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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Geschichte der Juden.

trefflicher Mann gewesen. Das wäre aber ein überflüssiges Lob. Denn wenneiner Person das Epitheton der beigelegt wird, so wird ohne

weiteres vorausgesetzt, daß sie diese Eigenschaft stets besessen habe, und ihr nichtetwa einmal im Leben untreu geworden sei. Man muß also bei der L. A. desgegenwärtigen Textes bleiben, und diese gibt, wie gesagt, über die Abfassungs-zeit dieser Predigt (denn eine solche ist das ganze Buch, wie Freudenthal un-widerleglich nachgewiesen hat) eine willkommene Handhabe, einmal daß siewährend der Periode gehalten wurde, in welcher absetzbare, ephemere Hpp.fungiert haben, also in der Zeit von Herodes abwärts, und dann daßsie der Zeit angehört, in der es noch Hohepriester gab, also noch derZeit des zweiten Tempelbestandes. Damit wäre die Annahme bestätigt,daß dieses Buch dem ersten christl. Jahrh. angehört, d. h. etwa der Zeit von30 vor bis etwa 66 nach. Dieser ausgedehnte Zeitraum läßt sich noch mehreinschränken. Freudenthal hat in seiner trefflichen Monographie über diesesBuch nachgewiesen, daß der Vers, einen Gedanken aus dem Buche der Weis-heit weiter ausgesponnen hat (a. a. O. S. 93). Es ist also von der Lapientiaoder von Pseudo-Salomo abhängig und jünger als dieser. Diese An-nahme wird noch durch andere Momente bestätigt. Für den Verfasser vonMakkabb. IV. ist das Gesetz des Judentums identisch mit der Weisheit oderder Philosophie. Er läßt sogar Antiochos Epiphanes das Gesetz als Mlooo-Pt« alseure Philosophie" bezeichnen (e. 5). Der Märtyrer Eleasar geht

auf diese Bezeichnung ein (das.):Du verspottest unserePhilosophie", alswenn wir in ihr nicht mit vernünftigem Handeln leben könnten cke

^-7-- (5, 22). Die Predigt redet den Märtyrer Eleasar apo-

strophisch als Philosophen eines göttlichen Lebens an: zvr/.äao/k Sc-or> /S/vu(7, 7), und indem sie sein Verdienst summarisch kennzeichnen will, weiß sie nichtsPrägnanteres von ihm (7, 9) auszusagen als:Du hast vermittelst DeinesTuns die Worte der Philosophie beglaubigt (das.):

Jakob wird vom Vers, geradezu der Hoch-

weise, genannt (o. 3, s2, 4j). Diese übertriebene Potenzierung des Gesetzes, daßes sich mit der Philosophie völlig decke, ist erst in Philos Zeitalter aufge-kommen. Der Aristeasbrief aus der Zeit des Kaisers Tiberius ist noch weitvon dieser Sublimierung entfernt; er begnügt sich apologetisch nachzuweisen,daß die judäischen Gesetze nicht so abgeschmackt seien, wie sie den Außenstehen-den erscheinen. -Erst die Lapieutia idealisiert das Gesetz und identifiziert esmit der Weisheit. Dem judäischen Volks ist unvergängliches Licht des Gesetzesfür die Ewigkeit gegeben (18, 4 u. a. St.). Der Vers, des IV. Makkab. hatalso erst nach der Entstehung der Lapientia gesprochen und geschrieben. Dieseist nach der Zeit des Bildsäulenzwanges unter Caligula 4142 entstanden(vgl. o. S. 614). Folglich ist die Predigt zwischen 4166 gehalten worden.Der tsrmiuus ack gnem 66 ist deswegen gerechtfertigt, weil die Predigt keineSpur von kriegerischer oder revolutionärer Aufregung oder von Gefährdungdes judäischen Staates verrät. Ihre Tendenz ist auch nicht, die Gemeinde, inder sie gehalten wurde, zu ermahnen, in Prüfungen des Religionszwanges wiedie Märtyrervorbilder standhaft zu bleiben, sondern ihr nahzulegen, demGesetz zu gehorchen. Diese Tendenz ist zusammengefaßt in Kap. 17 Endes18, 1j:O Israeliten, Nachkommen des abrahamitischsn Samens, gehorchetdiesem Gesetze!" Dis Predigt legt mehr Gewicht darauf nachzuweisen, daß derreligiöse Vernunftwille (» die Begierde, also das Lustgefühl

zu bezähmen im stände sei, als nach der andern Seite, daß er den Schmerz