus(e. 3 Ans. s2,5s): „Das Gesetz sagt „Du sollst nicht nach dem Weib deines Nächstengelüsten. Da es nun sagt, daß wir nach gar nichts gelüsten sollen, so hat es unsdamit überzeugt, daß der die Begierden beherrschen kann". — Man
erwäge noch die Auseinandersetzung von der Schöpfung des Menschen (das.):„Zur Zeit als Gott den Menschen geschaffen und ihn doch mit Vernunft undSelbständigkeit geschmückt Hai, da hat er ihm allerdings so-
wohl Gemütsbewegungen als auch sittliche Anlagen eingepflanzt fr»7r»K»/ r« hat aber den Geist auf den Thron zum Anführer gesetzt.
Diesem gab er ein Gesetz, von dem geleitet, er eine besonnene, gerechte, gute undmannhafte Herrschaft auszuüben vermag".
Klingt das alles nicht geradezu antipaulinisch? Nach dieser Theorie habeGott in das Innere des Menschen neben den Trieben auch die Fähigkeit, siezu beherrschen, eingepflanzt, und ihm außerdem noch das Gesetz zur Unterstützunggegeben. Vgl. die prägnannte Stelle«. 7 und Freudenthals Ausführung S. 62 ff.Nach Paulus dagegen ist das Fleisch so schwach, daß es sich garnicht zurethischen Freiheit aufraffen könne, und das Gesetz, weit entfernt, es zu kräftigen,macht es nur noch rebellischer. Ist die Predigt eine antipaulinische Polemikso ist die Apostrophe an die Zuhörer recht prägnant: „O Ihr Israeliten vonAbrahams Samen, gehorchet diesem Gesetze, indem ihr erkennet, daß derreligiöse Vernunstwille Herr ist". Paulus hatte behauptet, daß Abraham nichtdurchs Gesetz, sondern durch den Glauben gerecht befunden worden sei.Die scheinbare Tautologie 7r«räL^
könnte gegen diese Sophistik gespitzt sein. Hat diese Predigt Paulus'gesetzesfeindlichen Predigten entgegentreten wollen, so würden drei wichtigeMomente daraus gewonnen werden können: I. Die Predigt muß in den
fünfziger Jahren während Paulus' erfolgreicher Thätigkeit, in Kleinasien, Ma-zedonien und Griechenland gehalten worden sein, als dieser immer offener mitseiner Gesetzesverachtung hervorgetreten war. 2. Sie muß ans einem der Schau-plätze, wo Paulus Erfolge errungen hatte, gehalten worden sein, in Antiochien,Ephesus, Philipps oder Korinth, auf keinen Fall in Alexandrien. Man könntesie also nicht zur eigentlichen alexandrinisch - judäischen Literatur zählen.3. Man sieht, daß die gesetzestreuen Judäer den destruktiven Apostel auch mitden Waffen des Geistes bekämpft haben.
Außer dieser Predigt, die wahrscheinlich zur Feier der Tcmpclweihegehalten wurde, haben sich noch zwei Predigten erhalten, die Philo zuge-schrieben werden: äs 8ampson6 und äs äona. Beide waren ursprünglich