Note 3. Die judäisch-hellenistische Literatur.
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sein Zeitalter bestimmen. Der Tempel auf Garizim wurde von Hyrkan I.zerstört vor 112 (o. S. 71). und seit der Zeit wurde er nicht mehr erbaut.Theodotos muß also vor dieser Zeit gedichtet hoben. Er Hot abergriechischen Lesern den Vorzug des Heiligtums von Sichem dartun wollen; ermuß demnach zur Zeit gedichtet haben, als der Streit über die berechtigtereHeiligkeit Sichems oder Jerusalems zwischen Samaritanern und Judäern ent-brannt war. Dieser wurde vor Ptolemäus VI. Philometor geführt (S. 44).Folglich hat er wohl um diese Zeit, um die Mitte des 2. Jahrh., gedichtet.
6) Dasselbe gilt auch von einem prosaischen Schriftsteller, dessen Fragment
Eusebius (a. a. O. o. 17, 418 fg.) aus Polyhistors Exzerpten unter Eupo-lemos' Namen erhalten hat. Freudenthal hat mit unwiderlegliche» Gründenfestgestellt, daß dieses Fragment nicht dem früher genannten Eupolemos gehörenkönne, sondern daß es von einem Samaritaner stamme (a. a. O. S. 82 ff).Dieses Fragment nennt den Berg Garizim „den Berg des
Höchsten" und setzt voraus, daß auf demselben noch ein Tempel (lk^o'v) gestandenhat. Der samaritanische Berf., welcher Abrahams Kenntnisse preist, die durchihn zu den Babyloniern gelangt seien, will zugleich indirekt eine Apologie fürden samaritanischen Tempel auf Garizim halten. Dagegen kann mich die Aus-einandersetzung Freudenthals (das. ISO fg.) nicht überzeugen, daß das kleineFragment aus denselben Exzerpten bei Josephus (Altert. I, 15 und Eusebiusa. a. O. IX, 20, p. 422 b) über die Söhne Keturas von Abraham und ihren Zu-sammenhang mit andern Völkern ebenfalls von einem Samaritaner namensMalchos (Malchas), griechisch Kleodemos, der ein Prophet genannt wird,stammen soll. Es ist wohl eine betrügerische oder selbstbetrügerische, auf einerschlechten Etymologie beruhende Ethnographie, daß die Assyrier und Afrikanervon Abraham durch Ketura abstammcn, und Nachkommen Abrahams sogar mitHerakles verschwägert wurden, also mit den Herakliden stammverwandt seien.Durch eine ähnliche Insinuation wollten später die Juden in 'Arabien ibreStammverwandtschaft mit den Arabern dartun.
7) Die wenigen dunkeln Verse bei Eusebius (das. 20, p. 421; 24, p. 430)die Philo beigelegt werden, verherrlichen Jerusalem und seinen Wasserreichtum,Sie scheinen eine dichterische Entgegnung auf Theodots Panegyricus auf Sichemzu sein. Dieser Philo wird von Josephus „der ältere Philo" (M--.»»- v
genannt (o. Xpionein I, 23). Josephus hat ihn, sowie Teme-trios und Eupolemos, für griechische Schriftsteller gehalten, welche ein weniggegen die Wahrheit (der biblischen Erzählung) gefehlt hätten (o. S S93).Dieser ältere Philo, wenn er gegen Theodotos polemisiert hat, mag auch zuPhilometors Zeit versifiziert haben. Er würde demnach zu den ältesten Schrift-stellern der hellenistisch-judäischen Literatur gehören.
8) Das winzige Fragment über Hiobs Abstammung, das in den Exzerptenunter dem Namen Aristeas oder Aristaios mitgeteilt wird, bietet wegenseiner Kürze und der Harmlosigkeit des Stoffes keine Handhabe für die Unter-suchung der Abfassungszeit. Das einzig Abweichende vom Buche Hiob indiesem Fragmente ist, daß Hiobs Freunde zu Fürsten gemachr werden: Eliphaszum König der Thaimaniten, Bildad zum Tyrannen der Sauchäer ('nnr),und Zophar, zum König der Minäer. Sollte seine Schrift ebenfalls einepanegyrische Tendenz gehabt haben?
Bei den bisher behandelten Erzeugnissen der judäisch-hellenistischen Lite-ratur konnte wenigstens noch als Endpunkt für die Chronologie sestaestelltwerden, daß sie mindestens vor der zweiten Hälfte des ersten vorchristlichenGraetz, Geschichte der Juden. III. 39