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Geschichte der Juden.
mächtigen Einfluß bemerkte, den die griechische Bibel auf die Verbreitung Mimi-scher Lehren unter den Heiden hatte, konnte man sich mit ihr befreunden undsie als durch ein Wunder entstanden anerkennen. Hat nun die Nachricht inder alten Boraita durch diese drei Umstände, nämlich durch den Widerspruchgegen die Aristeassage, durch die Zahl der fünf Hermeneuten und durch dieMißliebigkeit der Übersetzung in Judäa, einen historischen Charakter, so wirdauch das vierte Moment darin bedeutsam, daß man den Tag der Übersetzungin Judäa für einen Unglückstag gehalten habe. Eine zwar nur in einer jüngerenSchrift erhaltene, aber traditionell scheinende Notiz setzt diesen Tag unter dieandern äies ust'asti auf den achten Tebet an (Ualaclwt Osäolot, Daanit, ab-gedruckt zu Ende der älsKiilat. Daanit): — 'rnc nun ci-imn .iccci ncc>c .nncc>c(^c> 2 ' 2 c^:>^ iirm uci -sicn Galt der Tag der Übersetzung, der von den
ägyptischen Judäern seiertägig begangen wurde, in Judäa als ein Trauertag, sosetzt dieser Umstand ein mit einem Male eingetretenes, für wichtiggehaltenes Faktum voraus.
4) Endlich ist auch einiges Gewicht auf die Umschreibung des Wortes ncicudurch „der Rauchfuß", anstatt -«/-,!? (Imv. >1, 5) zu legen. Die
talmudischen Nachrichten erklären, diese Umschreibung sei durch die Rücksicht ge-kommen, die man auf die Lagiden genommen hat, um sie nicht durch einenAusdruck, als würde auf Lagos, den Stammvater der mazedonisch-ägyptischenKönigs, angespielt, zu verletzen. Nur wußten die Später» das eigentliche Motivnicht und rieten herum, man habe deswegen crizi anstatt gesetzt,
weil die Mutter oder Frau des Ptolemäus so geheißen. In einer harmlosen,
bloß für die Synagoge bestimmten, sozusagen keiner Zensur unterworfenenÜbersetzung, die auf den Hof keinerlei Rücksicht zu nehmen brauchte, wäre mangar nicht darauf gefallen, in dem Worte Lagos etwas Verfängliches und Ver-letzendes zu finden. Es ist durchaus noch nicht ausgemacht, daß sür „Hase" inder der mazedonischen Zeit ck«<,v?roi-? gebraucht worden sein sollte. Esfolgt also daraus, daß die griechische Übersetzung ursprünglich für einen derLagiden angelegt worden ist.
Sprechen diese Momente deutlich dafür, daß die Septuaginta durch eineäußere Veranlassung, und zwar, wie sich teils aus dem Vorangegangenen er-geben hat, teils aus dem Folgenden noch ergeben wird, durch die Teilnahmeeines der ägyptischen Herrscher vollendet wurde, so kommt zunächst die Fragean die Reihe, welcher der Lagiden diese Teilnahme bewiesen hat. Nach demVerfasser des Aristeasbriefes und denen, die ihm gefolgt sind: Philo, Pseudo-Aristobul, Josephus und den meisten Kirchenvätern, war es Ptolemäus Phila-delphus, der durch das Verlangen, seine Bibliothek zu vervollständigen, dieÜbersetzung des Pentateuchs — die Kirchenväter fügen hinzu: des ganzen altenTestaments — veranlaßt habe. Es ist aber in der Tat merkwürdig, daß, ob-wohl die Kritiker den ganzen Aristeas mit Recht als sabelhast verwerfen, sienoch immer — doch nur aus dieser sagenhaften Quelle des Aristeas — dasFaktum festhalten, die I-XX sei zur Zeit des Philadelphus entstanden! Aberwährend man nicht den Schatten eines Beweises weder für die Judenfreund-lichkeit dieses Königs, noch überhaupt sür eine einem solchen Unternehmengünstige Zeitlage unter ihm hat, übergeht man einen andern König, dessen Zu-
r) Diesen Zug, daß infolge der Übersetzung eine dreitägige Finsterniseingetreten sei, hat auch das samaritanische Tarich Abul F-atachs: ncchcm ^ b'p,cum (kaultts, Lspsrtoiini» für bibl. morgenländ. Literatur, I, 124.)