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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
Entstehung
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597
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Note 2. Die Entstehung der Septuaginta und der Aristeasbrief. 597

ü»r» ri/? rrolkw? 7rr^//7o1o? I./Arvo; bei Joseph, o. L-pionem I,

22l. Auch er rühmt die Fruchtbarkeit Judäas über die Maßen. Er gibt zwarden Umfang Jerusalems auf 50 Stadien an, während Pseudo-Aristeas nur 40dafür hat; allein die erste Zahl scheint verschrieben v' statt Ein andererSchriftsteller, Timochares, hat auch 40 Stadien dafür*). Selbstverständlich istdiese Zahl übertrieben; denn die Lage Jerusalems, beschränkt im Süden durcheine Schlucht und im Osten durch das Kidrontal, kann unmöglich eine geo-graphische Meile im Umfang gehabt haben. Josephus mißt ihn aus seiner Zeit,als Jerusalem durch Vorstädte bereits erweitert war, auf 33 Stadien, unddieses Maß findet de Saulcy, der an Ort und Stelle das Terrain untersuchthat, noch immer zu groß (les üsrnisrs sonrs sts Isrnsalem, p. 220). EinVermesser Syriens (Lenophontes) gibt den Umfang nur auf 27 Stadien an.Daraus geht hervor, daß weder Timochares noch Pseudo-Hekatäus noch Pseudo-Aristeas Jerusalem aus Autopsie gekannt haben können, daß vielmehr einervon ihnen zuerst die runde Zahl 40 aufgestellt wahrscheinlich war Timocharesder erste und daß von diesem wohl Hekatäus nnd von diesem wieder Aristeasdie Zahl entlehnt hat. Auch die Ausdehnung JudäaS scheint der letztere vondem zweiten entlehnt zu haben, wenngleich die Zahlen nicht stimmen. Hatalso der Verf. des Briefes Pseudo-Hekatäus benutzt, so muß dieser in der Zeitzwischen Sulla und Tiberius geschrieben haben, d. h. zwischen 83 ants und 20post.. Denn Polyhistor hätte auch Hekatäus' Schrift exzerpiert, wenn sie z»seiner Zeit existiert hätte, da er doch 12 Schriftsteller über Judäer und Judäaausgeschrieben hat fvergl. die Bemerkung zu Pseudo-Hekataios unten S. Otis

Der Verf. des Aristeasbriefes war demnach keineswegs ein unverschämterFälscher. Er hat lediglich für eine Tendenz gearbeitet und dazu Vorgänger be-nutzt. Seine Tendenz war eine apologetische: das Gesetz Moses und Alles,was zum judäischen Volke,das von dem Gesetze geleitet wird", gehört, zu ver-herrlichen. Daß der Brief eine Apologie sein will, ist nicht zu verkennen. Erscheint gegen eine der Schriften gerichtet zu sein, die eben dieses Gesetz ver-unglimpft hatten. Der seiner Zeit am nächsten lebende judenfeindliche Schrift-steller zwischen Apollonius Molo und Apion war Lysi machos, der Alexandrineroder Kyrenaiker. Dieser hat, wie sein Vorgänger Molo, aus ÜbelwollenMoses als einen Zauberer und Betrüger und dessen Gesetze alsLehre der Schlechtigkeit und bar aller Tugendvorschriften dargestellt (Jos. o.Xpionsm II, 14). Diesem gegenüber hebt der Aristcasbrief die hohe Bedeutungdes Gesetzes hervor und läßt sie auch von Demetrios Phalereus (in Verwechse-lung desselben mit dem Chronographen Demetrios) als hochheilig und göttlichpreisen. Lysimachos Zeitalter ist nicht bekannt fvergl. Schürer III 403 sf.,der ihn in das erste vorchristliche Jahrhundert setzen möchte), er mag bereitsim Beginne der Römerherrschaft geschrieben haben, oder, wenn er dem Verf.des Aristeasbriefes der Zeit nach nicht nahegestanden hat, so mag dessen Apo-logie gegen die Verunglimpfung des Judentums durch einen andern Griechengerichtet gewesen sein.

Noch eine andere tendenziöse Nebenabsicht hatte diese Pseudepigraphie,wenn sie die Entstehung der I-XX in Philadelphus' Zeit versetzte. Es sollteeinerseits nachgewiesen werden, daß sie vor der Spaltung im Innern vollendet

*) Bei Eusebius prasp. sv. IX, 35: r»r?)vk/kti, orwürov? fVergl. Wendlands Übersetzung S. 14 und Anm. ä in derEinleitung S. 2 und meine Bemerkung zu Pseudo-Hekataios unten S. 611).