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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Geschichte der Juden.

halten haben". Das Buch tritt sogar indirekt den Anschuldigungen der judenfeind-lichen Schriftsteller von der Klasse der Apionen entgegen, als wenn das Juden-tum menschenfeindlich wäre. Es stellt zu diesem Zwecke den Satz auf, Gotthabe durch seine Werke sein Volk gelehrt, datz der Gerechte (Israel) menschen-freundlich sein müsse <12, 19): 4c oov rur lauv Lrr 4ct rvv 41-

Wie treffend ist der Leichtsinn und die Genuß-sucht der Alexandriner geschildert, und wie sie die Judäer wegen der verschie-denen Religionsweise verfolgt haben!Israel ist ihrem Anblick unerträglich,weil sein Leben und seine Wege von denen der andern so verschieden sind"(2, 15): Lrr ü s-ro? «vroü, xclt al avroü.

Die Heiden gelten ihm als etwas Unreines, und er rühmt sich Gottes alsseines Vaters. Darum wollen sie sehen, ob seine Worte wahr sind. Wenn derGerechte Gottes Sohn ist, möge er ihn halten und ihn befreien aus den Händenseiner Widersacher" (2, 16). Das ganze 2. und 3. Kapitel spiegeln die Leidender alexandrinischen Judäer vonseiten des griechischen Pöbels so treu ab, daßes erstaunlich ist, wie man das alles übersehen konnte. Bemerkenswert ist derVers (19, 16): Die Ägypter haben die mit Feierlichkeit aufgenommenen Judäer,obwohl diese derselben Rechte teilhaftig waren, mit schrecklichen Drang-salen gepeinigt:l r!c kt»ük!a/<ci-or rvn? 4,/ «ürlür-

rc4r»? ürxcrrMV 4c«-vt? kVoinmnolr 77UI-V!;. Scheinbar ist hier von denalten Ägyptern die Rede; aber das Hervorheben derGleichberechtigung"und der Verhöhnung derselben vonseiten der Ägypter weist entschieden aufdie Vorgänge in Alexandrien unter Caligula und dem GouverneurFlaccus hin. Der Verfasser war demnach Philos Zeitgenosse. Sein Buchwollte zugleich eine Schutzschrist für seine Leidensbrüder, ein Panegyrikus aufdas Judentum und eins Polemik gegen das Heidentum und die Kaiser-vergötteruug sein.

Man hat in dem Buche der Weisheit essäische Spuren entdecken wollen,und war mit dem Urteil bald fertig, den Verfasser zu den ägyptischen Thera-peuten zu zählen (Eichhorn, Gfrörer, Dähne und in neuester Zeit auchZeller). Vor allem hätte man aber christliche Spuren darin entdecken sollen,das heißt nicht etwa, daß der Verfasser ein Christ gewesen, sondern daß christ-liche Kopisten daran gepfuscht und ihre Dogmatik hineingebracht haben. Vers14, 7 ist ohne Zweifel ein Einschiebsel von christlicher Hand. Man vergegen-wärtige sich den Zusammenhang der VV. 17: Die Menschen vertrauen ihrLeben auf dem wogenden Meere einem zerbrechlichen Fahrzeuge an. Gott aberregiert es, denn er macht in dem Meere eine Bahn, darum können die Menschenihr Leben dem geringsten Holze auf dem Meere anvertrauen. Und als dieGiganten untergegangen waren, ist die Hoffnung der Welt (Noah) in einSchiff geflüchtet und hinterließ durch Gottes leitende Hand den Samen neuerGeburten. Daraus Vers 7:Darum sei gesegnet das Holz, durch welchesdie Gerechtigkeit (oder die Rechtfertigung) wird":kvlor üc »n /«'t-ra- 4r--«roanvi/'. Wie das Holz und die Gerechtigkeit mit derSchiffahrt und der Sündflut zusammenzureimen sind, wird keine gesunde Exe-gese herausbringen. Die Stelle ist nur als christliche Glosse verständlich. BeimWorteHolz" dachte ein christlicher Kopist sofort an dasKreuz" und an dieSündenvergebung durch die Rechtfertigung im Glauben. Deanes Erklärungdieses V., um die Echtheit desselben zu retten, ist geschraubt. Das Buch derWeisheit hat sehr früh in die Kirche Eingang gefunden und ist von denKirchenlehrern vielfach zur Belehrung der Katechumenen zugelassen worden