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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
Entstehung
Seite
591
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Note 2. Die Entstehung der Septuaginta und der Aristeasbrief. 591

Es ist eine gedrängte Wiedergabe alles dessen, was die Epistel durch Fragenund Antworten weitläufig (p. 4865) ssä. Wendland HZ 187300)1 auseinander-setzen läßt. Dieser gar nicht zur Sache gehörende Umstand, daß der König dieWeisheit der Dolmetscher habe erproben wollen und ihnen Fragen vorgelegt habe,und daß sie dieselben vollzählig nach einander beantwortet haben, kann nur demAristeasbriese entlehnt sein. Josephus, obwohl weniger feinfühlig als Philound darum Prolixität nicht scheuend, kürzt ebenfalls diese sogenannte Philosophie,diese Gemeinplätze in einem Frage- und Antwortspiel, ab und verweist dieLeser auf Aristeas selbst, indem er ihnen anheim gibt, sie dort nachzulesen(Altert. XII, 2, 12).

Hat Philo den Aristeasbrief benutzt, so muß er ihn für eine wahrhafteGeschichtserzählung gehalten haben die Alten waren nicht besonders kritischund die Epistel muh vor seiner Zeit in Zirkulation gekommen sein. Da nunPhilo unter dem Kaiser Claudius schrieb, so muß diese notwendigerweise(spätestens) unter Tiberius verfaßt worden sein, so daß etwa 2 oder 3 Jahr-zehnte zwischen der Abfassung derselben und Philo gelegen haben. Auf Tiberius'Regierungszeit weist außer dem Argumente von Alexander Lysimachos nochmanche andere Andeutung im Briefe hin.

6) Bei der Unterredung vom Delatorenwesen läßt der Vers, den Hohenpriestersprechen:der König läßt solche höchst verderbliche Menschen umbringen", undhinzufügen,wie wir vernehmen" Damit ist

angedeutet, daß die erfolgte Bestrafung der Delatoren als etwas Außerordent-liches und Unerwartetes galt. Nun hat der Kaiser Tiberius, trotzdemSueton über ihn berichtet:nsmiui äsladarnm tictes adroAuta (Hb. 61)",tatsächlich an einem Tage die verrufensten Angeber hinzurichten befohlen undein Verbot erlassen, daß künftighin kein verabschiedeter Kriegsmann als An-kläger auftreten dürfte ^). Diese Tatsache hat nur Dio Cassius erhalten, derdie Geschichte aus ven Annalen ausgezogen hat, Tacitus und Sueton dagegenhaben sie verschwiegen, weil sie zu ihrer Karrikatur von Tiberius nicht paßte.Aber auch der letztere kann den bedeutsamen Ausspruch Tiberius' nicht über-gehen, den dieser gegenüber den gegen ihn geschmiedeten Schmähschriften getanhat:in einem freien Staate müssen das Wort und der Gedanke ebenfalls freisein, in oivitnts libsra linz-unin insnteingns liberas esse «ledere" (8nstonliberius 27). Und er verfolgte keineswegs dietainoso. cts ss ao snie eariniua",blieb vielmehr fest und geduldig, hat also den Delatoren kein Gehör gegeben.Räumen ja selbst die ihn verunglimpfenden Historiker ein, daß Tiberius inden ersten 8 oder 9 Jahren seiner Regierung ein vortrefflicher Herrscher ge-wesen sei, der alle Auszeichnungen des adulatorischen Senats zurückgewiesenhabe, ein Muster der Einfachheit und eine Stütze der Gerechtigkeit gewesen seiund alles zur Kognition des Senats gebracht wissen wollte. Stahr,Sievers und G. Freytag, welche eineRettung Tiberius'" geschriebenhaben, mögen sie auch nach der andern Seite hin zu weit gegangen sein, habenjedenfalls das bewiesen, daß der zweite Kaiser keineswegs so schwarzwar, wie ihn seine bitteren Feinde, deren Anschwärzung die Geschichtsschreibervom Parteistandpunkt aus verewigten, geschildert haben. Wenigstens im erstenDrittel seiner Regierung zeigte er sich als bescheidener und gerechter Regent.

Dio Cassius 58. 2l : rvü? ük? rrorov-

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