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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Note 3. Die judäisch-hellenistische Literatur.

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überwinden könne. Sie ist also nicht an solche gerichtet, welche vor demMärtyrertum standen, sondern an solche, welche das Gesetz gering-schätzten.

Es scheint fast, als ob der Prediger von der Macht des religiösen Ver-nunftwillens geradezu der Theorie des Apostels Paulus habe ent-gegentreten wollen. Paulus' Sophistereien gingen von dem Axiom aus,daß der Mensch ohne ganz besondere wundertätige Heilsveranstaltung gegen dasFleisch, die Gelüste und die daraus entspringende Sünde nicht zu reagierenvermöge. Der Leib, das Fleisch, sei nicht bloß Sitz der Sünde, sondern Urheberund Anreger derselben. Die Werke des Fleisches seien Ehebruch, Hurerei,Feindschaft, Zorn usw. lGalaterb. 5, lll fg ). In dem menschlichen Wesen steckeeinmal dieser unüberwindliche Gegensatz:Das Fleisch gelüstet wider den Geistund der Geist wider das Fleisch, dieselben sind wider einander, daß ihr nichtdas zu tun vermöget, was ihr wollt" <das. V. 17>. Aus sich selbst, aus seinerethischen Seclenanlage vermöge daher der Mensch wegen seiner fleischlichenVerdorbenheit nichts, gar nichts Gutes und Gottgefälliges zu tun. Nun habezwar Gott das Gesetz geofsenbart, welches den menschlichen Willen zum Dienstedes Guten anleiten und kräftigen solle. Paulus aber leugnete die ethische Kraftdes Gesetzes in entschiedener Weise:Wir wissen zwar, daß das Gesetz geistigist, ich aber bin fleischlich unter die Sünde (als Sklave) verkauft. Denn ich weißnicht, was ich tue; denn ich tue nicht, was ich will, sondern was ich hasse, tueich ... . Denn ich weiß, daß in mir, das ist in meinem Fleische, nichts Guteswohnt. Willen habe ich wohl, aber zu vollbringen das Gute reiche ich nichtaus .... Ich habe Lust an Gottes Gesetze nach dem inwendigen Menschen,ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das dem Gesetze meinesGeistes widerstreitet (cirrLo^arLU'/lkiwi' T'ttü ^ou) und nimmt

mich gefangen in der Sünde Gesetz (Römerbries 7, 1423). Paulus ging nochviel weiter in der Achtung des Gesetzes, um dadurch die christliche Heilsanstaltals notwendig erscheinen zu lassen. Das Gesetz habe nur noch dazu beigetragen,die Sündhaftigkeit zu mehren oder die in Unbewußtheit begangene Übertretungzu einer mit Bewußtsein ausgeführten Sündenschuld zu potenzieren.DieSünde erkannte ich nicht, ohne durch das Gesetz. Tenn ich wüßte nichts vonder Lust, wo das Gesetz nicht gesagt hätte:Laß dich nicht gelüsten" (Römer-brief 7, 7).

Die Predigt im IV. Makkabb. stellt nun das gerade Entgegengesetzteauf, und dieses bildet ihr Grnndthema. Sie stellt die Untersuchung an, obder religiös durchwehte Vernunftwille Herr der Gemütsbewegung ist (Eingang)und kommt durch mancherlei Beweismittel zu dem Resultate, daß er allerdingsalle Leidenschaften beherrschen könne, nicht bloß in inneren, sondern auch inäußeren sDingenss. Der Mensch vermöge durchaus seine Begierden oder seinFleisch zu bezähmen, nicht bloß Männer, sondern auch schwache Weiber (o. 16).Das ist der Kernpunkt der Predigt. Unter dem kiwk/7,)? versteht die

Predigt das von Gott geofsenbarte Gesetz. Dieses sei wohl imstande, diemenschlichen Neigungen oder das Fleischliche zu bezähmen (e. 3 s2(j). Die Predigtbeweist dieses besonders durch Tatsachen aus der biblischen Geschichte. Josephhat die Wollust besiegt (das.). David hat den brennenden Durst überwundenund das Wasser, das ihn laben sollte, für den Herrn ausgegossen. Jakob, dasIdeal der Weisheit, hat den Zornesmut verwünscht. Daniel und seineFreunde haben um des Gesetzes willen die Liebe zum Leben überwunden. Undnun erst die leuchtenden Beispiele der Märtyrer, des Greises Eleasar und der