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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Note 3. Die judäisch-helleiiistische Literatur.

(vergl. de Wette, biblische Einleitung, Z 26. 27). Wiedas Holz mit derRechtfertigung", so konnte auch ein christlicher Leser aus seinem eigenen dog-matischen Kreisedie unbefleckte Unfruchtbarkeit und die Kinderlosigkeit mitTugend", d. h. das Nonnenkloster, hineinbringen (3, 13; 4, t), Sätze, die sich auchtherapeutisch ausnehmen. Außer diesen Stellen hat man auch in Vers 16, 28eine cssäische Spur finden wollen, weil der Verfasser folgert: man müsse zumGebete der Sonne zuvoreileu und mit Gott vor dem Anfgehcu des Lichtes Zu-sammenkommen. Indessen war diese Eigentümlichkeit des F-rühbetens nichtgerade essäisch, sondern auch eine fromme Sille jener pharisäischen ppm,, welchedas Schema noch vor dem Aufleuchten der Sonne zu lesen begonnen haben(vergl. Bd II d, S. 419). Zieht man diese wenigen fremden Elemente ab, soerscheint das Buch der Weisheit als ein schönes Erzeugnis des alexandrinisch-judäischen Geistes, das unmittelbar nach der Leidenszeit der alexandrinischenGemeinde unter Caligula in die Welt gesetzt wurde, um die niedergebengte»Judäer aufzurichten und die Götzendiener mit ihrer Lasterhaftigkeit zu beschämen.Der Verf. war indessen mehr Dichter als Philosoph.

14) Das sogenannte dritte Makkabäerbuch gehört mit noch größererGewißheit in dieselbe Zeit. Ewald hat das Richtige erraten, daß es nachHerodes' Zeiten versaßt wurde und an Szene» erinnere, die unter Caligulavorgekommen .... Das Buch sollte dem Cajus ein weissagendes Geschichtsbilddarstellen (Gesch. d. Volkes Israel IV, S. 611614). Aber seine Beweis-

führung ist so vage und seine Auffassung des durch und durch abgerundetenBuches so verfehlt, daß er es nur als ein Bruchstück einer größern historischenSchrift ansah. Es hat vielmehr die ausgeprägte Tendenz, die leidendenalexandrinischen Judäer durch Gottvertrauen zu ermutigen und die Apostatenseiner Zeit zu geißeln, und dazu führt es eine fingierte Erzählung aus Philo-pators Zeit als Analogie vor. Das, was die alexandrinischen Judäer unterCaligula am meisten schmerzte, der Verlust der bürgerlichen Gleichstellung, sollteihnen schon, will der Verf. offenbar sagen, früher genommen werden (2, 30-32),und durch das Wunder der Elephanten sind sie ans Nöten und Gefahren ge-rettet worden, weil sie treu geblieben sind (6, 1841; 7, 17). Mehr alsdreihundert sind aber, um ihr Bürgerrecht zu behalten, zum Heidentum übcr-gegangen, wurden aber später von dem Könige den Treugebliebcnen zur Strafeüberlassen und getötet (2, 23; 7, 810). Zu diesem Zwecke wird gleich imEingänge der Apostat Dositheos, Sohn des Drimplos, eingesührt (1, 3).Das Buch spielt sogar auf Apions Schmähschrift gegen die Judäer an,daßsie wegen verschiedener Gottesverehrung und Absonderung von heidnischenMahlen dem Könige unddem Heere" (Legionen) gehässig seien, daß sie über-haupt gegen alle Völker Übelwollen hegten, und unter diesem Vorwände hättendie Feinde der Judäer den König überredet, schwere Strafen über sie zu ver-hängen (7, 4): .... i/anov?' oisror

während die Judäer doch, wie der Verfasser besonders hervorhebt, stets Treueund gute Gesinnung den Machthabern bewahrt haben (3, 34). Auch der Zugvon den Zusammenrottungen des alexandrinischen Pöbels, die Philo so an-schaulich beschreibt, fehlt in diesem Buche nicht (3, 8).

Tatsächliches liegt allerdings diesem apokrpphischeu Buche zugrunde,nämlich der Vorfall unter Physkon, welcher betrunkene Elephanten ans nackteund gebundene Judäer hatte Hetzen lassen, wobei die Bestien sich auf die Zu-schauer stürzten (bei Josephus gegen Apion 11, S>. Sogar den Umstand, daß