Note 2. Die Entstehung der Septuaginta und der Aristeasbrief. 587
paßt nämlich so augenfällig auf die von Herodes erbaute Burg Antonia, daßes eigentlich erstaunlich ist, wie dieses Moment übersehen werden konnte^). Mankann fast die ganze Beschreibung der Akropolis in Jerusalem, welche Aristeasbesichtigt haben will, mit den Worten belegen, welche Josephus von der Antoniagebraucht. In den Altertümern gibt dieser Historiker nur kurz an, daß Herodesdie von den Hasmonäern benutzte Baris zur Sicherheit und zur Überwachungdes Tempels noch mehr befestigt Habens. Im jüdischen Kriege beschreibt eraber die Beschaffenheit der Antonia ausführlich, und diese Beschreibung trifftgenau mit der zusammen, welche der Aristeasbrief von der Burg gibt. DreiPunkte sind besonders darin hervorzuheben, daß Herodes hohe Türme aus derAntonia habe anbringen lassen, daß sich eine Militärwache mit Waffen darin be-funden habe, um jeden Ausstandsversuch zu unterdrücken, und endlich, daß sie denTempel überwachte, wie dieser die Stadt. Dasselbe ist auch in dem Aristeas-brief angegeben, so daß man beide parallelisieren kann.
Josephus jüd. Kr. V, 5, 8.
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Aristeasbrief H. XIII Sch. x. 32.feä. Wendl. Z 10^.
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Pseudo-Aristeas kannte also im allgemeinen die Beschaffenheit und denZweck der Antonia. Da nun Herodes den Tempel mit der Akra-Antonia erstin seinem 18. Negierungsjahre zu bauen begann, so folgt ohne weiteres daraus,daß dieser Brief nicht vorher, vor dem Jahre 15 ante, versaßt sein kann. Wirhaben also eine chronologische Grenze für die Abfassungszeit, von welcher ausman tiefer hinabsteigen, aber nicht höher hiuaufgehen darf jVgl. jedoch dieBemerkung Wendlands in der Einleitung zu seiner Übersetzung (in Kautzsch,Apokryphen und Pseudepigraphen des Alt. Test. Bd. II) S. 3, Anm. es.
4) Eine vierte Stelle in diesem Briefe zwingt uns, ihn sogar in die nach-herodianische Zeit zu versetzen, nämlich die Beschreibung des jerusalemischenTempels. So kurz sie auch gehalten ist, so läßt sie es doch an Deutlichkeit darübernicht fehlen, daß sie nur von dem von Herodes erbauten und geschmücktenTempel verstanden werden kann. Die Angabe, daß der Tempel eine dreifacheUmwallung von je mehr als 70 Ellen Höhe gehabt, ist allerdings nur alsPhantastebtld zu betrachten. Ganz allgemein spricht der Brief von dem Um-fang und der reichen Ausstattung desselben Auf-
*) Am meisten verkannte Ewald die Schilderung, indem er in B. IV, 3behauptet, die Erwähnung der Akropolis weise auf die vorherodianische Zeit.
2) Altertümer XV, 11 4: TVire 4' oox ö Vouckoitwi' /?«<7r1küe
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