604 Geschichte der Juden.
erschöpfen mochte. Endlich fand dieser Waffenstillstand keineswegs so sicher im5. I. Demetrios' I statt, sondern wohl später, wie aus Makkabb. 9, 54—73leicht zu ersehen ist. sVgl. hierzu die Ausführungen Alfred v. Gutschmids,Kleine Schriften II, 191, ff. Danach ist die Angabe über Ptolemäus für einGlossen, zu halten und am Schluß iß zu lesen: -a-
rirro Laaravov ou^«s^otiikr«r. 61em. ,4Iex. hat demnach Demetrios Soter.verstanden. Freilich hat er nicht präzis gerechnet. S. auch Schürer III ", 353s.
Hat Eupolemos das fünfte Jahr Demetrios' II. wegen seiner epoche-machenden Wichtigkeit für die Judäer in Palästina in der Voraussetzung, daßes auch denen anderer Länder bekannt sei, als Endtermin gebraucht, sobraucht er nicht gerade in diesem Jahre 169 8sl. — 143 vorchr. Z. geschriebenzu haben, sondern kann ebensogut ein oder zwei Dezennien später sein Buchverfaßt haben. Noch mehr: er muß später geschrieben haben, weil er zu demvon ihm angegebenen Datum den Zusatz machen zu müssen glaubte, um dieZeit deutlich erkennen zu lassen, daß damals der und der Ptolemäus regierthat. Von einem Zeitgenossen erschiene eine solche Präzisierung als Luxus.Dieser Ptolemäus muß ferner nicht mehr am Leben gewesen sein, sonst würdeEupolemos sich anders ausgedrückt habe». Da nun Ptolemäus Physkon 118nute starb, so kann Eupolemos nur nach dieser Zeit geschrieben haben.sZwingend sind alle diese Ausführungen nicht.) Eupolemos hat höchst wahr-scheinlich das Sendschreiben an dis ägyptischen Judäer gekannt, welches 124ausgestellt ist (vergl. Note 10).— Es folgt aber auch aus diesem chronologischenSchluß ein Korrelat. Eupolemos muß in Ägypten unter den Ptole-mäern gelebt haben. Denn wozu brauchte er sonst des Ptolemäus zu er-wähnen? Er hatte aber für alexandrinische oder ägyptische Leser, welche voneinem König Demetrios, der damals nicht mehr am Leben war, nichts mehrwußten, nötig, diesen Zusatz zu machen, um diesen kenntlich zu machen.Freudenthals Schlußfolgerung (a. a. O. S. 125 fg.),- „daß Eupolemos' Schriftweder in Ägypten, noch im eigentlichen Syrien abgefaßt zu sein scheine," weiler dort nicht nach einem syrischen und hier nicht nach einem ägyptischen Königdatiert hätte, , diese Schlußfolgerung ist nicht richtig. Eupolemos mußte dasJahr des syrischen Königs als Datum gebrauchen, weil es von Wichtigkeit undbekannt war, und mußte für ägyptische Leser den zur selben Zeit regierendenägyptischen König als kenntlich machenden Zusatz hinzufügen. Er war alsogewiß ein ägyptischer Judäer oder richtiger, ein Alexandriner. sAndere wollenihn für einen Palästinenser halten und mit dem I. Makk. 8, 17, II 4, 11 Ge-nannten indentifizieren; vgl. Schürer a. a. O.s. Sein griechischer Stil istbarbarisch.
Eupolemos' Schrift über die judäischen Könige (und wie es scheint, auchüber die Propheten) muß übrigens einen apologetischen Zweck gehabthaben. Denn er verherrlicht darin Mose als Weisen und als Erfinder derBuchstabenschrift, welche die Phönizier von den Judäern und die Griechen vonden Phöniziern angenommen hätten. Er verherrlicht ganz besonders den KönigSalomo, teilt einen selbstverständlich fingierten Briefwechsel desselben mit deinKönig von Ägypten Uaphres und mit dem König von Tyrus mit und be-schreibt ausführlich den Bau des Salomonischen Tempels. Wozu das? Es istnur als Apologie erklärlich, und diese scheint gegen einen griechischen Schrift-steller gerichtet zu sein, welcher die Judäer samt und sonders als nnwissendeBarbaren geschildert hatte. Nun kennen wir keinen judenfeindlichen Schrift-steller vor Apollonias Molo, welcher das judäische Altertum so sehr herab-