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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Geschichte der Juden.

Rede, von welchen der Beliar ausgehen werde. Das von den Fachmännernangenommene Resultat bleibt demnach unerschüttert, daß die messianische Partieim 3. Buche der Sibyllinen aus der Zeit des zweiten Triumvirats stammt.Noch manche Bücher der Sibyllinen oder Teils derselben stammen von judäischenVerfassern oder von der hebräischen Sibylle. Da sie aber durch christlicheHände auf uns gekommen sind, enthalten sie christliche Interpolationen. Daherist ihr Ursprung nicht leicht zu ermitteln. Der Charakter der judäischen Sibyl-linsn ist die Androhung von Strafgerichten über die Heidenwelt wegen ihresabscheulichen Götzentums und ihrer noch abscheulicheren Unsittlichkeit und dieProphezeihung eines goldenen Zeitalters durch die Ankunft des Messias. Sietraten polemisch gegen das Heidentum auf. Das Vaterland der Sibyllinenkann nicht auf Alexandrien allein beschränkt werden.

1t) Pseudo-Phokylides. Über das unter dem Namen Phokylidesvorhandene Gedicht vouökrrxvr hat Jakob Bernays eine gediegene und

abschließende Monographie gegeben (als Beilage zum Jahresber. des jüd.-theolog.Seminars 1856 sNeu abgedruckt in den gesammelten Abhandlungen von Jakob Ber-nays, herausg. von G. Usener (Berlin 1885), S. 19226Ij. Er hat unwiderleglichnachgewiesen, daß das Gedicht einen judäischen Vers, gehabt, und daß derselbean der Hand des Pentateuchs die Ethik des Judentums zusammengestellt undversifiziert hat, mit Vermeidung einerseits auch der gelindesten Polemik gegendas Götzentum und andererseits der Erwähnung der lediglich ritualen Gesetzedes Pentateuchs. Die Abfassungszeit läßt Bernays unbestimmt, weil der Inhaltkeinen Anhaltspunkt dafür biete, nämlich in der Zeit zwischen Ptolemäus Philo-metor einerseits und einer später» andererseits, also zwischen etwa 150 vor und70 nach. Allein zwei Vv. scheinen auf die Abfassungszeit unter dem KaiserAugustus zu weisen. Der Moraldichter ermahnt, nicht ehelos zu bleiben, son-dern Kinder zu erzeugen.

V. 175. Ilk»/ ztklv//?

Bekanntlich hatten im römischen Reichs infolge der 20jährigen Bürger-kriege und des überhandnehmenden Luxus die Ehelosigkeit und die orbita.8 (dieErzeugung illegitimer Kinder) so sehr überhand genommen, daß Augustus dteUnterlassung der Ehe mit Vermögens- und Ehrenstrafen belegte, damil jedochnicht durchdringen konnte und das mildere Gesetz Uayia Uoypsa, erließ (TacitusAnnalen 3, 25; Dio Cassius 54, 10; 56, 110, besonders 0 . 7). In den Straf-reden, welche Augustus gegen die Ehelosen hielt, gebrauchte er bei Dio 56, 3dieselbe Wendung wie V. 176: «« cxklrvr (ok /roer^r?)

oüri» Folglich ist das Gedicht wahrscheinlich in

Augustus' Zeit entstanden.

Wenn der Dichter auch nicht direkt gegen das Heidentum polemisiert, sotut er es doch indirekt, indem er vor den Lastern warnt, welche ein Ausflußdes Heidentums waren, wie die Sibyllinen und das Buch der Weisheit aus-einandersetzen.

Gleich im Anfang wird die Buhlerei und die Päderastie verdammt, welcheunter den Heiden offen getrieben wurde:

V. 3. Misrc zilsr'

Auch V. 189, 190, 193, am stärksten aber V. 213214: