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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Geschichte der Juden.

Judäer Aristobul gegeben, welcher Lehrer des Königs Ptolemäus gewesen undeine Stellung unter den Judäern Alexandriens eingenommen haben mag. Abereinen judäischen Peripatetiker dieses Namens, der ein oder

für Ptolemäus VI. Philometor oder für Philadelphus ge-schrieben haben soll, hat es entschieden nicht gegeben. Die einem solchen «in-dizierte Schrift, seine quasi-philosophische Auslegung, sowie die von ihm stam-menden orphischen Verse und Homerica über den Sabbat, sind Pseudepigraphien,vergl. darüber Note 3 Schluß und M. Joöl, Blicke in die Religionsgeschichte I,80 f. Dieses Argument von Aristobul, einem der Dolmetscher unter Philo-metor, muß ich nach reiflicher Erwägung aufgeben. Aber es beweist denn dochetwas, daß ein Pseudepigraphist die griechische Übersetzung mit Philometor inBeziehung gebracht hat

Fassen wir alle Momente zusammen, so spricht für das Entstehen derSeptuaginta unter Philadelphus nur das Aristeasbuch, ferner Philo undJosephus, die von der Aristeassage beherrscht sind, und endlich die Kirchenväter,welche aus dogmatischen Gründen jene Sage ausrecht erhielten und weiter aus-schmückten. Für die Zeit des Philometor hingegen spricht die ganze Situationder Zeit^).

Was den Wert dieser ersten griechischen Übersetzung betrifft, des Penta-teuchs nämlich, so läßt sich nach der jetzigen Beschaffenheit des Textes keinsicheres Urteil darüber fällen. Sie hat durch so viele Einwirkungen eine sodurchgehende Veränderung erfahren, daß man nicht mehr imstande ist, ihreursprüngliche Gestalt zu rekonstruieren. Abschreiber haben Vieles daran ge-flissentlich oder unabsichtlich geändert, Überarbeiter haben zwei oder mehrereÜbersetzungen von derselben Stelle zusammengeworfen. Schon zur Zeit des Ver-fassers des Aristeasbriefes um 20 posb hatte die I-XX Veränderungen erfahren;darum läßt dieser einen Fluch über solche, welche an dem Texte etwas ändernsollten, anssprechen. Nichtsdestoweniger ist später nicht bloß von christlicher Seitebewußt und unbewußt Manches hineingetragen worden, was ursprünglich nichtdarin stand, sondern auch von judäischer Seite ist manche Stelle verändert wor-den. Origenes, der sich Mühe gegeben hat, einen guten Text wiederherzustellen,hat durch seine Hexapla dazu beigetragen, daß der Text noch mehr verdorbenwurde, indem Spätere Vieles aus andern Übersetzungen in die Septuagintagebracht haben. Über den relativen Wert der Septuaginta zum Pentateuch hatFrankel ein lichtvolles Urteil dahin begründet, daß der Übersetzer des einen Buchesmehr, der andere weniger Kunde des Hebräischen hatte, der eine mehr demGenius des Griechischen, mehr frei, der andere dem des Hebräischen folgend,mehr strikte übersetzt hat. Vergl. Frankel: Vorstudien 62 ff. und Einfluß usw.S. 228 ff. und das Schlußurteil, das auf eine eingebende Beweisführung be-gründet ist. Keineswegs darf man aber aus der Verschiedenheit der Übersetzungin den verschiedenen Büchern des Pentateuchs schließen, daß ein größerer odergeringerer Zeitintervall, z. B. zwischen den I ersten Büchern und dem Deutero-nomium liege. Wenn z. B. der Übers, des Deuteron, .-qoi? durchder der Genesis dagegen es richtiger durch wiedergibt, so beweist

diese Verschiedenheit nur, daß die I-XX keiner einheitlichen Redaktion unterlag,

') sAusschlaggebend für die Existenz der griechischen Pentateuchübersetzungim letzten Drittel des dritten vorchristlichen Jahrhunderts bleibt die Tatsache,daß Demetrius, der zur Zeit des Ptolemäus IV Philopator (222205) ge-schrieben hat, die gr. Pentateuchübersetzung bereits benutzt hat. Schürer III o,310; Nestle in Herzogs Nealencycl? III, 3.s