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Geschichte der Juden.
1) Judäische Sibyllinen,
2) Pseudo-Phokylidcs.
IV. Pseudepigraphische Schriften in Prosa:
1) Pseudo-Hekataios von Abdera, Historisches und Poetisches;
2) )Pseudo-Aristeas oder Sendschreiben des Aristeas an Philokrates
äs Is^s äiviua;
3) Das vierte Makkabäcrbuch über die Herrschaft der Vernunft oderPseudo-Josephus;
4) Pseudo-Aristobulos, Philosophisches und Verse.
Das Alter aller dieser teils vollständig teils fragmentarisch erhaltenenSchriften ist schwierig zu bestimmen, da nur zwei derselben ein chronologischesDatum enthalten, und dieses mit solchen Widersprüchen behaftet auf uns ge-kommen ist, daß es zweifelhaft erscheint, ob die Schriften dem dritte» oderdem zweiten vorchristl. Jahrhundert angehören. Von der Klasse I kann manindessen wenigstens den chronologischen tsrminus aä gusm bestimmen. AlexanderPolyhistor hat eben diese Fragmente erhalten, und von diesem weiß manwenigstens so viel, daß er zwischen 82 und 60 in Sullas Zeit als Freigelassenerin Rom gelebt und Kollektaneen angelegt hat (vergl. C. Müllers Vra^m. bist.Orasoo. III, p. 206 ff ). Diese Schriften sind also jedenfalls spätestens imersten vorchristl. Jahrhundert verfaßt worden; von den übrigen läßt sich nichteinmal eine solche enge chronologische Einschränkung feststellcn. Das Zeitalterder letzten drei Gruppen kann daher nur aus Andeutungen, welche gewisse ge-schichtliche Anhaltspunkte oder Zustände verraten, oder aus Anführungen ausdenselben in späteren Schriften eruiert werden. Als Hilfsmittel zur Eruierungeiner annähernden Zeitlage kann auch die Tendenz der meisten von ihnen dienen,da sie, wie sich erweisen wird, apologetischer oder polemischer Natur oder beideszugleich ist. Denn selbstverständlich waren die genannten teils anonymen teilspseudonymen Verfasser Judäer und eifrige Anhänger ihres Bekenntnisses.Die Apologie für das Eigene weist, wenn sie sich in einer Schrift kundgibt,sachgemäß auf einen vorangcgangenen Angriff gegen dasselbe. Läßt sich dieserchronologisch ermitteln, so kann bei der apologetischen Schrift mindestens dertsrminus a gno festgestellt werden. Dagegen ist die Untersuchung des Ver-hältnisses einzelner dieser Schriften zur I-XX, die ich selbst in den frühernAusgaben angestellt habe, wie ich mich jetzt überzeugt habe, ohne den geringstenBelang. Denn abgesehen von der ungewissen Entstehungszeit der griechischen Über-setzung des Pentateuchs — nur diese kann dabei in Betracht kommen — und fernervon der Frage, ob sie der Art kanonisches Ansehen gehabt hat, daß späterlebende Schriftsteller sich der darin verkommenden Phraseologie sklavisch bedienthaben mühten, abgesehen davon, sage ich, daß diese Punkte noch problematischsind, würde dieses Moment für die Schriften, welche Vergleichungspunktebieten, im besten Falle nur das ergeben, was eigentlich selbstverständlich ist, daßsolche Schriften in dem Zeitalter »ach der Entstehung der I-XX verfaßt wurden.Historisch bezeugt ist eigentlich nur die literarische Produktivität ägyptischeroder richtiger alexandrinischer Judäer in der Zeit Ptolemäus' VII. (Euergetes II.),in dessen 38stem Jahre der jüngere Sirach in Ägypten eingewandert war undbereits eine Art Schriftstellerei unter den alexandrinischen Judäern angctroffenhat, also im besten Falle im zweiten vorchristl. Jahrhundert. Aus noch ältererZeit dagegen liegt kein Zeugnis vor svgl. hierzu jedoch meine Anm. auf S. 582s.
Gehen wir mit diesen Voraussetzungen an die chronologische Untersuchungder Abfassung der aufgeführten judäisch-hellenistischen Literatur und beginnen