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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Geschichte der Juden.

selben, welche seit Scaliger geltend gemacht wurden, liegen so mächtig zutage,daß man sich nur verwundern kann, wie Moriz Schmidt nur noch ein Wortdarüber verlieren konnte, um die Echtheit zu rette». Die unverkennbarenMomente der Fälschung sind: daß der Aristeasbrief den DemetriosPhalereus zum Oberbibliothekar macht, während dieser ein Fürst war undeine Zeit lang den athenischen Staat geleitet hat, ferner, daß er ihn zum Ober-bibliothekar unter Ptolemäus Philadelphus macht, während dieser König,nach dem Berichte des Hermippus, den Demetrios gehaßt und in den Kerkergesetzt hat, weil er seinem Vater Ptolemäus Lagi geraten hatte, Philadelphuszu enterben und die Söhne der zweiten Gemahlin Eurydike als Thronfolger zudesignieren'). Demetrios starb auch im Kerker.

Hermippus war sin jüngerer Zeitgenosse des Ptolemäus Philadelphus undtrug Materialien für die Biographien der Philosophen zusammen. Die Bio-graphie« über Demetrios Phalereus sind ihm ohne Zweifel von dessen Zeit-genossen überliefert worden. Hermippus sagt zwar nicht mit deutlichen Worten,daß Demetrios' Ungnade und Kerkerhaft unmittelbar nach Philadelphus'Regierungsantritt erfolgt seien. Aber die Aufeinanderfolge liegt in der Moti-vierung. Philadelphus hatte triftigen Grund zum Hasse gegen DemetriosPhalereus, und diesem Hasse muß er gleich beim Beginn seiner RegierungFolge gegeben haben oder niemals^).

') Da dieses Argument von entscheidender Bedeutung ist, so mag hierdas Referat mitgeteilt werden. Es lautet bei Diogenes Laertius (V, 78):

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Rat des L cmetrios Phalereus an Ptolem. Lagi, seinen Sohn Philadelphus vonder Berenikc von der Thronfolge auszuschließen, berichtet auch HeraklidesLumbos mit dem Zusatze: Demetrios habe zu Ptol. Lagi die Worte gesprochen:«U-.« ck«?, an k'Lkk? (bei Diogenes Laertius V, 79). Ich begreife nicht,wie man sich auf die neuerdings entdeckten Scholia von Johannes Tzctzes be-rufen kann, daß der Phalereer sich auf Sammlung von Schriften verlegt habe;der byzantinische Scholiast schrieb dem Pseudo-Aristeas oder den Kirchenväternnach, ist also von gar keinem Gewichte.

2) Diejenigen, welche die Echtheit retten möchten, greifen zum Notbehelf,daß Demetr. Phalereus nicht unmittelbar nach Philadelphus' Thronbesteigungin Ungnade gefallen zu sein brauche, sondern noch eine Zeitlang unter diesemKönig als Bibliothekar fungiert haben könne sAuch nach Susemihl, Gesch.d. gr. Literatur in der Alexandrinerzeit I, 6. l38, dem P. Wendland(bei Kautzsch, S. 1) zustimmt, fiel die Verbannung des Dem. Phalereus in dasJahr 283j. Sie beachten aber nicht, daß der Aristeasbrief den Vorgang derVerdolmetschung lange nach der Thronbesteigung setzt. Er setzt voraus, daßPiladelphus bereits mit seiner Schwester Arsinoe verheiratet gewesen sei. InEleasars Brief ist erwähnt Diese Ehe fand aber

erst um 276 j274, s. Wendland a. a. O. S. 9, 'Note bs statt. Noch mehr. DerBrief läßt die Dolmetscher nach Alexandrien kommen, nachdem Philadelphuseinen Sieg über Antigonos Gonatas gefeiert hat sJn Wahrheit erlitt Ptolemäusin der Seeschlacht bei Kos eine schwere Niederlage durch Antigonos Gonatass.Dieser Sieg fand 262 statt. Philadelphus hatte damals bereits mehr als 20Jahre den Thron eingenommen. Und so lange soll er Demetrios Phalereus,gegen den er mit Recht erzürnt war, an seinem Ho^e behalten haben? Dazukommt noch ein anderer Anachronismus. Der Brief läßt beim Eintreffen der