Druckschrift 
3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
Entstehung
Seite
594
Einzelbild herunterladen
 

594

Geschichte der Juden.

Priester über Judäer, darunter kann nur die Schrift von Artapanos

rwr Von-!»-»-' verstanden sein, von welcher Polyhistor einige Fragmenteerhalten hat. Das hat Freudenthal treffend auscinandcrgesetzt (a. a. O. S. I50fg.Note 3). Diese Schrift ist nämlich so gehalten, als wenn sie nicht ein Judäer,sondern ein Ägypter geschrieben hätte. Unter andern kommt darin vor: Mose(Moysos), welcher von den Griechen Musaios genannt werde, habe nichtbloß alle Künste und Wissenschaften gelehrt, sondern auch Ägypten in 36 Nomeneingeteilt und über jeden Nomos einen eigenen Gott gesetzt. Die artapanischeSchrift will als Zeugnis eines ägyptische» Priesters über das Geschlecht derJudäer gelten. Ein Hinweis im Aristeasbuch auf Artapanos' Schrift scheintauch in einem sonderbar klingenden Passus zu liegen. Nachdem die Nnter-scheidung der judäischen Gottesverehrnng von der anderer Völker auseinander-gesetzt wurde, wird hinzugefügt:Daher nennen uns die leitenden Priester derÄgypter, welche auf vieles acht hatten und der Dinge kundig waren, dieMenschen Gottes*), was den andern nicht gebührt, sondern dem, welcherGott in Wahrheit verehrt." Inwiefern sollen die ägyptischen Priester dieJudäer so benannt haben? Es scheint sich auf die Angabe bei Artapan zubeziehen, daß die Judäer genannt werdenHermiuth, welches in diegriechische Sprache übersetzt, Judäer bedeuten soll. Hebräer aber werden sievon Abraham genannt^)." Irre ich nicht, so hat Artapan, oder mindestensder Vers, des Aristeasbriefes dieses Wort Hermiuth in der BedeutungMenschen Gottes" genommen wissen wollen. Es soll jedenfalls ägyptischsein. An den Anklang von Aram ist gewiß dabei nicht zu denke«. Wie demauch sei, so viel kann als ausgemacht gelten daß Pseudo-Aristeas Artapanos'Schrift ebenso wie die des judäischen Historikers oder Chronographen Demetriosgekannt, aber doua kille den erster« als einen ägyptischen Priester, den letzter»als einen Urgriechen angesehen und mit dem Phalereer indentifiziert bat.Freudenthals Konjektur, daß Pseudo-Aristeas ein solcher Lügenschmied gewesensei, daß er auch Artapans Schrift verfaßt, sie selbst unter dem Namen einesÄgypters zitiert, und noch andere Fälschungen sich habe zu Schulden kommenlassen, ist an sich unwahrscheinlich und nach dem Resultat dieser Untersuchungunhaltbar, da jener in Tiberius' Zeit, dieser aber noch vor Alexander Poly-histor geschrieben hat, sie also um mehr als ein Jahrhundert von einandergetrennt sind.

9) Noch auf einen dritten judäischen Schriftsteller scheint der Aristeasbriefanzuspielen. Gegen das Ende läßt er den König die Frage aufwerfen: warumdenn die Geschichtsschreiber und Poeten das so bedeutendeGesetzbuch" nichterwähnen, und darauf läßt er Demetrios Phalereus antworten: weil es zuheilig sei. Diejenigen, welche es als profane Literatur hätten benutzen wollen,seien von Gott bestraft worden. Als Beispiel wird ein TragödiendichterTheodektes angeführt, welcher mit Blindheit geschlagen worden sei, weil erStoff aus dem göttlichen Buche für ein Drama habe verwenden wollen ^)!Man nimmt gewöhnlich an, daß der Vers, den Tragödisndichter aus Lydiendieses Namens im Sinne gehabt habe, einen Schüler von Plato und Aristoteles.

*) iiill. Sch. y. 38, 2326 seil. Wcndl. H IlOf: HnTir-M? ok x«öy-

T'r/iovk? lkyrke . . . «r bl-ro v ? Okvü

2) Eusebius, prasy. SV. o. IX 18: r!k vyoir . . . ror>? /,k>>

loollalov; // X. r. I.

b) INI. Sch. p. 63 fg. soll. Wendl. H 316^: --«i t7-kolle'r:roo lle ron ridi:Trvtl/roö x. r. I.